Auf gute Gemeinschaft

 Katinka Corts
27. November 2018
In der ehemaligen Bochumer Eisenhütte Heintzmann entsteht die KoFabrik (Bild: Tina Bergs / KoFabrik)
In Bochum nimmt ein neues Projekt der „Montag Stiftung Urbane Räume“ Form an: Die Eisenhütte wird zur „KoFabrik“, in der die chancengerechte Stadtteilentwicklung vorangetrieben werden soll.
Glücklicherweise wird immer mehr Menschen klar, dass das Leben zwischen Wohnung, Tiefgarage, Auto und Büro nicht alles ist. Doch um Gemeinschaft fördern und leben zu können, braucht man jene öffentlichen Räume, die bei Neubau- und Sanierungsprojekten nicht selten Investoreninteressen weichen müssen. Die Montag Stiftung Urbane Räume – nur eine von momentan insgesamt fünf Einzelstiftungen – arbeitet in Bochum gemeinsam mit der Stadt daran, einen Ort für nachbarschaftliche Begegnung, kooperatives Arbeiten und urbane Produktion aufzubauen. Als Projektgesellschaft „Urbane Nachbarschaft Imbuschplatz gGmbH” übernahm die Stiftung die ehemalige Bochumer Eisenhütte Heintzmann in Erbpacht. Auf den rund 2’000m2 Fläche werden Werk- und Produktionsstätten sowie Büros und Ateliers entstehen. Natürlich darf auch ein Café nicht fehlen und natürlich heißt es „KoCafé“.

Noch bis Ende Dezember kann man sein Interesse an den neuen Atelier- und Büroflächen, die ab Mai 2019 bezugsbereit sind, online bekunden. Gesucht werden laut Projektwebsite insbesondere junge Gründerinnen und Gründer, die sich als Pioniere nicht nur für ihre unternehmerischen Ideen, sondern mit ihren fachlichen Stärken auch ehrenamtlich für das Quartier engagieren.
Das 1899 errichtete Verwaltungsgebäude der Bochumer Eisenhütte Heintzmann steht seit 1999 unter Denkmalschutz (Bild: Cschirp [GFDL or CC-BY-SA-3.0])
Die 2005 gegründete Stiftung finanziert ihre Tätigkeit aus den Mitteln der Carl Richard Montag Förderstiftung, die das Vermögen des Stifters Carl Richard Montag verwaltet. Montag selbst ist ein deutscher Architekt und Ingenieur, der eigentlich aus einer Handwerkerfamilie stammt, zeitlebens aber besonders als Bauherr, Generalplaner und Projektsteuerer tätig war. Mit dem Programm „Initialkapital für eine chancengerechte Stadtteilentwicklung“ versucht die Stiftung laut eigenen Angaben, „mit einer Investition in eine Immobilie unternehmerisches Handeln und gemeinwohlorientierte Stadtteilentwicklung zu verbinden“. Bereits erprobt wird dieses Konzept beispielsweise in der Krefelder Samtweberei, die 2018 ihren dritten Geburtstag feiern darf.

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