Kraft der Kartoffel

Martina Metzner
15. April 2020
Für das Bindemittel von „PlantaGeo“ wird modifizierte Kartoffelstärke anstelle Rohöl eingesetzt. (Foto: © DAW SE)

Bei der Dispersions-Innenwandfarbe „PlantaGeo“ von Caparol wird der Rohölanteil durch modifizierte Kartoffelstärke ersetzt.

Fünf Jahre forschte man bei der DAW SE, um Kartoffelstärke in Farbprodukten einsetzen zu können. Während herkömmliche Bindemittel für Farben vollsynthetisch aus Rohöl hergestellt werden, ist es dem Caparol-Forscherteam gelungen, bei „PlantaGeo“ den Rohölanteil durch modifizierte Kartoffelstärke zu ersetzen. Die hochdeckende Innenfarbe auf Dispersions-Basis eignet sich für alle Neu- und Renovierungsanstriche. Dabei verspricht das Unternehmen, dass „PlantaGeo“ dieselben Ergebnisse erzielt wie konventionelle Caparol-Produkte. 

Stärke ist schon seit Jahrhunderten als Bindemittel bekannt, etwa für Kleber oder als Leim. Das Problem war nur: Sie ist wasserlöslich und wird nach dem Trocknen brüchig. „Die Herausforderung bestand für uns darin, die unbrauchbare Kartoffelstärke so weit zu modifizieren, dass wir sie als brauchbares Bindemittel für Innenwandfarben nutzen können“, so Laborleiter Johannes Westmeier. Caparol bezieht die Stärke aus den Abfällen der Nahrungsmittelproduktion. Bevor Kartoffeln zu Pommes frites oder Chips verarbeitet werden, werden sie geschält und gewaschen. Dabei gelangt viel Stärke ins Wasser. Diese wird von einem DAW-Lieferanten zurückgewonnen und als Ausgangsstoff für das neuartige Bindemittel verwendet. 

Seit 2010 richtet sich die DAW SE, das Unternehmen aus dem hessischen Ober-Ramstadt mit seinen neun Marken auf nachhaltige, ressourcenschonende und wohngesunde Farben, Lacke, Bautenschutz und Fassadenelemente aus. Die DAW SE hat dabei den Anspruch, von fossilen Rohstoffen wegzukommen. Mit der Produktfamilie „CapaGeo“ setzt man bereits seit 2016 auf nachwachsende Rohstoffe. So wird etwa bei „IndekoGeo“ das Bindemittel nicht mehr aus Erdöl, sondern zu 100 % aus Biogas und Bio-Naphtha gewonnen. Daneben gibt es Holzveredelungsprodukte auf Basis von Leindotter. Bereits 1985 hatte die Firma den weltweit ersten emissionsminimierten und lösemittelfreien E.L.F.-Standard für wohngesunde Putze und Farben eingeführt. 

Die stumpfmatte Dispersions-Farbe von Caparol gibt es als 12,5- und 5 Liter-Gebinde und kann in 60 Farben abgetönt werden. (Foto: © DAW SE)

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