Digitales Medienhaus für Berlin

Manuel Pestalozzi
19. März 2020
Der eine Sieger beim Wettbewerb um das Digitale Medienhaus ist das Architekturbüro Henn GmbH aus Berlin. (Visualisierung: rbb/Henn GmbH)

In einem Wettbewerb wurde nach einem Digitalen Medienhaus für den Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) gesucht. Nun hat das Preisgericht entschieden: Zwei Büro siegten, ein drittes wurde Zweiter. Mit allen geht der rbb jetzt in Verhandlungen.

In den bestehenden Gebäuden auf dem Gelände des rbb an der Masurenallee in Berlin spiegelt sich deutsche Rundfunkgeschichte wider. Sie begann in den 1920er-Jahren, die Gründungszeit wird repräsentiert durch das Haus des Rundfunks, den Klinkerbau von Hans Poelzig. In den 1960er-Jahren wurde das Areal mit den Neubauten für den damaligen Sender Freies Berlin (SFB), dem 18-geschossigen Fernsehzentrum von Architekt Robert Tepez und den drei massiven Backstein-Würfeln am Kaiserdamm mit den Fernsehstudios ergänzt.

Das Digitale Medienhaus soll als östliche Verlängerung des Fernsehzentrums am Kaiserdamm die nächste Zeitenwende in der elektronischen Masseninformationsvermittlung repräsentieren. Es hat auf 20.000 Quadratmetern zeitgemäße Arbeitsplätze zu bieten, die den Bedürfnissen und Anforderungen der Mitarbeitenden ebenso entsprechen wie denen der modernen Medienwelt. Es muss zudem „agile Arbeits- und Produktionsprozesse“ unter einem Dach ermöglichen. 

Von den beteiligten Entwurfsteams erwartete man Wettbewerbsbeiträge sowohl zum Digitalen Medienhaus (Realisierungsteil) sowie Ideen für den gesamten Berliner rbb-Standort als Campus (Ideenteil). Den Realisierungswettbewerb für das Digitale Medienhaus haben nun die Architekturbüros Henn GmbH, Berlin, und Steimle Architekten GmbH, Stuttgart, gewonnen. Einen zweiten Preis erhielt Baumschlager Eberle Architekten, Berlin. Juryvorsitzende Prof. Christiane Thalgott äußerte sich zu den Qualitäten der Siegerprojekte wie folgt: „Die Transparenz in der Innen- wie Außenwahrnehmung beim Entwurf Henn ist ausgesprochen hoch und entspricht dem Zielbild eines offenen Medienhauses für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für das Publikum. Überzeugend ist die klare strukturelle Gliederung des Gebäudes in eine digitale Produktebene, eine Kommunikationsebene und darunter liegende infrastrukturelle Funktionsräume. Die Arbeit von Steimle erhält die volumetrische Situation entlang des Kaiserdamms. Ein Foyer erschließt einen großen querliegenden Bau, der sich über die ganze Länge des Grundstücks erstreckt. Zum Kaiserdamm wird ein Eingang formuliert, der mit Backstein-Lamellen eine Erinnerung an die großen Studios produziert. Zudem wird ein Verweis auf den Haupteingang am Haus des Rundfunks vorgeschlagen, der eine interessante Kontinuität der Eingänge zum rbb erzeugt.“

Bis 2024/2025 soll das neue Gebäude entstehen, der rbb rechnet mit Kosten im mittleren bis oberen zweistelligen Millionenbereich. Zur Finanzierung wird der Sender Rücklagen nutzen und Kredite aufnehmen. Alle 14 Einreichungen sollen „zeitnah“ in einer Ausstellung im rbb Fernsehzentrum der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Das andere erstrangierte Projekt von Steimle Architekten GmbH bringt Klinkerwände an den Kaiserdamm. (Visualisierung: rbb/Steimle GmbH)

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