Neubau Feuerwache Luckenwalde

Mit frischem Charme

pussert kosch architekten Luckenwalde, Germany - 2016
22. March 2017

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 Archiv «Bau der Woche»
Neubau Feuerwache Luckenwalde
2016

Dessauer Straße 112
14943 Luckenwalde

Auftragsart
1. Preis, Realisierungswettbewerb und anschließendem VOF

Bauherrschaft
Stadt Luckenwalde

Architektur
pussert kosch architekten PartGmbB BDA, Dresden
Dirk Pussert, Achim Kosch, Matthias Dalitz, Susanne Wittber

Fachplaner
atelier 8 landschaftsarchitekten, Baruth/Mark

Ausführende Firmen
Rohbau: Bau-Glotz, Niesky
Dachdecker: D+S Dachsystembau GmbH, Bautzen
Verglasung: Warnow Metall GmbH, Pölchow
Tore, RS Torsysteme: Limburg a.d.Lahn
Ziegelfassade: Wilfried Beck, Grassau
Innentüren, Fenster: Schröder GmbH, Schwerin-Mueß
Schlosser: Rehmann Metallbau GmbH, Trebbin

Bruttogeschossfläche
2.570 m²

Gebäudevolumen  
10.830 m³

Gebäudekosten
5.450.000 €, Kostengruppe 200-700

Gesamtkosten
2.800.000 €, Kostengruppe 300-400

Fotos
Dietmar Strauß, Besigheim
Eine neu gebaute Feuerwache soll auch die Jugend Luckenwaldes für den Beruf der Feuerwehrleute begeistern. Pussert Kosch Architekten wählten roten Ziegel und lange Fensterbänder; Dirk Pussert erläutert die Details.
Der rote Ziegel umhüllt alle Gebäudeteile und fasst die unterschiedlichen Nutzungen zusammen
Katinka Corts: Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?
Dirk Pussert: Während der Wettbewerbsbearbeitung hatte sich herauskristallisiert, dass das heterogene Umfeld hinter den Bahngleisen im Anschluss an einen Netzbetreiber starke Anforderungen an das Erscheinungsbild und die Wahrnehmbarkeit des Neubaus stellt. Die gegenüberliegende, meist eingeschossige Wohnbebauung und die große Brache im Nordosten ließen kaum städtebauliche Bezüge zu. Die richtige Antwort darauf war ein eigenständiges und ausdruckstarkes Gebäude. Die kräftig rote Ziegelfassade umhüllt das gesamte Haus und bindet die unterschiedlichen Nutzungsbereiche zusammen. Über die Reduzierung der Materialität auf Ziegel, Glas und Aluminium entstand ein markantes Feuerwehrgebäude.
Die runden Gebäudeecken sind ein markantes Gestaltungselement
Die verglasten Faltschiebetore gewährleisten ein Maximum an Übersicht und Transparenz
Inwiefern haben Bauherrschaft, Auftraggeber oder die späteren Nutzer den Entwurf beeinflusst?
In diesem Falle hatten wir Architekten das Glück, dass Bauherr und Nutzer an einem Strang zogen. Der Wettbewerbsentwurf wurde zu großen Teilen umgesetzt. Aufgrund von Einsparmaßnahmen wurden Teile des Raumprogramms reduziert oder fielen ganz weg. Der Entwurf wurde überarbeitet, konnte aber seine wesentlichen städtebaulichen Merkmale und seine räumliche Präsenz behalten, obwohl ein Teil der Flächen weggefallen ist. Insgesamt war die Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber und dem Nutzer äußerst konstruktiv und zufriedenstellend. Meist konnte bei geäußerten Bedenken in kurzer Zeit eine Lösung gefunden werden, mit der alle gut leben konnten. Den Vertrauensvorschuss, den man nach einem gewonnenen Wettbewerb genießt, ist für die spätere Zusammenarbeit sicher kein Nachteil. Das merkt man den fertigen Gebäuden meist an.
Sämtliche Fahrzeugstellplätze sind direkt auf die Dessauerstraße ausgerichtet, damit die Einsatzkräfte schnell ausrücken können
Welche Inspirationen liegen diesem Projekt zugrunde?
Die Feuerwehr hat in der Region mit einem Mitgliederschwund zu kämpfen. Mit dem Neubau war die Hoffnung verbunden, diesem Trend ein Ende zu setzen. Durch ein attraktives Feuerwehrgebäude mit einem der Nutzung entsprechenden expressiven Charakter sollen besonders Jugendliche animiert werden, bei der Feuerwehr mitzumachen. Durch die gewählte horizontale Fassadenteilung mit den gerundeten Ecken erscheint das Gebäude fliesend und dynamisch. Alle Öffnungen sind bündig in die Ziegelhaut integriert. Ein-, zwei- und dreigeschossige Bauteile werden über die umlaufenden Bänder zu einem homogenen Ganzen zusammengeführt.

