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Die Renaissance des Natursteins

Christiane Fath
14. Oktober 2022
Der Naturstein wurde so eingesetzt, dass seine Oberflächenqualitäten und seine Farbigkeit bestmöglich zum Vorschein kommen. Je näher man dem Gebäude kommt, desto größer wird sein Detailierungsgrad. © HOFMANN NATURSTEIN / Faruk Pinjo 

Granit, Sandstein, Kalkstein, Schiefer oder Basalt – der Naturstein bestimmt maßgeblich den Charakter des Gebäudes. Doch der wohl wichtigste Aspekt dieses Baumaterials, zumindest aus heutiger Sicht, ist sein ökologischer Wert. Er entsteht durch natürliche Prozesse und verbraucht bei der Herstellung, also beim Abbau und bei der Weiterverarbeitung, wenig Energie. Sein CO2-Fußabdruck liegt laut der neuesten Studie der englischen Umweltberatung Circular Ecology mit nur 0,073 kg CO2-Ausstoß pro kg Baumaterial an erster Stelle, gefolgt von Ziegel (0,24kg) und Holz (0,3kg). Die heute üblichen Baumaterialien Zement und Stahl schneiden mit 0,95kg bzw. 2,89kg deutlich schlechter ab. Am Ende der Tabelle findet sich laut der Studie das in der Herstellung äußerst energieintensive Aluminium mit 12,79kg.

„Naturstein ist neben Holz und Lehm das älteste und gleichzeitig nachhaltigste Baumaterial unseres Planeten,“ sagt Johannes Georg Hofmann, Bauingenieur, Betriebswirt und der Geschäftsführer von HOFMANN NATURSTEIN im Gespräch mit Prof. Christian Heuchel, O&O Baukunst. Das Familienunternehmen ist seit über 77 Jahren im internationalen Natursteinfassadenbau führend tätig. „Das große Thema aktuell, für das wir viele Anfragen von Architekturbüros bekommen, Vorträge zu halten, ist […] künftig CO2-arm zu bauen und den Klimawandel […] damit zu stoppen. Wir glauben, dass dies das Wiederbesinnen auf Naturstein beschleunigt hat,“ so Hofmann.

Ganz im Zeichen dieser Entwicklung haben O&O Baukunst und HOFMANN NATURSTEIN im Laufe der letzten drei Jahrzehnte an mehreren Projekten zusammengearbeitet. Der Wohn- und Bürobau am Pariser Platz in Berlin wurde 2001 abgeschlossen. Für das Leipziger Geschäftshaus Hainspitze erhielt das Architekturbüro 2018 beim Deutschen Naturstein-Preis eine Besondere Anerkennung, und 2022 wurde das 54 Meter hohe Wohnhochhaus Schwedler Trio im aufstrebenden Frankfurter Stadtteil Ostend als Teil eines Wohnensembles fertiggestellt. 

Die Fassade des Wohn- und Geschäftshaus am Pariser Platz in Berlin (2001) ist mit hellem Kalkstein verkleidet. Das Fassadenmaterial orientiert sich am Material der umliegenden Gebäude. © O&O Baukunst / Stefan Müller
Die Fassade aus feinporigem, geschliffenen Trosselfels zeigt eine klare Interpretation des Natursteins mittels vertikaler und horizontaler Gliederung. © O&O Baukunst / Stefan Müller

Auch das Konzept von O&O Baukunst für die neue Fassade am Breslauer Platz des Kölner Hauptbahnhofs setzte stark auf das natürliche Baumaterial. In seinem Entwurf, den das Architekturbüro 2020 als Teil eines Auswahlverfahrens vorschlug, verwendet O&O Baukunst für die Hinterseite des Bahnhofs den beigefarbigen Naturstein Pierre de Bordeaux mit Aquapower-Oberfläche. Dieser sieht dem Trachyt vom Drachenfels, der am Dom eingesetzt wurde, ähnlich und fügt sich so nahtlos in seine Umgebung ein. Die hinterlüftete Fassade hat eine feine Textur und gliedert sich in eine Base (typisch kölsch: aus Basalt), Sockel mit elliptischen Stützen, Mittelelement aus gekröpften, elliptischen Stützen und einem Abschlussbalken als Voute. Die mindestens 4 cm starken Natursteinelemente sind rundgefräst und an einem Stahlträger unsichtbar rückverankert. Die Fassade sollte transparent, international und großzügig wirken. Insgesamt zeigte der Entwurf auf, wie durch Einsatz von Naturstein modern, nachhaltig und eingliedernd gebaut werden kann.

