Facelift für Rathaus Heidenheim

Manuel Pestalozzi
12. Dezember 2019
So soll das Rathaus nach der Sanierung von der Kreuzung Christianstraße/Garbenstraße her ausschauen. (Visualisierung: Aldinger Architekten)

Es stammt aus den 1970er-Jahren und macht daraus kein Geheimnis. Nun soll das Rathaus von Heidenheim technisch, ökologisch und gestalterisch in die Gegenwart transportiert werden. Die neue Fassade wird den Wandel im Stadtraum zum Ausdruck bringen, heißt es.

Die Geschichte des vierflügeligen Sichtbetonbaus mit seinen Bandfenstern begann mit einer „Posse“, wie die Heidenheimer Zeitung schreibt: 1961 gewannen die Stuttgarter Robert Ackermann und Hans-Jürgen Hüttche den ersten Preis beim Architekturwettbewerb. Kurz darauf stellte sich heraus, dass beide nicht in die Architektenliste eingetragen sind, weshalb der Degerlocher Jürgen Schwarz als Preisträger nachrückte. Dennoch wurde der Entwurf der eigentlichen Sieger gebaut und 1972 eingeweiht.

Beim Wettbewerb für die Fassadensanierung dieses Vertreters des Brutalismus lief alles glatt: Vier Bietergemeinschaften aus Fassadenplanern und Architekten haben auf der letzten Stufe des Wettbewerbs mitgemacht. Durchgesetzt haben sich Aldinger Architekten Planungsgesellschaft mbH und Christian Bonim Fassadenberatung GmbH. Ihr Vorschlag setzt das Rathaus optisch auf einen Sockel, der bis zu den Fenstern des 2. Obergeschosses reicht. Der Haupteingang wird verschoben, die überdachte Freifläche vor dem bisherigen Haupteingang wird Teil des erweiterten Foyers. Die Fensterbänder sollen höher werden, zugunsten einer höheren Tageslichtausbeute. Für die Verkleidung der geschlossenen Fassadenpartien kommt Recycling-Aluminium zur Anwendung. Das vermindert den Einsatz von grauer Energie bei der Herstellung der Gebäudehülle. Die Maßnahmen zeugen von einen großen Respekt vor dem ursprünglichen architektonischen Konzept, das mit neuer Deutlichkeit erkennbar bleibt.

Auf der Basis des Entwurfs beginnt im nächsten Jahr die Realisierungsplanung. Die Bauausführung wird sich hauptsächlich im Jahr 2021 und 2022 abspielen. Mit der Fertigstellung der Fassade ist 2023 zu rechnen, melden die Stadtbehörden. Bis zum 15. Januar werden die Lösungsvorschläge, die es in die Endrunde schafften, noch im Rathausfoyer auf großen Infoplakaten gezeigt.

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