Ampelphase 8 im Vitra Showroom Frankfurt am Main

Auf Rot geht's los!

28. August 2017
Die «Ampelphase 8» im Showroom von Vitra in Frankfurt am Main zeigt bis zum 13. September 2017 wieder sechs Installationen deutscher Architekturbüros, diesmal zum Motto «Same same, but different». (Bild: Holger Peters / Vitra)
In der mittlerweile achten Edition ist vergangene Woche die Ampelphase im Vitra Showroom Frankfurt am Main gestartet. Unter dem Motto «Same same, but different» will die Ausstellung diesmal auf das Thema «Heimat» eingehen.
Spätestens seitdem sich die Macher des deutschen Pavillons auf der vergangenen Architektur-Biennale 2016 in Venedig der «Heimat» intensiv widmeten, ist der zumindest in Deutschland bisher eher negativ besetzte Begriff wieder salonfähig geworden. «Making Heimat» nannten die Kuratoren (allesamt aus dem Frankfurter DAM) ihre Intervention, die kreativ und baulich ganz handfest hinterfragt hat, was einen Ort zur Heimat macht. Insofern ist die diesjährige, achte Edition der Ausstellungsreihe «Ampelphase» im Frankfurter Vitra-Showroom durchaus in einem weiterführenden Kontext zu sehen: «Same same, but different» lautet übergreifende deren Motto, mit dem sechs geladene Architekturbüros ihre künstlerischen Statements zum Thema «Heimat» inszenieren sollten.

Zur Verfügung für ihre Installation steht – Ampelphasen-üblich – jedem Büro eines der sechs Schaufenster, das die rund 40.000 pro Tag daran vorbeifahrenden Autofahrer vor allem dann sehen, wenn die Ampel davor alle zwei Minuten auf Rot schaltet. Zu entdecken gibt es während dieser Wartezeit einiges. Die Büros begeben sich auf die Suche nach Orten, Menschen und Dingen, die ihnen viel bedeuten. Während die Welt zu einem globalen Dorf wird, erforschen sie die Spannungsfelder zwischen Vertrautheit, Fremdheit, Nähe und Ferne in diesem Kontext. Denn eigentümlich an unserer Zeit ist, dass Menschen zwar zu digitalen Nomaden auf dem Globus werden, ihre Werte, Haltungen und Lebensweisen jedoch am Ort verhaftet bleiben. Das ist kein Zufall, sondern der menschlichen Psyche geschuldet: In einer Welt, die keine Grenzen mehr kennt, sucht der Mensch umso mehr nach einer vertrauten Heimat, die ihm Halt gibt.

Die Architekten reagieren darauf mit einer entwurzelten Wurzel als Schmuckstück in einer Schatulle (Rossmann + Partner Architekten, Karlsruhe), mit einem verspiegelten Raum, der die für uns wichtigen Orte symbolisiert (msm meyer schmitz-morkramer, Frankfurt am Main), mit einer Stuhlmauer, die das Spannungsfeld von Inklusion und Exklusion veranschaulicht (RitterBauer Architekten, Aschaffenburg), mit einem Bildraum, in dem Besucher Teil eines großen Bildes werden (BilleBeyeScheid Architekten, Frankfurt am Main) und mit filmischen Statements in einem schwarz gerahmten Raum, der von roten Seilen durchschnitten werden (Obermeyer Planen + Bauen, München). Von draußen per Smartphone bedienbar ist der Heimatgenerator, eine interaktive Einladung von Atelier Markgraph (Frankfurt am Main), in Heimatstereotypen zu schwelgen und zugleich über die Herkunft der eigenen Heimatvorstellungen zu reflektieren.

Die Ampelphase 8 ist noch bis 13. September 2017 in der Gutleutstraße an der Ampel zur Baseler Straße und im dazugehörigen Showroom von Vitra zu sehen.
 
Eine Auswahl der Installationen: Das Atelier Markgraph sucht per «Heimatgenerator» interaktiv nach der Heimat der Besucher. (Bild: Holger Peters / Vitra)
Rossman + Partner Architekten zeigen eine entwurzelte Wurzel in einer Schmuckschatulle. (Bild: Holger Peters / Vitra)
RitterBauerArchitekten verwenden «All Plastic Chairs» von Jasper Morrison für Vitra für ihre Stuhlmauer. (Bild: Holger Peters / Vitra)

Verwandte Artikel

Featured Project

ADEPT

Cortex Park

Andere Artikel in dieser Kategorie