Neuer Lebensabschnitt für das Hotel am Schlossgarten in Stuttgart

Manuel Pestalozzi
12. Februar 2024
Der Eingang zum Hotel am Schlossgarten ist wenige Schritte von Stuttgarts Hauptbahnhof entfernt. (Visualisierung: © Steimle Architekten BDA / VIZE)

Das Hotels am Schlossgarten zwischen Hauptbahnhof und Schlossgarten ist ein Werk des Architekten Hans Paul Schmohl (1904–1973), der den Wiederaufbau und die Erneuerung Stuttgarts nach dem Zweiten Weltkrieg wesentlich mitprägte. Der als Luxushotel konzipierte und 1962 eröffnete Bau besteht aus einer Sockelpartie und einem achtgeschossigen Aufbau, dessen sich verengenden Stirnpartien und das schwebende Dach entfernt an Gio Pontis Pirelli-Hochhaus beim Bahnhof Milano Centrale in der lombardischen Metropole erinnern. Das Hotel wurde 2022 für eine Renovierung geschlossen. Es ist Teil des Planungsgebiets Schlossgartenquartier, einem Zukunftsprojekt der IBA’27. Gemäß der IBA-Website soll zwischen der belebten Königstraße und dem eher kontemplativen Schlossgarten ein neues zentrales Quartier mit kurzen Wegen zum Einkaufen, Arbeiten, Übernachten, Ausgehen und zum Erleben von Kultur und Unterhaltung entstehen. Angekündigt sind neue Blickbeziehungen im Stadtraum mit einer attraktiven Vernetzung zwischen Königstraße und Schlossgarten – ein Ensemble ohne Rückseiten. Eine intensive Auseinandersetzung mit der Kreislaufwirtschaft und dem ressourcenschonenden Bauen sollen Planung und Ausführung begleiten. Federführend sind die LBBW Immobilien.

2022 fand ein Wettbewerb für die Revitalisierung des Hotels statt. Erklärtes Ziel des Verfahrens war es, für diesen Standort und im spezifischen städtebaulichen Kontext einen zukunftsweisenden Beitrag zur Baukultur der Stadt Stuttgart zu schaffen – die Steimle Architekten GmbH aus Stuttgart konnte es für sich entscheiden. Der Geist des Vorhandenen soll bei ihrem Konzept am Gebäude auch in Zukunft wahrnehmbar sein. Materialien, wie etwa Marmorplatten, sollen weiterverwendet werden, die bestehende Form bleibt trotz einer optimierten Fassade erhalten. Nachdem ursprünglich von einer Wiedereröffnung 2025 ausgegangen wurde, ist diese jetzt auf 2027 verschoben worden. LBBW Immobilien zeigt sich in einer aktuellen Pressemitteilung zuversichtlich, dass dieser Termin eingehalten werden kann. Sie teilte mit, dass die Munich Hotel Partners MHP Hotel AG plant, das Hotel zukünftig als Mitglied der »Autograph Collection« der internationalen Marriott-Gruppe zu betreiben. »Autograph« soll hier andeuten, dass das Haus in Sachen Design nicht zu heftig in das Hotelketten-Korsett eingeschnürt wird, sondern seinen individuellen Charakter behalten darf. LBBW ist nach eigenen Aussagen entschlossen, das Hotel »mit seiner ikonischen Fassade« zu einem Blickfang und einem zentraler Baustein des IBA’27-Quartiers zu machen.

Die Fassade wurde im Wettbewerbsprojekt optimiert, ihre Gestaltung orientiert sich aber am ursprünglichen Zustand. (Visualisierung: © Steimle Architekten BDA / VIZE)

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