Wickelwunder

 Martina Metzner
2. Januar 2019
Nach den Prinzipien der Bionik gewickelt: die selbstragenden Konstruktionen aus Faserverbundmaterial von FibR. (Bild: FibR)
Die nach bionischen Prinzipien gewickelten Pavillons aus der Schmiede von Achim Menges werden durch FibR nun am Markt angeboten.
Die Natur ist für uns Menschen in vielen Lebensbereichen Vorbild. Schon Leonardo da Vinci beobachtete die Vogelwelt und ließ sich bei seiner Entwicklung einer Flughilfe davon inspirieren. In der Bionik geht es darum, systematische Lösungen anhand natürlicher Phänomene zu entwickeln. Herausragende Beispiele dafür sind die durch Roboter gefertigten Pavillons des Instituts für Computational Design and Construction (ICD) und dem Institut für Tragkonstruktionen und konstruktives Entwerfen (ITKE) der Universität in Stuttgart.
Die Materialpalette wird in unterschiedlichen Farben angeboten. (Bild: FibR)
Die Pavillons zeigen auf, wie die Prinzipien biologischer Faserstrukturen durch computerbasierte Entwurfs- und Fertigungsverfahren in die Architektur übertragen werden können. Inspiriert von den Deckflügelschalen von Käfern, besteht die innovative Konstruktion aus robotisch gewickelten Glas- und Karbonfasern. Den nächsten darf man auf der Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn bewundern. Unterstützt wird das ICD sowie das ITKE dabei von FibR. Jener Firma, die die robotischen Leichtbaukonstruktionen unter dem Stichwort „Biomimetics“ nun am Markt anbietet – für solche Pavillons, aber auch für Tragwerke und Fassaden, Messestände und Möbel. Hinter FibR stehen Namen, die vom ICD und ITKE bekannt sind: die Forscher Achim Menges, Jan Knippers und Moritz Dörstelmann.
Möbel-Prototypen in Kooperation mit Zaha Hadid Architects. (Bild: FibR)
FibR bietet dabei an, alle Projektphasen abzuwickeln, vom Konzept über die Konstruktion und Planung bis hin zur robotischen Fertigung und Installation der Faserverbundstrukturen. Sehr individuelle Designs sind möglich. Die abfallfreie additive Fertigung und lastgerechte Faserablage ist dabei in doppelter Hinsicht ressourceneffizient. Zum Einsatz kommt eine breite Materialpalette: von expressiv leuchtenden Glasfaserstrukturen über hoch leistungsfähige Carbonfasern bis zu nachhaltigen Naturfasern. Zusammen in einer Matrix mit jeweils Epoxyharz, Polyurenthan und ein Biopolymer ergeben sie das Faserverbundmaterial, das je nach den Zutaten auch flammhemmend oder witterungsbeständig sein kann. Maximale Abmessung für die robotisch gewickelten Konstruktionen sind 6 auf 2 Meter. Generell sind die Kapazitäten leicht skalierbar und können projektspezifisch auch über diese Größe angepasst werden.
Neben Naturfasern können auch Fasern aus Glas, Carbon und Basalt verwendet werden. (Bild: FibR)

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