Bibliothek der Hochschule für Technik und Wirtschaft

Dresden
Architekten
HerbstKunkler Architekten
Adresse
Andreas-Schubert-Straße 8, 01069 Dresden
Jahr
2007

Durch die neue Bibliothek sollte die "geistige Mitte der HTW" mit baulichen Mitteln zum integrativen Bestandteil des Hochschulstandortes ausformuliert werden. Diesem Ansatz folgend setzt der Neubau indirekter Beziehung zu den bestehenden Gebäuden die raumbildende Orthogonalität auf dem Hochschulareal fort.
Die Fassaden folgen der Typologie des Bücherregals und der darin enthaltenen Bücher. Entsprechend ergibt sich eine Fassadengestaltung, inder die stehenden Öffnungen zu einem disziplinierten Spiel variiert werden. Tiefe Fensteröffnungen mit innenbündigen Eichenholzfenstern erzeugen eine umlaufend stark profilierte Außenfassade mit großformatigen, grünbräunlichen Betonelementen. Die Oberflächen der Betonelemente wurden von Hand gesandstrahlt und hydrophobiert. Die Atriumfassaden erhielten, im Kontrast zur profilierten Außenfassade, außenbündige Fenster in einer hell gestrichenen, flächigen Putzfassade.
Alle Materialien wurden im Ausbau möglichst authentisch verwendet. Im Erdgeschoss wurde ein anthrazitfarbener Asphaltbelag und für alle Einrichtungsgegenstände eine rote Oberflächenbeschichtung gewählt. Dagegen ist in den Buch- und Lesebereiche ein roter, textiler Oberbelag zum Einsatz gekommen. Die Einrichtungsgegenstände erhielten hier eine eichenholzfurnierte Oberfläche.
Das Klimakonzept nutzt physikalische Prozesse zur Regulierung des Wärmehaushaltes. Die Kaminwirkung des zentralen Atriums und die Grundrisse mit geringer Tiefe in dem kompakten Baukörper unterstützen die natürliche Querlüftung auf allen Geschossen. Tief liegende Fenster - zum Teil mit transluzenten Naturstein-Glas-Verbundelementen - schützen vor Sonnenlicht und Wärmeeinstrahlung. Motorisch gesteuerte Lamellen als oberer Abschluß des Atriums folgen dem Verlauf der Sonne. Eine zentral gesteuerte Fensterlüftung zur Kühlung des gesamten Baukörpers im Sommer ersetzt die Klimaanlage. Innenliegende Wände, Decken und Fußböden sind ungedämmt hergestellt worden und somit in der Lage, Temperaturen schnell und über lange Zeiträume zu speichern. Im unmittelbaren Zusammenwirken mit allen anderen Elementen des Klimakonzeptes wurde in den Geschossdecken ein System der Betonkernaktivierung integriert. Auf diese Weise wird ein konstantes Temperaturverhalten, Nachhaltigkeit und Energieffizienz erreicht.

Auszeichnungen
Architekturpreis des BDA Sachsen 2007
Auswahl für da! Architektur in und aus Berlin 2007

Wettbewerb
1. Preis 2002

Planungs- und bauzeit
2002 - 2007

Bauvolumen
3.900 m² BGF

Leistung
Lph 2-8 HOAI

Auftraggeber
Freistaat Sachsen, StB Dresden II

Team
A. Berresheim, A. Folgmann, R. Herbst, G. Karschner, A. Kunkler, S. Saure

Fotos
Lothar Sprenger

Dazugehörige Projekte

  • Bærum Cultural Center
    Snøhetta
  • Museum of Inuit Art
    gh3
  • Russell Hill Road
    gh3
  • House 60
    gh3
  • CCTV Television Station and Headquarters
    OMA - Office for Metropolitan Architecture

Magazin

Andere Projekte von HerbstKunkler Architekten

Oberstufenzentrum Bautechnik II / Holztechnik
Berlin-Weißensee
Erweiterung Stadtverwaltung
Weimar
Winzerhaus, Umbau und Sanierung
Kanzem an der Saar
Humboldt-Forum
Berlin
Technikum der Hochschule für Technik und Wirtschaft
Saarbrücken
Place de la Résistance - 4 Pavillons
Esch-sur-Alzette, Luxembourg