Der Entwurf für die neue Fassade am Breslauer Platz des Kölner Hauptbahnhof entstand im Rahmen einer Mehrfachbeauftragung (2021). Mit der Wahl der Materialien bezog sich O&O Baukunst Köln auf den architektonischen Bestand. Der vorgeschlagene beigefarbigen Naturstein Pierre de Bordeaux lehnt sich in seiner Farbigkeit an den Trachyt-Stein vom Drachenfels an, der am Kölner Dom Verwendung fand. © O&O Baukunst 

Die Hainspitze (2016) ist ein Geschäftshaus in der Leipziger Innenstadt. Mit seiner detailliert gestalteten Natursteinfassade fügt sich der Neubau nahtlos in die historische Struktur der Stadt ein. © HOFMANN NATURSTEIN / Stefan Müller
Die Architektur der Umgebung ist geprägt von plastisch gestalteten Fassaden aus der Zeit um 1900. Diese Plastizität wird aufgenommen in der Schrägstellung der Steinlaibungen und der Verglasungen.© HOFMANN NATURSTEIN /  Stefan Müller

Ein weiterer nachhaltiger Aspekt des Natursteins ist seine Wandelbarkeit. Weil das Material leicht formbar ist, können mittels neuester Technologien wie 5-Achs-Fräsen und Konturenseilsägen diverse Freiformen hergestellt werden. Durch besondere Oberflächenbearbeitungsarten wie Hochdruckwasserstrahlen, Maschinenspalten oder Profilieren bieten sich damit unendliche Gestaltungsmöglichkeiten. Für das Projekt Schwedler Trio kam die Bearbeitung mittels Hochdruckwasserstrahl zum Einsatz. Die vielfältigen Bearbeitungsmethoden geben den Architekt*innen zahlreiche Mittel und Wege zur Entwurfsumsetzung in die Hand.

Das 16-geschossige Wohnhochhaus ist Teil des „Schwedler Trio“ im Osten der Frankfurter Innenstadt (2022). Die Natursteinfassade aus St. Louis® Kalkstein mit der Oberflächenbearbeitung Aquapower verleiht dem Gebäude eine dauerhafte Wertigkeit und betont die markante Kubatur. © HOFMANN NATURSTEIN / Faruk Pinjo 

Frühes umweltbewusstes Planen ermöglicht also kreislauffähige Neubauten. Abgesehen von ökologischen Vorteilen verbirgt sich hinter jedem Naturstein auch eine menschliche Leistung. Trotz des sehr wirtschaftlichen Einsatzes von hochmodernen Maschinen ist die Herstellung von Natursteinelementen immer noch eine handwerkliche Tätigkeit. Das verleiht dem Material einen zusätzlichen kulturellen Wert, der in die Stadtgeschichte mit eingeht.

Die HOFMANN NATURSTEIN GmbH & Co. KG wurde 1945 gegründet und ist eines der führenden Unternehmen der europäischen Natursteinindustrie mit Schwerpunkt Natursteinfassadenbau. Mit jährlich rund 100 größeren Bauvorhaben für renommierte Architekten und Bauherren, begleiten sie Natursteinfassadenprojekte beginnend mit der Beratung der Architekten und Bauherren, über Planung, Produktion und Montage bis hin zur Vollendung der fertigen Natursteinfassade. Zudem verfügen sie über eigene Steinbrüche und Vertragssteinbrüche mit erstklassigen Vorkommen und fertigen ausschließlich aus dem Rohblock in drei firmeineignen Produktionswerken mit Strom aus erneuerbaren Energien. Die Qualität der Steinressourcen wird durch eigene Geologen gesichert. Mit ihrem klimapositiven Produktionsansatz ist das Familienunternehmen ein Vorreiter für umweltschonendes und nachhaltiges Bauen.

 

Interaktive Karte
Anhand ausgewählter Bauprojekte von O&O Baukunst wird die Thematik am Beispiel der Stadt Köln vorgestellt. Auf der interaktiven Karte hier erhalten Sie Informationen zu den ausgewählten Projekten.

«Town Planning in Democratic Structures» ist ein Projekt von O&O Baukunst Köln, C. FATH und World-Architects.

 

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