Hochhaus an Halles Riedbeckplatz

Manuel Pestalozzi
16. março 2020
Der Riedbeckplatz besteht aus diversen Verkehrsebenen, darunter ein Kreisel. (Visualisierung: KSP Jürgen Engel Architekten)

Rund 75 Meter hoch soll er werden, der Turm am Riedbeckplatz in Halle. Sein Inhalt: ein Hotel und Büros. Den Wettbewerb konnten KSP Jürgen Engel Architekten für sich entscheiden.

Das Projekt gehört bereits zur zweiten Generation Hochhäuser am Riedbeckplatz. Einst stand hier der Galgen der Stadt. Während dem 19. Jahrhundert hieß er über Jahrzehnte Leipziger Platz, bis man ihn ab 1891 nach dem Unternehmer und Industriellen Carl Adolf Riebeck benannte. Von 1945-1991 war er als Ernst-Thälmann-Platz die Verkehrsdrehscheibe zwischen dem Hauptbahnhof und der Innenstadt und der verkehrsreichste Knotenpunkt der DDR! Ab 1965 entstanden verschiedene Verkehrsniveaus, mit der Sprengung mehrerer angrenzender Gebäude schuf man Platz für neue repräsentative Bauten, darunter das Hotel Stadt Halle, zwei 23-geschossige Hochhäuser, das Haus des Lehrers und mehrere Verwaltungsgebäude. Das historische Umfeld wurde völlig zerstört. 

Zwei der Hochhäuser der ersten Generation wurden abgerissen. 2014 fand ein Städtebauwettbewerb für den Platz statt, der Grundlagen für ein Leitbild lieferte. Nun liegt ein konkreter Hochhausentwurf vor. Er soll im Auftrag der GP Papenburg Hochbau GmbH errichtet werden und dem Riebeckplatz als Tor zur Innenstadt auch durch die Neugestaltung der Außenanlagen ein neues Gesicht geben. Im Sinne des erwähnten Städtebauwettbewerbs verspricht er ein angemessenes äußeres Erscheinungsbild auf dem so genannten grünen Hügel am Hauptbahnhof.

Die Erdgeschosszone des Projektes besteht aus schwarzgefärbtem Sichtbeton. Sie bildet gemäß einer Beschreibung in konii.de „ein erdendes Gegengewicht zum Hauptgebäude“. Letzteres setzt sich aus einen Büroriegel (1.-5. Obergeschoss) und einen Hotelturm (6.-19. Obergeschoss) zusammen. Vertikale, weiß lasierte Terrakottalisenen, die sowohl Sonnen- als auch Sichtschutz von außen bieten und zudem als Prallschutz für den das Haus umgebenden Lärm dienen, stehen im Kontrast zu den rötlich schimmernden gebürsteten Bronzeblechen der geschlossenen Fassadenbereiche. Sie betonen die vertikale Ausrichtung des Turms und verleihen ihm dadurch ein schlankes Erscheinungsbild. Der hohe Vorfertigungsgrad der elementierten Vorhangfassade ermöglicht neben hoher Qualität auch eine schnelle Montage, was dem Wunsch des Bauherrn einer zügigen Fertigstellung, voraussichtlich im Jahr 2022/23, entspricht. Durch den Verzicht auf verklebte Bauteile und Verbundbaustoffe sind alle Elemente der Fassade künftig sortenrein demontierbar.

Am linken Bildrand ist der grüne Hügel am Hauptbahnhof zu erkennen. (Visualisierung: KSP Jürgen Engel Architekten)

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