Der Kunst verpflichtet

Katinka Corts
10. Juli 2019
Große Halle im Erdgeschoss der Villa Simon (Tiergartenstraße 15a), ca. 1910 (Foto: © Staatliche Museen zu Berlin / Zentralarchiv)

Mit der Eröffnung der James-Simon-Galerie erhalten nicht nur die Ausstellungshäuser der Berliner Museumsinsel einen zentralen Eingang, zugleich gelangt auch einer der bedeutendsten Kunstmäzene der Stadt wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung.

Ohne James Simon könnte die Gemäldegalerie Mantegnas Madonna mit dem schlafenden Kind nicht zeigen, das Neue Museum hätte keine Nofretete. Simon, dessen Name in den letzten Jahrzehnten außerhalb von Fachkreisen relativ unbekannt war, hatte zu Zeiten Kaiser Wilhelm II zahlreiche Kunst- und Kulturschätze aus seiner Privatsammlung an die Berliner Museen übergeben. 

Als Erbe eines florierenden Baumwollgroßhandels, den er auch erfolgreich weiterführte, lebte er in Berlin-Tiergarten. Seine Villa glich einem Palast für die Kunst und es gibt Fotografien, auf denen die Nofretete noch den Simon'schen Kaminsims ziert – Simon hatte die Grabungen in Ägypten finanziert. Bei seinen Kaufentscheidungen ließ sich Simon unter anderem vom damaligen Museumsdirektor Wilhelm Bode beraten, Dokumente dazu, wie Einkaufslisten und spätere Schenkungslisten, bewahrt das Archiv bis heute auf. Dies als kurze Information zur Person James Simon, zur James-Simon-Galerie selbst hat Ulf Meyer einen Beitrag verfasst.

James Simon war Unternehmer, unterstützte als Mäzen die Berliner Museen, leitete die Deutsche Orient-Gesellschaft und finanzierte wohltätige Einrichtungen. Porträt um ca. 1901 (Foto: © Privat)

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