Baugemeinschaft Leonberg

Leonberg
Straßenansicht
Foto © Johannes-Maria Schlorke
Straßenansicht
Foto © Johannes-Maria Schlorke
Vorplatz mit Zugang - hinter der Glasfront der Gemeinschaftsraum
Foto © Johannes-Maria Schlorke
markante Straßenecke
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Gartenansicht
Foto © Johannes-Maria Schlorke
Fassadendetails
Foto © Johannes-Maria Schlorke
der Gemeinschaftsraum
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das rote Treppenhaus
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das blaue Treppenhaus
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das blaue Treppenhaus
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Detail Treppengeländer
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Auflaufschutz
Foto © Johannes-Maria Schlorke
Arbeitsmodell - Städtebau
Foto © Johannes-Maria Schlorke
Architekten
Manderscheid Architekten
Jahr
2017
Kosten
1 Mio. – 100 Mio.
Stockwerke
1–5 Stockwerke
Team
Mitarbeit: Silke Koch, Mareike Richter, Luise Sausgruber

Baugemeinschaft Leonberg

Von einer Leonberger Agenda 21 Gruppe, die ein Mehrgenerationenhaus bauen wollte, wurden wir um Entwürfe gebeten: In einem Baugemeinschaftshaus sollten für Eigentümer, Mieter und eine Gruppe von Menschen mit Behinderungen ganz unterschiedliche Wohnungen entstehen. Ein Gemeinschaftsraum sollte Zentrum des Hauses bilden.

In einer Studie erarbeiteten wir 2 unterschiedliche Vorschläge. Ein U-förmiges Haus, organisiert um ein großes Atrium, wurde schlussendlich zugunsten eines Z-förmigen Hauses verworfen.
Dessen gezackter Baukörper reagiert in seiner klar definierten Form auf die heterogene Umgebung.
Auf der einen Seite nimmt er mit seiner Größe und Länge die gestaltprägenden Mehrfamilienhäuser, insbesondere die östlich liegenden Nachkriegszeilen, auf. Auf der anderen Seite erlebt man ihn als Fußgänger durch seine abgeknickten Fassaden in immer wieder neuen Blickwinkeln. Aus vielen Perspektiven wirkt er durch die Verkürzung wesentlich kleiner als er ist. Dadurch nimmt er sich gegenüber den kleineren Häusern in der Umgebung zurück. Die stadträumlich wichtige Straßenecke ist räumlich besetzt.
Im Westen entstand ein schöner Vorplatz als Eingangsbereich. Die geschwungene Mauer ermöglicht den Erhalt eines charaktervollen, alten Baumes.
Der kompakte Baukörper ermöglicht einen großzügigen Gartenbereich im Osten, der sich mit dem städtischen Grünraum hinter dem benachbarten Reiterstadion vernetzt.
Diese auch von uns favorisierte Baukörperform wurde von der Stadt Leonberg durch einen vorhabensbezogenen Bebauungsplan ermöglicht.

Die schöne, rote Sandsteinmauer, die den abgebrochenen Kindergarten einrahmte, blieb erhalten. Im Bereich des Vorplatzes wurde sie in den neuen Eingangsplatz geöffnet. Der im Haus entstandene Höhensprung gibt dem zentralen Gemeinschaftsraum und dem Eingangsbereich eine angenehme Höhe von deutlich über 3m.
Über breite Treppen (und den Aufzug) erreicht man die ein halbes Geschoss höher gelegenen polygonalen Treppenräume. Deren großzügige dreieckige Treppenaugen werden je von einem Oberlicht erhellt. In ihrer roten bzw. blauen Farbgestaltung unterscheiden sich die ansonsten identisch gestalteten Treppenhäuser und bieten den Bewohnern Identifikation und Orientierung. Der Gemeinschaftsraum verbindet beide Treppenhäuser und ermöglicht viele Alltagsbegegnungen.

Die Grundrisse sind unterschiedlich nach den konkreten Bedürfnissen der Eigentümer und Bewohner gestaltet. Unter den Baukörper eingepasst liegt eine Tiefgarage und hält das Grundstück frei von Parkplätzen.

Gemeinschaftsraum und Treppenhäuser sind mit einem sandfarbenen Putz geschlämmt, der Rohbau bleibt spürbar. Im Gemeinschaftsraum sorgen gegenläufig geschuppt angeordnete Heraklithplatten für die gewünschte Raumakustik, und das geölte Parkett schafft eine angenehme Atmosphäre. Über die großzügigen Verglasungen öffnet sich der Gemeinschaftsraum gleichzeitig zum Vorplatz und in den angrenzenden Garten.

Der Baukörper, aus hochwärmedämmenden Ziegeln gemauert, ist mit einem mit Ziegelsplitt gefärbten Kalk verputzt. Die Fassade ist mit Streifen aus Kellenwurf in Höhe der Geschossdecken gegliedert. Diese dunklen Putzstreifen nehmen die grauen, vorstehenden Rollladenkästen auf und binden sie in die Gesamtgestaltung ein. Die dunkler gestalteten Rückwände der Loggien und Dachterrassen machen erlebbar, wie ihr Raum aus dem Gesamtvolumen herausgeschnitten ist.

Die geschosshohen Fenster in einem normalen und einem schmäleren Hochformat sind frei in die Fassade gesetzt und ermöglichen eine individuelle Belichtung der unterschiedlichen Grundrisse.
Die Balkon- und Fenstergitter spielen mit unregelmäßig angeordneten Knicken. Aus diesem Muster hat die Grafikerin die Gestaltung des Auflaufschutzes auf den Glasflächen im Eingangsbereich abgeleitet.

Energetisch wird das Haus durch ein gasbetriebenes Blockheizkraftheizwerk abgerundet und erreicht das KFW 70-Niveau. Der Strom wird über ein entsprechendes Organisationsmodell den Bewohnern günstig angeboten.

Dazugehörige Projekte

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    STEINHOFF / HAEHNEL ARCHITEKTEN
  • Mehrfamilienhaus Parvenda
    Ritter Schumacher AG
  • Bharoochi Estate
    Elphick Proome Architects
  • Miss Sargfabrik
    BKK-3
  • Wohnen am Rosenpark
    léonwohlhage

Magazin

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