Wie reagiert der Entwurf auf den Ort?
Bei der Bearbeitung des Entwurfs haben wir uns verstärkt mit den baulichen Besonderheiten der Stadt Luckenwalde auseinandergesetzt. Dabei sind uns der Neubau der Bibliothek am Bahnhof und insbesondere die Hutfabrik aus den 1920er-Jahren von Erich Mendelsohn aufgefallen. An beiden Beispielen ließ sich sehr gut ablesen, welchen positiven Einfluss mutige Architektur auf ihr Umfeld erzeugen kann.
Zahlreiche nutzungsspezifische Anforderungen an die Ein- und Ausfahrten, an die Fahrzeugradien, die Erreichbarkeit der Wache für die freiwilligen Kräfte und die unterschiedlichen Bereiche innerhalb des Gebäudes prägen den Entwurf. In diesem Falle war es aufgrund der Lage hinter dem Bahndamm angezeigt, sich deutlich im Stadtraum erkennbar zu machen. Der im Wettbewerb geforderte Übungsturm ist leider entfallen. Umso wichtiger war es, eine unverwechselbare Architektursprache zu entwickeln und diese konsequent umzusetzen.
Tageslichthelle Erschließung
Beeinflussten aktuelle energetische, konstruktive oder gestalterische Tendenzen das Projekt?
Es gab keine wesentlichen Einflüsse auf das Projekt. Die konstruktiven Zwänge waren gering, die im Wettbewerb gewählten Dimensionen konnten übernommen werden. Durch den mehrschaligen Fassadenaufbau und die Verwendung einer Dreifachverglasung ließen sich die hohen Anforderungen an die Energieeffizienz auch bei diesem Zweckgebäude gut erfüllen.
In der Fahrzeughalle aus Sichtbeton wurden alle technischen Einbauten sichtbar verbaut
Ein Traum in schwarz rot weiß
Lageplan
Grundriss Erdgeschoss
Eine Wand im Foyer wurde als Kletterwand ausgebildet und dient der Feuerwehr als Übungswand

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Neubau Feuerwache Luckenwalde
2016

Dessauer Straße 112
14943 Luckenwalde

Auftragsart
1. Preis, Realisierungswettbewerb und anschließendem VOF

Bauherrschaft
Stadt Luckenwalde

Architektur
pussert kosch architekten PartGmbB BDA, Dresden
Dirk Pussert, Achim Kosch, Matthias Dalitz, Susanne Wittber

Fachplaner
atelier 8 landschaftsarchitekten, Baruth/Mark

Ausführende Firmen
Rohbau: Bau-Glotz, Niesky
Dachdecker: D+S Dachsystembau GmbH, Bautzen
Verglasung: Warnow Metall GmbH, Pölchow
Tore, RS Torsysteme: Limburg a.d.Lahn
Ziegelfassade: Wilfried Beck, Grassau
Innentüren, Fenster: Schröder GmbH, Schwerin-Mueß
Schlosser: Rehmann Metallbau GmbH, Trebbin

Bruttogeschossfläche
2.570 m²

Gebäudevolumen  
10.830 m³

Gebäudekosten
5.450.000 €, Kostengruppe 200-700

Gesamtkosten
2.800.000 €, Kostengruppe 300-400

Fotos
Dietmar Strauß, Besigheim

Featured Project

Coop Himmelb(l)au

PANEUM – Wunderkammer des Brotes (House of Bread II)

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