Erweiterung der Schillerbibliothek

Berlin-Mitte
Architetti
Klaus Block Architekt BDA
Sede
Berlin-Mitte
Anno
2011

Der Entwurf für die Erweiterung der Schillerbibliothek beschreibt eine funktionale, offene und einsehbare Bildungseinrichtung, die als Verbindung zwischen hartem Stadtplatz und weichem Landschaftsraum die einladende mit der repräsentativen Geste und den kontemplativen Raum mit den kommunikativen Anforderungen einer Mittelpunktbibliothek synthetisiert.

Der Entwurf generiert ein aus Neubau, definierten Außenräumen und dem denkmalgeschützten Altbau bestehendes Ensemble, das mit einer klaren zeitgenössischen Architektursprache als Mittelpunktbibliothek eine zeichenhafte Adresse mit einladender Außenwirkung besitzt, die über die Müllerstraße zum Leopoldplatz hinaus wirksam wird, dabei die städtebaulichen Binnenbezüge aufnimmt, auf einfache und unaufgeregte Weise zwischen den unterschiedlichen Teilen der Bebauung vermittelt und den BVV Saal ohne Überformung in die Bibliotheksnutzung sinnvoll integriert. Während die Erdgeschoßzone der Bibliothek sich zum Stadt- und Landschaftsraum öffnet, erscheinen die Obergeschosse nach Außen introvertiert, während sie sich nach Innen zu großzügigen, begrünten Atrien öffnen.
Durch die freigestellte Positionierung des Bibliotheksbaukörpers besteht die Möglichkeit, die Brandwände der benachbarten Wohnbebauung zu perforieren und die Hinterhöfe nach Westen in den Grünraum zu öffnen und somit einen Beitrag zur Aufwertung und hygienischen Wohnwertverbesserung im Wedding zu leisten.

Baukörper, Gebäudeorganisation und Erschließung
Der rechteckige, orthogonal zum BVV Saal -und diesen leicht einbindend- stehende Baukörper besteht aus einem eingerückten Erdgeschoß und zwei auskragenden Obergeschossen. Über den am Rathausplatz liegenden zweigeschossigen Eingangsbereich werden die Bibliothek und im ersten Obergeschoß Vortragssaal und Cafe im BVV Saal erschlossen. Akustisch vom Eingangsbereich getrennt verbindet ein Atrium die ruhigen Bereiche der Bibliothek. Im an das Atrium angrenzenden Erdgeschoßbereich liegt die Kinderbibliothek mit direktem Bezug zum Park. An der dem Eingangsbereich gegenüberliegenden Südseite befindet sich die Verwaltung und der Anlieferungsbereich mit Lastenaufzug. Im ersten Obergeschoss sind die Bereiche für die Jugendlichen und darüber die Erwachsenenbibliothek organisiert.
Ein Kern im Eingangsbereich und ein Kern im Verwaltungsbereich nehmen die notwendigen Nebenräume, Aufzüge und Fluchttreppen auf.

Decken und Stützen der Primärstruktur bestehen aus Stahlbeton. Weite Auskragungen in Querrichtung ermöglichen einen stützenfreien Raumabschluss ohne tragende Wandscheiben. Die Auskragungen in Längsrichtung an den jeweiligen Kopfenden des 2. Bauabschnittes werden über geschosshohe Träger im dritten Geschoß mit Abhängung des zweiten Geschosses realisiert. Die weite Überspannung des BVV-Saales im Bereich des Atriums im dritten Geschoss wird über Querträger im Dachbereich bewerkstelligt. Die Außenwände in den Obergeschossen sind als Doppelfassade konzipiert. Die äußere Schicht besteht aus einer ESG Verglasung als Witterungs- Schall- Temperatur- und Zugluftschutz und kann gleichzeitig als Schaufenster von und für die Bibliothek benutzt und bespielt werden. Die innere Schale besteht aus einer hoch gedämmten, beidseitig mit hellen Ahornpaneelen bekleideten Wand, die mit dreifachverglasten, teilweise zu öffnenden Fenstern unterschiedlicher Größe perforiert ist. Die Öffnungen haben unterschiedliche Brüstungshöhen, so dass die Benutzer im Sitzen und im Stehen gerichtete Ausblicke haben. Die tiefen Leibungen dienen als Sitzgelegenheit. Im Erdgeschoß wird über bodentiefe Dreifachverglasung der direkte Bezug zum Grün des Außenraumes hergestellt. Die Böden sind mit unterschiedlich farbigem Linoleum belegt, die Decken erhalten in schalltechnisch belasteten Teilbereichen Abhängungen mit HWL Platten. Die Einbauten, wie Infotresen und Raumteiler, sind analog zu den Außenwänden in hellem Ahorn gehalten. Durch die offene Primärstruktur sind nutzungsbedingte Veränderungen in der Grundrissdisposition bei sich ändernden Anforderungen ohne besonderen baulichen Aufwand einfach zu realisieren.

Architekt
Klaus Block Architekt BDA
Team: Klaus Block, Athias Berg, Olga Koch, Ingo Lerch

Tragwerk
Dr. Hermann Babilon

TGA
Planungsteam Energie und Bauen, Dr. Matthias Kloas

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