HVB-Tower Modernisierung, München

Im Detail modernisiert

HENN 
17. May 2017
Der HVB-Tower wurde 1981 errichtet und nun modernisiert
Das Architekturbüro HENN hat kürzlich die HVB-Tower-Modernisierung in München fertiggestellt. Die modernisierte Fassade verbindet Denkmal und Nachhaltigkeit in monumentaler Größe. Joachim Grund stellt sich unseren Fragen.
Projekt: HVB-Tower Modernisierung, München | Architektur: HENN, München | Bauherr: HVZ GmbH & Co. Objekt KG | Nutzung: Bürobau| vollständige Bautafel siehe unten
Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?
Der HVB-Tower ist eine Ikone futuristischer Architektur, die seit 1981 zur Silhouette Münchens gehört. Das denkmalgeschützte Gebäude der Architekten Walther und Bea Betz wurde von HENN energetisch saniert und die Innenräume wurden komplett neu gestaltet. Die besondere Herausforderung lag darin, das äußere Erscheinungsbild nicht zu verändern und zugleich den heutigen Anforderungen an eine energieeffiziente Gebäudehülle gerecht zu werden. 
Ein Haus gleich einer abstrakten Skulptur, eine Ikone in der Stadt
Welche Inspirationen liegen diesem Projekt zugrunde?
Der HVB-Tower ist ein spektakuläres Gebäude, das durch seine Abstraktheit zeitlos ist – mit
kubischen Formen und Dreiecken, die vom Boden abgehoben sind. Die Präzision der Fassade und des Baukörpers erzeugt außen eine Erwartung, die das Bauwerk im Inneren aber nicht erfüllte und sogar noch nie erfüllt hat. Das skulpturale Erscheinungsbild des Gebäudes und der hohe gestalterische Anspruch der Gebäudehülle inspirierte die Ertüchtigung. Ziel war es, deren Anspruch und Gestaltungsprinzipien durch die neue Innenraumgestaltung auch im Gebäudeinneren erlebbar zu machen. 
Die neue Glasfassade entspricht aktuellen Energieanforderungen, ohne das Gesamtbild des Hauses zu verändern
Beeinflussten aktuelle energetische, konstruktive oder gestalterische Tendenzen das Projekt?
​Die erforderliche energetische Sanierung der ehemals einschaligen Ursprungsfassade war gleichzeitig die Grundvoraussetzung für die Realisierung eines modernen Raumklimakonzeptes. Aus Gründen der Denkmalpflege und des Nachhaltigkeitsgebotes musste hierbei das äußere Erscheinungsbild der Fassade bis ins Detail erhalten bleiben. Im Spannungsfeld zwischen energetisch-technischen Anforderungen und Wahrung des äußeren Erscheinungsbildes wurde die Neufassade entwickelt. Ein wichtiges Planungsziel war es, einen ressourcenschonenden und klimafreundlichen Frischlufteintrag mittels zu öffnenden Kippfenstern zu ermöglichen. Die Ursprungsfassade wurde durch eine nach innen aufbauende, zweischalige Elementfassade ersetzt. Während die nicht umnutzbaren Teile zum größten Teil recycelt werden konnten, wurden die Aluminium-Brüstungspaneele gesäubert und für den Aufbau der äußeren Schale wiederverwendet. Die Perforation der Elemente für die Frischluftzufuhr wurde unmerklich in die Fassade integriert. In Verbindung mit der energetischen Sanierung der Anlagentechnik ist es gelungen, ein zeitgemäßes Raumklimakonzept mit hohem Nutzerkomfort in eine scheinbar unveränderte Hülle zu implementieren. 
Fensteröffnung in der neuen Fassade
Welche speziellen Produkte oder Materialien haben zum Erfolg des vollendeten Bauwerks beigetragen?
Die neu hinzugekommene innere Schale besteht aus einem akustisch wirksamen Brüstungspaneel und einem elektromotorisch bewegten Dreh-/Kipp-Öffnungsflügel mit Isolierverglasung. Diese Technik erlaubt es den Nutzern, die inneren Öffnungsflügel individuell per Tastendruck zu kippen und zu schließen und dadurch das Wohlbefinden am Arbeitsplatz deutlich zu steigern. Die für die Frischluftzufuhr notwendige Perforation der wiederverwendeten Fassadenelemente wird aus der Ferne nicht wahrgenommen.
Eingangsbereich
Treppendetail
Inwiefern haben Bauherrschaft, Auftraggeber oder die späteren Nutzer den Entwurf beeinflusst?
Das Ziel der Bauherrschaft, einen Frischlufteintrag mittels zu öffnenden Kippfenstern zu ermöglichen, beeinflusste den Entwurf der neuen Elementfassade maßgeblich. Im Gegensatz zur Fassade befand sich das Innere des Gebäudes nicht mehr im ursprünglichen Zustand und konnte im Zuge der Sanierung völlig neugestaltet und zu einer modernen Arbeitswelt entwickelt werden. Die alten Bürogrundrisse wurden durch ein vom Bauherrn entwickeltes Smart-Working-Konzept ersetzt, das unterschiedliche Arbeits- und Kommunikationsmöglichkeiten miteinander kombiniert.   
Büro
Bürofläche
Lageplan
Schnitt
Projekt
HVB-Tower Modernisierung
Arabellastraße 12
81925 München

