Adorf aufwerten

Manuel Pestalozzi
30. März 2020
Adorf hat viel wertvolle Bausubstanz, welche Lebensqualität verheißt. (Foto: Clem Rutter, Rochester Kent/Wikimedia Commons

Adorf/Vogtl. in Sachsen hat seit 1990 ungefähr einen Viertel seiner Bevölkerung verloren. Mithilfe von Studierenden der TU München soll jetzt eine Leerstandsinitiative lanciert werden.

Gemäß Wikipedia hatte Adorf/Vogtl. 1971 noch 8398 Einwohnerinnen und Einwohner. Heute leben dort laut rtl.de noch deren 4900. Im Rahmen der „Demografiewerkstatt Kommunen“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) möchte man nun gegensteuern. Dazu holt sich die Stadt Hilfe von der TU München: Professor Florian Nagler, Architekt und Vorsteher einer Professur für Entwerfen und Konstruieren, wird zusammen mit seinen Studierenden für ausgewählte Leerstände und Unternutzungen in Adorf neue Nutzungskonzepte andenken.

Der Inhalt des Projektes besteht nicht darin, von den Studierenden fertige Konzepte mit Planungen und Finanzierungsvorschlägen zu erhalten, schreibt die Stadtbehörde auf ihrer Website. Es geht um Anregungen von jungen Menschen, wie sie sich die an architektonischen Reizen durchaus nicht geizende Stadt vorstellen könnten und welche Wohn- und Nutzungsmöglichkeiten für sie denkbar und zeitgemäß sind. Diese studentischen Entwürfe können künftig – so die Intention der Verantwortlichen – als Ideen- und Impulsgeber für konkrete Umsetzungsplanungen dienen.

Ab dem anstehenden Sommersemester, das normalerweise im April beginnt, werden rund 20 Studierende der TU München zusammen mit ihrem Architektur-Professor Florian Nagler ein Semester lang die ausgewählten Bauwerke vor Ort analysieren und dann Nutzungs- und Ausbauvorschläge erarbeiten. Eine erste Exkursion der Studenten, die für den April vorgesehen war, musste zum Bedauern von Adorfs Bürgermeister Rico Schmidt (SPD) aufgrund der Coronavirus-Krise verschoben werden, wie rtl.de jüngst meldete. Dennoch ist man guter Hoffnung, dass schon bald von außen konkrete architektonische Impulse in die Stadt getragen werden.

 

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