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Stadt- und Seehafen Senftenberg

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Lieu
Senftenberg
Année
2013
Leistung
Realisierungswettbewerb 1. Preis I Lph 2-9 HOAI §38-39 I Brandenburgischer Baukulturpreis 2013, Sonderpreis
Größe
18ha
Auftraggeber
Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg
Projektpartner
ARGE: Stadthafen Senftenberg I bgmr Landschaftsarchitekten (ARGE-Leitung) mit ASTOC Architects & Planners / Ecosystem Saxonia F

Mit dem Bau des Stadthafen Senftenberg konnte ein regionales Schlüsselprojekt im Bereich Infrastrukturmaßnahmen für die Stärkung der Beziehung zwischen Stadt und Tagebaufolgelandschaft realisiert werden.

Mit der Prämierung des Wettbewerbsbeitrags von bgmr Landschaftsarchitekten machte sich die IBA See in ihrem letzten Projekt noch einmal auf den Weg das Verhältnis von Stadt und Landschaft in der Tagebaufolgelandschaft zu verhandeln. Das Gelingen des Projekts war nunmehr eng mit der Aufgabe verbunden die ‚Landstadt‘ zur ‚Wasserstadt‘ weiterzuentwickeln.

Die Herausforderung bestand darin den Hafen als urbane Intervention und Bindeglied zwischen Stadt- und Erholungslandschaft in der Folgelandschaft zu etablieren. Der neue Hafen hat sich nach einer Bearbeitungs- und Realisierungszeit von 4 Jahren und einjährigem Betrieb zum Anziehungspunkt in der Lausitzer Seenlandschaft entwickelt. Er wird über den Steindamm in die Stadtraumfolge Altstadt-Schlosspark-See eingebunden. Darüber hinaus ist er als Seehafen fester Bestandteil der gereiften Folgelandschaft. Die urban-maritime Atmosphäre macht diese Mittlerfunktion deutlich erfahrbar. Neben dem See und der Uferlandschaft ist der Hafen heute selbst zum Landschaftsbaustein gereift. Er übernimmt zwischen Stadt und See Vorbildfunktion für die Neuentwicklung städtischer Bezugsräume in einer fortgeschritten entwickelten Tagebaufolgelandschaft.

Der Entwurf sieht eine klare gestalterische und funktionale Gliederung der Hafenanlage vor. Schalenförmig angeordnet prägen die topographisch höher gelegenen, städtisch orientierten Entwicklungsflächen und der im Hafenbereich als großzügige Promenade fortgesetzte Uferrundweg das urbane Ufer des Hafens. Als innerste Schale besetzt eine ca, 500 m lange Steganlage (Südwestmole-schwimmend, Nordufer-fest, Ostmole-schwimmend) die Schnittstelle zum See.

Der Übergangsbereich von Steganlage und fest unterbauter Hafenpromenade sowie die äußere Begrenzung der Steganlage werden durch ein Sockelband aus hochwertigen Weißbetonelementen mit eingeschnittenen Sitzgelegenheiten, Treppen und Rampen flankiert.

Im Bereich der Westmole steigt der Seebrückenkopf bis auf 5m Höhe über den See auf und bildet als Aussichtsbalkon über dem See den prominenten süd-westlichen Abschluss des Hafenareals. Das Bauwerk lagert auf einer 80 m langen und 8 m breiten mehrteiligen Betonschwimmstegkonstruktion.

Durch die Realisierung schwimmender Molen und Anleger konnte die Uferzone trotz fehlender Gründungsebene baulich besetzt werden. Die entwickelten Sonderkonstruktionen für die Verankerung der schwimmenden Bauteile im Seegrund sind innovatives Vorbild für zukünftige Erschließungen vergleichbarer Lagen im Seenland. Landseitig ist die mit großformatigen, in drei Farbnuancen changierenden Platten ausgestattete Promenade hafentypisch flexibel nutzbar. Sie nimmt die vorhandenen Wege der angrenzenden Uferparklandschaft auf und bindet über Rampen und großzügige Freitreppen die angrenzenden Nutzungsebenen an. Sie bietet als urbaner Ort, Raum für Kommunikation, Events und entspanntes Hafenleben.

Der Hafen bietet Liegeplätze für bis zu 150 Sportboote als Tages- und Dauerliegeplätze sowie die dazugehörigen Serviceeinrichtungen wie z.B. eine Bootstankstelle und eine Slipanlage. Am Seebrückenkopf befindet sich der Anleger für die Fahrgastschifffahrt. Das Funktionsgebäude besteht sowohl funktional wie auch baulich aus drei Teilen: Ein Sanitärtrakt im Osten, ein Lager in der Mitte und die Hafenmeisterei im Westen mit dazwischenliegenden Treppenanlagen. Im westlichen Bereich des Stadthafens entstehen Bauflächen für spätere private Investitionen im Tourismusbereich.

Der Hafen ist Teil des Konzeptes „Lausitzer Seenland“, das die neu entstehenden Wasserflächen der Bergbaufolgelandschaft in einen übergeordneten wassertouristischen Verbund stellt. Der Hafen spielt dabei eine zentrale Rolle für die touristische und wirtschaftliche Entwicklung der Region.

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