Unter Schutz gestellt

Manuel Pestalozzi
9. September 2019
Prägender Bau ICC (Foto: Avantique/Wikimedia Commons)

Das Berliner Landesdenkmalamt hat das Kongress- und Kulturzentrum ICC als schützenswert klassifiziert. Was noch fehlt, ist ein trag- und finanzierbares Nutzungskonzept für den leerstehenden Riesen.

Zweifelsohne ist das ICC ein Wahrzeichen der Bundeshauptstadt, das auch bei Architektinnen und Architektinnen immer wieder kreative Kräfte weckt. Das 313 Meter lange, 89 Meter breite und fast 40 Meter hohe Gebäude wurde nach Plänen der Berliner Architekten Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte erbaut. Zur offiziellen Eröffnung am 2. April 1979 hielt der Israelische Satiriker Efraim Kishon eine launige Rede, Herbert von Karajan dirigierte die Berliner Philharmoniker. 2014 wurde der Bau geschlossen, 2015 diente er vorübergehend als Flüchtlingskunterkunft. Er gehört dem Land Berlin.

Nun steht das ICC unter Denkmalschutz. Auf 13 eng bedruckten Seiten begründet das Landesdenkmalamt die historische, künstlerische und städtebauliche Bedeutung des ICC. Die nationale und internationale Bedeutung des Ausnahmebaus begründe laut der Behörde ein „Erhaltungsinteresse der Allgemeinheit“, meldet tagesspiegel.de. Schön gesagt. Erst die Auflagen, dann das betriebswirtschaftliche Konzept, könnte man den Entscheid kritisieren. Denn nun muss man sich überlegen, wie die schadstoffbelastete Energieschleuder in die Zukunft hinübergerettet werden soll – und wer dieses Abenteuer finanziert. An Ideen fehlt es nicht; angedacht sind eine Renaissance des Kongress- und Kulturveranstaltungsbetriebs und die Ergänzung durch ein Hotel, anstelle des abrissreifen Parkhauses am südlichen Ende des 320 Meter langen Mammutbaus.

Jetzt werden gemäß der genannten Pressequelle Ausschreibungen für das ICC vorbereitet. Im Rahmen eines Konzeptverfahrens sollen den privaten Interessenten Nutzungskriterien an die Hand gegeben werden, an denen sie sich „orientieren“ müssen. Um das Gebäude wieder nutzbar zu machen, stehen in der Finanzplanung des Senats knapp 200 Millionen Euro zur Verfügung. Weitere Mittel, es geht um eine hohe dreistellige Millionensumme, sollen private Investoren beisteuern.

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