Das Haus des Jahres 2019

Manuel Pestalozzi
7. Oktober 2019
Das Haus des Jahres 2019 steht in der Altstadt von Münster. (Bild: hehnpohl architekten bda)

Architektur-Awards kann es gar nicht genug geben! Jener für das „Haus des Jahres“ ist dem stilvollen Wohnen gewidmet und mündet jeweils in ein Buch des Callwey-Verlags. Das „Haus am Buddenturm“ in Münster trug heuer den Sieg davon.

Zwar schreibt die Autorin aus dem Immobilien-Ressort der „Welt“ fälschlicherweise vom „Häuser“-Award. Das muss man ihr aus zwei Gründen verzeihen: Erstens gibt es den auch. Zweitens hat sie das Siegerprojekt zu einem lesenswerten Beitrag über Wohnideale in unseren Tagen inspiriert. Die Jury des Preises lobt das „Haus am Buddenturm“ von hehnpohl architekten bda, Münster, ein „reduziertes, aber auch urbildliches Backsteinhaus“, für seine Rücksicht auf den städtebaulichen Kontext. Schon von außen lässt sich erkennen, dass das Innere trotz der formalen Anpassung räumlich großzügiger ist als seine in der Straßenflucht aufgereihten Nachbarn und auch dem Tageslicht freieren Durchlass gewährt.

Der zentrale Treppenraum führt zum Tageslicht. (Bild: hehnpohl architekten bda)

Die Architekturen berufen sich bei diesem Projekt gemäß ihrer Website auf die Spielzeugstadt des Künstlers Lyonel Feininger, bekannt als „Die Stadt am Ende der Welt“. Weil eben die Kraggeschosse eine kollektiv verankerte Typologie von städtischer Maßstäblichkeit einer Altstadt aufweisen. Die Staffelung der Fassade hat Innenraum ihre Entsprechung. So fächert sich im Bereich des Treppenraumes das Haus geschoßweise zunehmend auf zum Tageslicht, das durch Dachverglasungen an den Traufwänden und im First in das Haus gelangt.

Wie die „Welt“-Autorin fand auch die Jury des Preises, dass dieses Projekt nicht zuletzt deshalb ein würdiger Preisträger ist, weil es das Thema Einfamilienhaus wegführt vom Flächenfraß und der Zersiedlung. Dass das Erdgeschoss auf der Zugangsseite zwar ein schönes kupfernes Garagentor aufweist, der Stadt darüber hinaus aber nichts „geben“ kann, ist vielleicht ein kleiner städtebaulicher Wermutstropfen.

Roh belassene Materialien prägen auch die Innenräume. (Bild: hehnpohl architekten bda)

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