Si-M – Der Simulierte Mensch

Berlin
Visualisierung © Architect: HDR Germany | Image: Imagina Visual Collaboration
Visualisierung © Architect: HDR Germany | Image: Imagina Visual Collaboration
Architekten
HDR Germany
Standort
Berlin
Jahr
2023
Bauherrschaft
Technische Universität Berlin, Charité – Universitätsmedizin Berlin
Wettbewerb
1. Platz/Realisierung

Der Forschungsneubau ist ein gemeinsames Projekt der Charité–Universitätsmedizin Berlin und der Technischen Universität Berlin und ermöglicht beiden Institutionen translationale Forschung unter einem Dach.

Der städtebauliche Ansatz zeigt eine zukunftsorientierte Lösung für die stufenweise Entwicklung und Nachverdichtung des Campus Biomedizin auf. Die bereits vorhandenen Institute und die heterogene, teils historische Bausubstanz werden durch maßstäblich angemessene Bausteine mit einer differenzierten Höhenentwicklung ergänzt. Dies schafft ein homogenes und identifikationsstiftendes Gesamtquartier mit individuell ausgestalteten, anspruchsvollen Einzelbausteinen. Das Si-M besetzt dabei eine präsente und gut ablesbare Position an der nordöstlichen Arealgrenze.

Der Gebäudeentwurf des SIM versteht sich in Analogie zu seinem Forschungsinhalt als lebendiger Organismus: Technologieplattformen als miteinander vernetzte Zellen und Begegnungsbereiche als Zellkerne sowie die Fassade als schützendes Gewebe bilden die Bestandteile.
Das Gebäude ermöglicht mit einer quadratischen Grundform kompakte und übersichtliche Grundrisse mit kurzen Wegen. Kontrastierend zu der klaren Außenkontur entwickelt sich im Gebäudeinneren eine frei modellierte, verbindende und Ebenen übergreifende Mitte. Im Zentrum des offen und transparent gestalteten Erdgeschosses befindet sich das Theatron, ein mit Sitzstufen abgesenkter multifunktionaler und kommunikativer Raum, der aus dem nach oben offenen Luftraum belichtet wird. Flankiert wird der Raum von weiteren öffentlichen Räumen, wie den Besprechungs- und Büroflächen, kleineren Ausstellungsbereichen und der Cafeteria, die auch den davorliegenden Campusplatz belebt.

Über eine geschwungene Freitreppe rund um das Theatron gelangen Mitarbeiter und Besucher in die Obergeschosse. Sie beherbergen jeweils einen der drei Forschungsschwerpunkte und ermöglichen eine Vielzahl an Ebenen übergreifender Kommunikation. Sie sind dazu über den Luftraum rund um die zentrale Mitte des Gebäudes miteinander verbunden. Die Treppen rotieren um die Technologieplattformen und schließen weitere Begegnungs- und Kommunikationsangebote wie Sitzbereiche, kleinere Arbeitsplätze, die transparent abgetrennten Seminarräume sowie Präsentationsflächen an. Große Öffnungen in der Fassade spiegeln die innere Struktur und ermöglichen Ein- und Ausblicke.

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