Galerie Kunstbetrieb 7

Kunst um Kunst

14. Januar 2010

Galerie Kunstbetrieb 7
2009
Alte Reithalle
Königsallee 43
71638 Ludwigsburg

Auftraggeber
CP Medien AG

Innenarchitektur
lohrmannarchitekt
Stuttgart

Projektleiter
Holger Lohrmann

Tragwerksplanung
Furche+Zimmermann
Köngen

Lichtplanung
LDE Belzner Holmes
Heidelberg

Haustechnik
IB Bensler GmbH
Stuttgart

Bruttogeschossfläche
110 m²

Fotografie
Susanne Wegner



Sind die transluzenten Kunststoffvorhänge geöffnet, ist die Galerie Teil des Gesamtraums ...

Die alte Reithalle liegt in einem Industriegebiet im Westen von Ludwigsburgs Innenstadt. Sie ist Teil eines ehemaligen Garnisonsareals, in ihr hat sich die CP Medien einquartiert, ein Finanzdienstleister im Medienbereich. Entlang der Außenwand sind im Erdgeschoss und auf der darüber liegenden Galerie Büros untergebracht; Bottega und Erhardt hatten die Halle 2000 revitalisiert und diese Galerieebene eingezogen. Das Zentrum der Halle ist inzwischen der Kunst vorbehalten. Auf einer Bühne wird regelmäßig Theater gespielt. Ihr gegenüber ist ein weißer, zweigeschossiger Kunstraum eingestellt, ein nur scheinbar schlichter Kubus. Und auch nicht immer ein weißer.

... sind sie geschlossen, ist sie ein edel schimmerndes Objekt im Raum.

Das obere Geschoss kragt leicht über das untere aus, transluzente, außen umlaufende Kunststoffbahnen umhüllen die Galerie, sie lassen sich motorbetrieben öffnen und schließen. Sind die Vorhänge geöffnet, wird der Kunstraum zum Teil des Gesamtraums, sind sie geschlossen, besetzt er ihn als eigenständiges, geschlossenes Objekt, dann herrscht im Innern konzentrierte Stimmung. Das obere Geschoss liegt höher als die Galerie der Halle, so dass die im Zentrum zur Verfügung stehende Höhe ausgenutzt werden kann.

Wegen der aus der Rechtwinkligkeit gekippten Wände wirken die Räume weiter, als es das schmale Volumen erwarten lässt.

Die Ständerkonstruktion ist weiß gestrichen, der Boden ist aus Massivholzdielen. Man betritt die Galerie und ist überrascht davon, dass das von außen so schmal wirkende Volumen im Innern deutlich geräumiger wirkt. Dank fein kalkuliert aus der Rechtwinkligkeit gekippter Wände entstehen trapezförmige Grundrisse, die sich zu den Öffnungen weiten und so den Raum größer erscheinen lassen. Dank der transluzenten Folien erhält sich diese Wirkung auch bei geschlossenen Vorhängen. Die interne Treppe wird nach oben schmaler und erzeugt so eine Dynamik, die die überraschende Raumwirkung noch steigert.

Dank LEDs und der das Licht gut leitenden Kunststofffolien scheint der ganze Körper zu leuchten.

Die zweite Überraschung stellt sich abends, oder zu den Zeiten ein, in denen die Galerie trotz ruhenden Bürobetriebs geöffnet ist. Über umlaufende, hinter den Kunststoffbahnen angeordnete LEDs kann das Licht die Farben wechseln. Die Übergänge lassen sich programmieren und können der jeweiligen Ausstellung angepasst werden. Die Kunststofffolien, eigentlich als Akustikfolie entwickelt, wurden gewählt, weil sie das Licht gut leiten: Sie bewirken, dass der ganze Kubus zu strahlen scheint – als Kunstraum im doppelten Sinne.
Christian Holl

Lage des “Kunstbetriebs 7” in der Halle
Grundriss Erdgeschoss
Grundriss Obergeschoss
Längsschnitt
Querschnitt

Galerie Kunstbetrieb 7
2009
Alte Reithalle
Königsallee 43
71638 Ludwigsburg

Auftraggeber
CP Medien AG

Innenarchitektur
lohrmannarchitekt
Stuttgart

Projektleiter
Holger Lohrmann

Tragwerksplanung
Furche+Zimmermann
Köngen

Lichtplanung
LDE Belzner Holmes
Heidelberg

Haustechnik
IB Bensler GmbH
Stuttgart

Bruttogeschossfläche
110 m²

Fotografie
Susanne Wegner



Vorgestelltes Projekt

Ogrydziak/Prillinger Architects

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