Vom Volksgarten-Theater zum Wohnhaus

Katinka Corts
30. November 2022
Das „Theater of Hopes and Expectations“ im Düsseldorfer Volksgarten im Herbst 2022. Künftig steht das Gebäude als Wohnhaus in der Ukraine. (Foto © Courtesy Kunstkommission Düsseldorf / Prykarpattian Theater)

Als Zeichen der Solidarität mit der Ukraine hat die Kunstkommission Düsseldorf das Projekt „Theater of Hopes and Expectations“ initiiert und mit dem Prykarpattian Theater realisiert. Hinter dem Namen steht ein ukrainisches Künstler*innenkollektiv, dessen fünf Mitglieder einen gemeinsamen Bezug zu Kolomyja haben, einer Stadt in den Vorkarpaten der westukrainischen Region Iwano-Frankiwsk. Ihre gemeinsame Arbeit reflektiert die Spuren, welche die vier Besatzungen der Region im Laufe der Geschichte hinterlassen haben. 

Zum Projekt gehört auch ein temporäres Kulturzentrum, in dem über drei Monate viele Veranstaltungen von ukrainischen Kulturschaffenden stattfanden. Das hölzerne Grundgerüst des 56 Quadratmeter großen Baus möchte das Kollektiv „Livyj Bereh“ nun in die Ukraine transportieren und dort im Dorf Kukhari wieder aufbauen und einer Familie als Wohnhaus zur Verfügung stellen, die ihr Haus während eines russischen Angriffs verlor. Das Gebäude aus Düsseldorf soll auf der Grundfläche ihres alten Hauses errichtet werden. Transportiert werden das gesamte Konstruktionsholz (zehn Kubikmeter) sowie die OSB-Platten (122 Quadratmeter), die für die Verkleidung des Interieurs und der Dachkonstruktion verwendet wurden. Um dieses Vorhaben  inklusive Materialien, Innenausstattung und Arbeitskräften zu finanzieren, sammelt das Kollektiv nun Spenden. 20 000 Euro gilt es zu erreichen, dann wären auch wettertaugliche Fassade, Wärmeisolierung, Türen, Fenster, Dachwellbleche und die Verlegung eines elektrischen Anschlusses finanziert.

Das Künstlerkollektiv „Livyj Bereh“ gründete sich 2022 als NRO, als die Invasion durch die russische Armee bereits begonnen hatte. Als die ukrainische Armee die durch die russischen Invasoren besetzten Gebiete zurückeroberte, begannen die Mitglieder des Kollektivs in abgelegene Dörfer zu reisen – teilweise den Militärkonvois folgend, um durch die verminten Gebiete zu ihren Einsatzgebieten zu gelangen. Als direkte Hilfe liefern sie Medikamente, Lebensmittel, Zelte und vieles mehr dorthin, wo die Güter am dringendsten gebraucht werden. Darüber hinaus wurde der Wiederaufbau von Häusern, Dächern und Mauern zu einer ihrer zentralen Aufgaben.

Weitere Informationen zum Projekt
www.theater-hopes-expectations.com­ ­

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