Award Deutscher Wohnungsbau

Manuel Pestalozzi
10. Oktober 2019
Diese Überbauung von Zanderroth Architekten in Berlin gewann in der Kategorie Neubau. (Foto: Simon Menges)

Ein neuer Award macht auf sich aufmerksam: der Award Deutscher Wohnungsbau. Dieses Jahr wurde er zum ersten Mal ausgelobt – in 12 Kategorien! Zwei erste Preise gingen an ein Neubauprojekt und an die besonders gelungene Erneuerung und Erweiterung eines bestehenden Ensembles.

Wie beim Award „Haus des Jahres“ gibt auch in diesem Fall der Callwey-Verlag ein Buch heraus, mit den beiden siegreichen und 28 weiteren ausgezeichneten Projekten. Partner des Wettbewerbs waren das Informations-Zentrum Beton, das Architektur-Magazin Baumeister und die Messe München mit der ExpoReal. Die 12 Bewertungskategorien hießen: Ästhetische Gestaltung, Experimenteller Ansatz, Generationenwohnen, Innovative Fassaden, Mischnutzung, Nachhaltiges Energiekonzept, Nachverdichtung, Partizipative Planung, Quartiersentwicklung, Revitalisierung, Sozialer Wohnungsbau und Wohnhochhaus.

Der erste Preis Neubau ging an ein Ensemble aus vier Wohnhäusern und einem Verbrauchermarkt in Berlin für die Baugemeinschaft Pasteurstraße 19–25 GbR. Der Entwurf von Zanderroth Architekten, Berlin, schließt mit 51 Wohneinheiten eine Baulücke von ehemals vier Parzellen im gründerzeitlichen Prenzlauer Berg. Er nimmt einen Maßstabssprung vor. In der beschädigten Struktur der Nachkriegszeit hatte sich ein freistehender Supermarkt etabliert, dessen Betreiber als Teil der Bauherrschaft nun mit seiner großen Verkaufsfläche geschickt in das Projekt eingebunden wurde.

Die Paragon Apartments von GRAFT, Preisträger in der Kategorie Umbau, stehen ebenfalls im Prenzlauer Berg in Berlin. (Foto: Kevin Fuchs)

An dem bei den ausgezeichneten Bauten etwas überrepräsentierten Standort Berlin ist auch der erste Preis Umbau anzutreffen – ebenfalls im Prenzlauer Berg, rund 1,2 Kilometer vom ersten Preis Neubau entfernt. In der Ecke Prenzlauer Allee / Danziger Strasse stehen die Paragon Apartments, die den Zuschlag erhielten. An der Schnittstelle zwischen Blockrand und offener Bebauung hat das Architekturbüro GRAFT aus Berlin ein Quartier entwickelt, welches die Jury des Awards als eine gelungene Einheit von Um- und Neubauten lobt. Entstanden ist ein durchlässiges Wohnquartier, das die urbanen Qualitäten des Stadtteils mit dem parkartigen Umfeld verbindet. Um den über 25‘000 Quadratmeter großen Komplex kleinteilig und die 37-Quadratmeter-Apartments wiederum großzügig wirken zu lassen, hat GRAFT sich einiger Kunstgriffe bedient.

Das urbane Flair der Paragon Apartments äussert sich in Farben und Formen. (Foto: Kevin Fuchs)

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