Von Nara nach Katar

Ulf Meyer
5. März 2019
Jahrhunderthalle in Nara (Bild: Hisao Suzuki)

Die Hyatt-Stiftung aus Chicago vergibt den mit 100'000 Dollar dotierten Preis damit an einen Entwerfer, der seit den 1960er-Jahren mit seinen Werken und mehr noch mit seinen Schriften den Diskurs der Baukunst im pritzker-preis-verwöhnten Japan steuert. 

Isozaki hatte bei Kenzo Tange in an der Universität Tokyo studiert, sich aber bald und nachhaltig von seinem Meister und Übervater freigeschwommen und mit mehreren öffentlichen Gebäuden in seiner Heimatstadt Oita reüssiert. Vom Metabolismus über den Ruinen-Kult in den 1980er-Jahren bis in die grelle Postmoderne führte sein Werk auch durch die Kontinente: In Kalifornien (MOCA Los Angeles) und Florida (Disney-Gebäude) hat Isozaki ebenso prominente Gebäude hinterlassen wie in Berlin (IBA-Bauten und Bank am Potsdamer Platz) und Barcelona (Palau Sant Jordi). Zum Spätwerk gehören das Kongresszentrum in Katar und der Allianz-Turm in Mailand. Eines der beeindruckendsten Werke bleibt jedoch die Jahrhunderthalle, die Isozaki 1998 in der ehemaligen Hauptstadt Japans, Nara, fertiggestellt hat. Die elegant geschwungenen schindel-verkleideten Wände schmiegen sich in ihr Grundstück wie ein Passstück. Als 8. Japaner wird Isozaki den 46. Preis in Frankreich verliehen bekommen.

Anmerkung der Redaktion: Unser Kollege John Hill hat sich in die Archive begeben und im Beitrag "The Other Isozaki" frühere Projekte des Architekten dokumentiert.

Palau Sant Jordi, 1983-1990, Barcelona (Bild: Hisao Suzuki)
AllianzTower, 2003-2014, Mailand (Bild: Alessandra Chemollo)
Qatar National Convention Center, 2004-2011, Doha (Bild: Hisao Suzuki)
Arata Isozaki (Bild: Hisao Suzuki)

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