Vom Warmduscher zum Wärmetauscher

7. Dezember 2017
Große und kleine Schwester: Joulia gibt es in zwei Varianten mit unterschiedlichen Bauhöhen und Effizienzklassen. (Bild: Joulia)
Mit der Duschrinne des Schweizer Unternehmens Joulia wird die Energie des abfließenden Warmwassers direkt zurückgewonnen. Eine gleichermaßen elegante wie ökologische Lösung.
In neu gebauten, energieeffizienten Häusern verbraucht die Warmwasseraufbereitung teilweise mehr Energie als die Heizung. Gerade das Warmduschen ist ein Energiefresser – das erhitzte Abwasser läuft einfach ab. Dies will das junge Unternehmen Joulia aus dem Schweizerischen Biel revolutionieren: Es hat eine Duschrinne entwickelt, die einen Wärmetauscher integriert und dadurch das abfließende Warmwasser direkt wieder zum Aufheizen verwendet.
Schlanke Bauform: Äußerlich merkt man die ausgeklügelte, innen liegende Technik der Duschrinne nicht an. (Bild: Joulia)
Die Technik dahinter ist denkbar einfach: Während geduscht wird, fließt das genutzte warme Duschwasser in die Rinne ab und dort über den Wärmetauscher. Das Kaltwasser, das dort durch wärmeleitende, doppelwandige Kupferrohre hinaufströmt, erwärmt sich dadurch von 10 auf 25° Celsius. Vorgewärmt kommt dieses nun in Mischbatterie, wodurch viel weniger Heißwasser beigemischt werden muss. Laut Hochrechnungen von Joulia spart es bis zu 42 % der Energie, die für die Warmwasseraufbereitung gebraucht werden würde. Die durchschnittlich eingesparte Energie bei einem Vier-Personen-Haushalt beläuft sich im Jahr auf circa 1000 kWh, was in etwa der jährlich produzierten Energie von 8 m² Photovoltaik-Paneelen entspricht.

Es gibt zwei Baureihen der Duschrinne, die in der Höhe und der Effizienz variieren: Die größere Variante verfügt über ein 5-Rohr-WRG-Modul, für das man eine Aussparung von 12 Zentimetern Tiefe benötigt. Für das kleinere Modul mit drei Rohren reicht eine Bauhöhe von 9 Zentimetern, was herkömmlichen Abläufen entspricht. Somit kann man die Joulia inline Duschrinne auch im Bestand nachrüsten. Der Clou dabei: Von außen sieht man nichts von der innenliegenden, ausgefeilten und nachhaltigen Technik, die ganz ohne Strom und bewegliche Teile auskommt. Ökologisch vorbildlich bietet der Sanitärspezialist Laufen Joulia inline in einigen bereits seiner Wannen an.
Im Boden versenkt: Duschrinne Joulia samt Wärmetauscher und Siphon. (Bild: Joulia)

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