Die Ruhe der Stadt

Katinka Corts
22. April 2020
Checkpoint Charlie (Foto: KOY + WINKEL)

Thomas Koy und Marc Winkel-Blackmore arbeiten als Architekturfotografen. Normalerweise sind sie viel auf Reisen für ihre Projekte, nun leben auch sie mit dem Stillstand. Mittlerweile sehen sie in ihm die Chance, die eigene Stadt mal mit anderen Augen zu sehen.

Berlin kennt man nicht so, eigentlich pulsiert die Stadt immer: Zu den mehr als 3.7 Millionen Einwohnern kommen jährlich um die 13 Millionen Touristen, die das Stadtbild bevölkern. In den letzten Wochen hingegen sah die Stadt, wie so viele Städte auf den meisten Kontinenten, eher verlassen aus. Eine Chance, finden die Architekturfotografen Thomas Koy und Marc Winkel-Blackmore, und besuchen jene Orte, die üblicherweise eigentlich nie menschenleer sind.

Vorplatz des Flughafens Tegel (Foto: KOY + WINKEL)
Flughafen Tegel (Foto: KOY + WINKEL)

„Nach dem ersten Schock und der vielen Zeit Zuhause entwickelte sich ein neuer Alltag. Alle waren versorgt, die Zeit in der eigenen Wohnung wurde zäh und die Unausweichlichkeit der Lage wurde uns bewusst“, sagt Thomas Koy. „Unsere Möglichkeiten, damit umzugehen, wurden uns nach der ersten Woche klar: Wir können fotografieren – dann also Berlin im Stillstand festhalten!“ Fast kontemplativ sei die Stimmung nun, wenn nicht die leeren Restaurants und Geschäfte sofort daran erinnern würden, daß daran gar nichts gut ist. Die Stadt zeigt sich „grafisch und gnädig“, formulieren es die Fotografen. „Endlich können wir Orte wie Checkpoint Charlie und Berlin Tegel mal leer fotografieren.“ Ohne den öffentlichen Verkehr und menschenlos zeigt sich die Struktur der Orte, das Gefüge von Bauten und Plätzen wird besser erkennbar. Eine Auswahl ihrer Bilder ist auf der Website unter dem Projekttitel „Silent City“ zu sehen.

Der Berliner Dom vom Lustgarten aus gesehen (Foto: KOY + WINKEL)
(Foto: KOY + WINKEL)

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