Kraftwerk Mitte

Dresden
Neu- und Altbau
Foto © ralf buscher
Foyer in der historischen Maschinenhalle
Foto © ralf buscher
Theatersaal der "Jungen Generation"
Foto © ralf buscher
Der grosse Saal der Staatsoperette
Foto © ralf buscher
Theaterwerkstatt
Foto © PFP
Sächsischer Staatspreis 2017
Architekten
pfp architekten hamburg / Prof. Jörg Friedrich
Adresse
Wettiner Platz 1, 01067, Dresden
Jahr
2016

Architekten:
PFP Architekten Jarrestrasse 55 22303 Hamburg

Bauherr
Land Sachsen, über:
KID Kommunale Immobilien Dresden GmbH & Co. KG

Generalübernehmer
Ed. Züblin AG (Niederlassung Jena)

Am Wettiner Platz ist in 900m Luftlinie vom bekannten Zwinger ein lebendiger urbaner Kulturraum, als dessen zentraler großer Baustein der Theaterneubau errichtet und Mitte Dezember 2016 eröffnet worden. Benachbarte bereits fertig sanierten Altbauten werden von öffentlich geförderte Trägern wie der Musikhochschule, dem Schütz-Konservatorium oder der Stiftung Weiterdenken genutzt.

Städtebaulich und stadträumlich wurde die zentrale denkmalgeschützte Maschinenhalle in das Konzept integriert, die vorgelagerte Theatergasse kann und soll als Ouvertüre zum neuen Haus mit bespielt werden können.

Der an den historischen Bestand angelagerte Neubau setzt sich aus einem relativ geschlossen gehaltenen Sockelbauwerk mit aufgesetzten, im Breite wie Höhe differenzierten Volumen, den beiden mächtigen Bühnentürmen und dem gläsernen Probeturm, zusammen. Es wird der räumlich enge Kontext des ehemaligen Industrieareals fortgeschrieben und dazu eine neue markante, gut sichtbare und maßstabsgebende Stadtsilhouette geschaffen.

Die alten Klinkerfassaden werden mit den modernen Fassadenmaterialien Cortenstahlblech und weißem Profilglas in bewusste spannungsvolle Beziehung gesetzt, während die beiden verklinkerten Bühnentürme Einheit und Kontinuität in der Materialität und Gestaltung schaffen.

Der neue Theaterstandort umfasst vier Spielstätten: die Staatsoperette mit 700 Plätzen, das Kinder- und Jugendtheater TJG mit 350 Plätzen, die Puppenbühne und die Studiobühne (Black Box) mit jeweils 125 Plätzen. Sowie die separate kleine Theaterakademie für Kinder- und Jugendgruppen.

Vorgelagert sind die Publikums- und Besucherbereiche, also die Foyerflächen, der „Besuchertisch“ für Matineen und Empfänge, die Garderoben, die Kassen und die Gastronomie.

Im rückwärtigen, funktional eindeutig getrennten Backstage-Bereich befinden sich die Hinter- und Seitenbühnen, die Probebühne, der Orchester- und Chorproberaum, der Ballettsaal, die Kantine sowie all die unverzichtbaren vielen spezifischen Theaterfunktionen (Stimmräume, Masken, Umkleiden, Schneidereien, Präsenzwerkstätten, Lager, Anlieferung).
Eine eigene Welt für 1300 Zuschauer und 400 Mitarbeiter.

Neu und überregional beachtet an diesem Theaterbau wird, dass zwei verschiedene Theater, beides beliebte traditionelle Kulturstätten in Dresden, hier nun in einem gemeinsamen Haus zusammen finden und somit am Ort der ehemaligen Energieerzeugung neue kulturelle Synergien entwickeln werden.

Für die Intendanz und Verwaltung beider Theater wurde dazu ein direkt benachbartes denkmalgeschütztes Stadthaus aus dem 19. Jahrhundert umfassend saniert und modernisiert. Auch hier haben die Architekten den Kontrast und die Einheit von Alt und Neu bewusst gesucht und herausgearbeitet.

Als dritter Baustein wurde in Dresden-Cotta ein modernes Werkstattgebäude errichtet. Dieses für beide Häuser gemeinsam, so dass auch hier die Synergieeffekte genutzt werden können.

Das Theaterprojekt wurde unter Einhaltung des Termin- und Kostenrahmens abgeschlossen und am 16.12.16 feierlich eröffnet.

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