Eisenbahn-Museumsempfang

Manuel Pestalozzi
3. März 2020
Zu Ehren der Dampflok-Ära türmen sich Backsteinmassen und schaffen eine Landmarke. (Foto: Stefan Müller)

Die Dampflok-Ära für nachfolgende Generationen zu erhalten und ihre Bedeutung für die Entwicklung der Gesellschaft und Wirtschaft in Deutschland zu präsentieren – das ist das Ziel des 1977 gegründeten Eisenbahnmuseums Bochum. Nun hat es auch ein passendes Empfangsgebäude von Max Dudler.

Das Museum befindet sich auf dem Gelände des von 1916 bis 1918 erbauten und 1969 stillgelegten Bahnbetriebswerkes in Dahlhausen. Mittelpunkt ist der 14-ständige Lokomotivschuppen mit 20-Meter-Drehscheibe, Wasserturm, Werkstätten und Lokomotivbehandlungsanlagen wie Bekohlungsanlage, Wasserkran und Sandturm. Das am 29. Februar 2020 eingeweihte Empfangsgebäude von Max Dudler ist das Resultat eines Wettbewerbs aus dem Jahr 2015.

Grundriss (Plan: Max Dudler)
Längsschnitt (Plan: Max Dudler)

Der eingeschossige Ziegelbau mit der turmartig emporragenden Eingangsfront will sich als skulpturaler Körper in das Areal einfügen und gleichzeitig eine weit herum sichtbare Landmarke schaffen. Die zum Himmel offene Eingangsfront schafft einen fließenden Übergang vom vorgelagerten Museumsbahnsteig in die Welt der Exponate. Die Architekten denken dabei an eine Dynamik, die den Schwung der umgebenden Gleisanlagen nachzeichnet. Die Präsenz der Architektur stärken sie dabei durch die Einheitlichkeit des Materials. Beton, Stahl und Klinker als die typischen Materialien historischer Industriearchitektur lassen sich als Echo der alten Eisenbahngebäude und des von Schwerindustrie geprägten Ruhrgebiets verstehen, als eine Fortschreibung der Tradition in zeitgenössischer Architektur.

Der Turm bildet ein kleines Eingangsatrium. Hinter ihm erstreckt sich eine Galerie mit Ausstellungsstücken. (Fotos: Stefan Müller)
Das neue Bauwerk dürfte innert Kürze eine angenehme Patina aufweisen. (Foto: Stefan Müller)

Im langgestreckten Raum hinter dem Eingang werden die ersten Ausstellungsstücke des Museums präsentiert, inmitten roher Sichtbetonwände und einer offen verlegten Technik, die den linearen Raumfluss betont. Eigens für den Raum entworfenen Möbel aus Eichenholz vermitteln eine warme Note. Sie wollen auf die Materialität alter Bahnschwellen verweisen.

Situation (Plan: Max Dudler)
Bauherr/Bauherrenvertretung
Stadt Bochum
Nutzer
Stiftung Eisenbahnmuseum Bochum
Bauvolumen*
NF 526,85 m² BRI 4.170 m³
Architekt
Max Dudler, Berlin
Projektleitung
Simone Boldrin, Roberto Aruta
Mitarbeit
Kilian Teckemeier, Katharina Laekamp, Guido Porta
Bauleitung
Vervoorts & Schindler Architekten BDA
Tragwerksplaner
ZPP Ingenieure AG, Bochum

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