Düsseldorfs neu gestaltetes Herz

Manuel Pestalozzi
13. settembre 2022
Repräsentanten verschiedener Architekturepochen der Nachkriegszeit fassen den Gustaf-Gründgens-Platz ein. (Foto: © HGEsch)

Der Gustaf-Gründgens-Platz erhielt seinen Namen wegen dem Schauspielhaus, das 1970 eröffnet wurde und in der Nachkriegszeit vom berühmten Schauspieler und Regisseur Gustaf Gründgens, einem Sohn der Stadt, geleitet wurde. Der im Grundriss amöbenförmige Bau des Architekten Bernhard Pfau entstand auf einem Trümmergrundstück südlich der nördlich gelegenen Düssel, gegenüber des Hofgartens. Direkt neben ihm erhebt sich das 1960 fertiggestellte Dreischeibenhaus, das 94 Meter hohe Büro- und Verwaltungsgebäude von Helmut Hentrich und Hubert Petschnigg, in dem einst der Thyssen-Konzern residierte. Lange litten der Platz und seine Umgebung unter dem hohen Verkehrsaufkommen, das durch den „Tausendfüßler“ – die Hochstrasse an der westlichen Peripherie des Platzes – mit räumlicher Eindringlichkeit symbolisiert wurde.

Der Bau der Wehrhahn-Linie eröffnete die Chance, dem Platz mehr frische Luft und Serenität zu geben. Durch die neue zentrale U-Bahn-Verbindung, aber auch durch den Bau der Kö-Bogen-Tunnel, ergab sich die einmalige Chance für Düsseldorf, das Herz der Stadt neu zu gestalten. Ziel war es, bisher trennende Straßenzüge aufzuheben, um historische Verbindungen zum Hofgarten wiederherzustellen und die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu erhöhen. Dem „Tausendfüßler“ wurde der Garaus gemacht. Und in diesem Rahmen erfuhr der Gustaf-Gründgens-Platz eine Neugestaltung. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistete das angrenzende Büro- und Geschäftsgebäude Kö-Bogen II von ingenhoven associates. Es bildet nun zusammen mit dem Schauspielhaus und dem Dreischeibenhaus ein einmaliges Ensemble, in dessen Mitte sich der Platz erstreckt.

Gestalterisch zurückhaltend wurden Partien des Platzes als Skater*innen-Paradies hergerichtet. (Foto: © HGEsch)
Rasen und ruhen

Die Oberfläche am Gustaf-Gründgens-Platz wurde farblich an das bereits verlegte Kö-Bogen-Pflaster angepasst. Als Oberflächenmaterial kam ein Gussasphalt zum Einsatz. Zentraler Bestandteil des Platzes ist ein Fontänenfeld, das in die Oberfläche integriert wurde. Der 9000 Quadratmeter große Platz umfasst auch Grünflächen und Bauminseln, mit Gussasphalt soll die Skater-Szene beglückt werden. Düsseldorf Tourismus spricht von einer Zukunft des Platzes als sommerliche Freiluftbühne für bis zu 400 Zuschauer*innen.

Im August wurden die Arbeiten zum Gustaf-Gründgens-Platz final fertiggestellt. Am vergangenen Samstag folgte das große Einweihungsfest der Stadt Düsseldorf zusammen mit dem Schauspielhaus, an dem Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller und unter anderem Planungsdezernentin Cornelia Zuschke, Wilfried Schulz, Generalintendant des Schauspielhauses, Christoph Ingenhoven sowie Prof. Thomas Fenner als Freiraumplaner teilnahmen. „Mit dem Gustaf-Gründgens-Platz haben wir im Herzen Düsseldorfs einen Versammlungsort geschaffen, der alle Besucherinnen und Besucher zum Austausch, zum Verweilen oder zum Bestaunen der Wasserfontänen einlädt“, fasste  Dr. Stephan Keller Sinn und Zweck der rund rund 9 Millionen Euro teuren Intervention zusammen und meinte: „Dass der Platz regelmäßig gut besucht ist, zeigt, dass viele Menschen diese Möglichkeiten gerne wahrnehmen.“

Bei den künstlerischen Vorführungen anlässlich der Einweihung soll es nicht bleiben. Der Platz soll auch vom Schauspielhaus als Freiluftbühne dienen. (Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf/Michael Gstettenbauer)

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