Frankfurts Theaterdoppelanlage soll bleiben

Manuel Pestalozzi
9. mars 2020
Das grosse Foyer am Willy-Brandt-Platz ist ein Wahrzeichen der Stadt. (Foto: Epizentrum/Wikimedia Commons)

Persönlichkeiten aus der Architektur sowie aus den Theater- und Geschichtswissenschaften wehren sich gegen den drohenden Abriss der der Theaterdoppelanlage am Willy-Brandt-Platz in Frankfurt. Sie fordern eine teilweise Unterschutzstellung.

Die Städtischen Bühnen Frankfurt, gegliedert in die zwei künstlerisch selbständigen Bereiche Oper Frankfurt und Schauspiel Frankfurt, sind die kommunalen Theaterbetriebe der Metropole am Main. Seit 1963 ist sogenannte Theaterdoppelanlage am Willy-Brandt-Platz ihre wichtigste Spielstätte. Der Neubau hat sich aus dem historischen Bestand des Theaters entwickelt, das im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt worden war. Sein Entwurf stammte von ABB Architekten. 

Ende Januar haben Frankfurts Stadtverordneten beschlossen, dass die Städtischen Bühnen nicht mehr sinnvoll saniert werden können und deshalb beide Häuser neu errichtet werden sollten, wie die Hessenschau berichtete. Dagegen wehren sich nun mehr als 30 Fachleute mit einer Petition. Gemäß Frankfurter Rundschau argumentieren sie, der von ABB Architekten entworfene Theaterbau sei ein herausragendes Exemplar der Nachkriegsmoderne. Dieses Gebäude habe in Frankfurt Stadtgeschichte geschrieben und Identität gestiftet. Die Bühnen bildeten einen Ort der bürgerlichen Öffentlichkeit, in dem die Stadtgesellschaft über ihre Gegenwart und Zukunft nachgedacht und gestritten habe. Die selbe Quelle berichtet, das städtischen Denkmalamt teile diese Ansicht und plädiere für den Erhalt von Teilen der Theaterdoppelanlage. Wie es genau weitergeht, ist noch nicht entschieden. Möglicherweise werden die Neubauten nicht am Standort der Theaterdoppelanlage realisiert. 

Besonders am Herzen liegt den Petentinnen und Petenten die Goldwolken-Plastik des ungarischen Künstlers Zoltán Kemény im Foyer. (Foto: Epizentrum/Wikimedia Commons)

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