Brückner & Brückner Architekten, Tirschenreuth | Würzburg für DAW

Farbige Firmenzentrale

Carsten Sauerbrei
12. September 2017
Die Architektur der neuen Firmenzentrale orientiert sich am angrenzenden Bestandsbau und setzt gleichzeitig eigene Gestaltungsakzente. (Bild: Constantin Meyer, Köln)

Mit der Mitte Juli eingeweihten Firmenzentrale der DAW-Gruppe gelang es Brückner & Brückner Architekten mit Produkten der DAW, vor allem dem Einsatz von Farben anspruchsvolle «Corporate Architecture» zu realisieren.

Schon seit 1895 ist die im Familienbesitz befindliche DAW-Gruppe, einer der führenden Farben- und Bautenschutzproduzenten sowie Wärmedämm- und Fassadensystemhersteller Deutschlands, im hessischen Ober-Ramstadt ansässig. Die Baugeschichte am Stammsitz weiterzuschreiben war eines der erklärten Ziele der Bauherren. «Wir wollten keinen Solitär hier nach Ober-Ramstadt stellen», so Dr. Ralf Murjahn, CEO der DAW SE. Außerdem sollte, ganz nach dem Prinzip einer «Corporate Architecture», der Neubau ein Vorzeigeobjekt für die von der DAW hergestellten Produkte werden.

Im drei Geschosse hohen Foyer ergänzen erste, kräftige Farbakzente die farblich zurückhaltende Fassadengestaltung. (Bild: Constantin Meyer, Köln)

Um an die Baugeschichte des Standortes anzuknüpfen, orientierten sich Brückner & Brückner Architekten Tirschenreuth | Würzburg mit der Fassadengestaltung des vier bis sechs Geschosse hohen Neubaus zwar an der Geschossigkeit des nur viergeschossigen, angrenzenden Bestandsgebäudes aus den 60er-Jahren. Sie transformierten jedoch dessen gleichmäßige Struktur, indem sie einige Fassadenabschnitte des Neubaus geschossübergreifend verglasten. Zusammen mit den anderen Elementen der neuen Fassade, den rahmenden Naturwerksteinplatten und den Holzbrüstungen aus massiver, grau lasierter Fichte ergibt sich so ein attraktives, belebtes und dennoch repräsentatives Erscheinungsbild.

Großzügige Verglasungen und die holzverkleidete, erfrischend non-konforme Fassadenstruktur kennzeichnen den großen Veranstaltungssaal. (Bild: Constantin Meyer, Köln)

Bis in das über drei Geschosse reichende Foyer hinein reicht die erfrischend non-konforme Fassadengestaltung, dort jedoch ergänzt um ein leuchtend rotes, 50 Meter langes Farbband, das zunächst wie ein Teppich am Boden liegt, sich aber auch über Sitzmöbel, Besprechungstische und Empfangstresen erstreckt. Inspiriert von den Farbstreifen des Caparol-Logos legten Brückner & Brückner gemeinsam mit dem firmeneigenen «FarbDesignStudio» für jede der Firmenabteilungen und damit auch für jedes Geschoss eine eigene Farbigkeit fest. Eine Ausnahme bilden nur die neutral weißen Räume des «FarbDesignStudio», in denen farbige Reflexionen bei der Entwicklung von Farbkonzepten stören würden.

Die offenen Büroetagen prägt die jeweils geschossspezifische Farbgestaltung. (Bild: Constantin Meyer, Köln)

In den offenen Bürolandschaften der Innenräume nutzten Brückner & Brückner die Decken, die daran befestigten Akustiklamellen und die Wangen der Betonstützen für die Farbgestaltung. Kombiniert mit warm wirkenden Eichenholzverkleidungen entsteht so eine lichte, lebendige und dennoch aufgeräumt wirkende Arbeitsumgebung. Die anspruchsvolle Architektur ergänzten Brückner & Brückner um ein ambitioniertes Nachhaltigkeitskonzept, das unter anderem Hanfdämmung und den Verzicht auf eine aktive Klimatisierung umfasst, und schufen so eines der noch zu seltenen Beispiele einer gelungenen «Corporate Architecture».

Verwandte Artikel

Andere Artikel in dieser Kategorie