Bauherr
​HVZ GmbH & Co. Objekt KG

​Architektur
HENN, München
Partner: Stefan Sinnig, Norbert Schachtner, Wolfgang Wrba
Gesamtprojektleitung: Joachim Grund
Projektleitung: Bodo Boettcher, Michael Haumayr
Mitarbeiter Planung: Benedikt Cinetto, Alexandra Fraczek, Marco Gamini, Manuel Hoff, Bernd Köhler, Angelika König-Xavier, Mina Koycheva, Kathrin Lind, Susanne Paulisch, Carolin Patt, Arwed Sandner, Phillip Schlauch, Velichka Strashimirova, Janina Theissen, Shiyu Ying
Interior Design: Katrin Jacobs, Elke Dafinger, Yvonne Koll, Christine Rickeheer, Kathrin Stamm
Quantity Surveying: Manfred Sauer, Alexander Schäfer
Construction Management: Thomas Kiefel, Babak Djassemi, Michael Bürgers, Riste Dodeski, Frank Rumpf, Lena Telicsak, Brigitte Wagner

Ausführende Firmen
Elementfassade: Dobler Metallbau GmbH, Deggendorf
Pfosten-Riegel Fassade: Starmann Metallbau GmbH, Klagenfurt
Rohbauarbeiten: Probat Bau AG, Feldkirchen
Betonsanierung Parkgaragen: Süd-Hansa GmbH&Co.KG, München
Dachsanierung: Iso-Team AFF Erfurt GmbH, Erfurt
Innenausbau: Lindner AG, Arnsdorf/ Baierl & Demmelhuber Innenausbau GmbH, Töging am Inn/ Frabe Akustikbau GmbH, Reichertshausen
Schlosserarbeiten: Prebeck GmbH, Bogen/ Furth
Metallbauarbeiten: Bruno Bezijak Stahl- und Metallbau, Allershausen
Raumskulptur Eingangshalle: Arnold AG, Friedrichsdorf
Malerarbeiten: Hirsch GmbH, München/ Fritz Elchlepp GmbH, München/ Thyssen Krupp Xervon GmbH, Puchheim
Rollregalanlagen: Zambelli Metalltechnik GmbH&Co.KG, Wegscheid
Großküchentechnik: Chefs Culinar Süd gmbH&Co.KG, Zusmarshausen
Küchenvitrinen: Kälte Eckert GmbH, Markgröningen
Vereinzelungsanlagen: Kaba GmbH, Dreieich/ Boon Edam GmbH, Düsseldorf
Schließanlage: Kilian GmbH, München
RLT-/Heizung-/Kälte-/Sanitär- und Feuerlöschtechnik/Treppenhausdruckbelüftung: Caverion Deutschland GmbH, Deggendorf
Stark- und Schwachstromanlagen: Bauer Elektrounternehmen GmbH&Co.KG, Buchbach
Sprinkleranlagen: Kraftanlagen München GmbH, München
Videoüberwachung: Siemens AG, München
Medientechnik: Bauer Elektrounternehmen GmbH&Co.KG, Buchbach/ Zeiler-Technik GmbH&Co.KG, Neuötting
Gebäudefunk/ Feuerwehrfunk: Ascon Elektronik GmbH, Gräfelfing
Mess-, Steuer-, Regeltechnik: Johnson Controls Systems&Services GmbH, Unterschleißheim
Dampferzeug: Karl Lausser GmbH, Rattiszell
Brunnenanlage: ABT Wasser- und Umwelttechnik GmbH, Mindelheim
Brandschutz: BBO Scherl GmbH, Moosinning/ B&W Brandschutz GmbH, Essenbach/ Altheim
Technische Wärmedämmung: Lindner Isoliertechnik & Industrieservice GmbH, Arnsdorf
Außenanlagen: Gartenzwerge Garten- und Landschaftsbau GmbH, Unterbrunn/ Haderstorfer GmbH, Ergolding/ Schernthaner GmbH, München
Baustelleneinrichtung/ Baulogistik: Building Construction Logistics GmbH, München
Gerüstbauarbeiten: Michael Fritsch Gerüstbau GmbH, Ottobrunn
Baufeinreinigung: Sturm&Öttl Gebäudedienste GmbH&Co.KG, München

Bruttogeschossfläche
140.000 m²

Auszeichnung
LEED Platinum 2016

Fertigstellung
2016

Fotos
HG Esch
 
Projektvorschläge
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