© Christian Richters
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Heinrich-von-Kleist-Forum

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Dirección
Platz der Deutschen Einheit 1, 59065 Hamm
Año
2010

Das Heinrich-von-Kleist-Forum ist der wichtigste Baustein zur Revitalisierung des Bahnhofsquartiers der City-West in Hamm. Das Nutzungskonzept - die Konzentration öffentlicher Bildungs- und Kultureinrichtungen in Verbindung mit einer privaten Hochschule sowie einem Restaurant in einem Gebäude - ist Impulsgeber für den Strukturwandel im Zentrum der Stadt. Die Stadt erhält am „Stadt-entrée“ des Willy-Brandt-Platzes ein neues Gesicht.

Maß und Proportion der Natursteinfassade integriert das Gebäude des Heinrich-von-Kleist-Forums in den urbanen Kontext der Stadt. Die vertikale Gliederung mit geschosshohen Fensterelementen und das Spiel von großen und kleinen Öffnungen schaffen Transparenz und differenzierte Rhythmik. Leseloggien sowie ein zweigeschossiger Haupteingang akzentuieren plastisch den Baukör-per. Diese Struktur repräsentiert den öffentlichen Charakter des neuen Kulturbaus.

Die drei Nutzungseinheiten Zentralbibliothek, Volkshochschule und private Hochschule werden als eigenständige Einheiten räumlich gegliedert. Diese Gliederung des Gebäudes ermöglicht einerseits eine Individualisierung des jeweiligen Nutzungsbereichs und ande-rerseits eine ablesbare Adressbildung im öffentlichen Stadtraum. Über einen linearen Foyerverbund im Erdgeschoss können alle drei Nutzungseinheiten miteinander verbunden werden. Dort befindet sich in zentraler Lage der Fest- und Veranstaltungssaal.

Die mehrgeschossigen Atrien, die Bibliothekshalle und das Forum Fachhochschule sind die „überdachten Marktplätze“ des Kultur-hauses. Sie sind Orte der Kommunikation und verknüpfen den Innen- mit dem Außenraum.

Die Zentralbibliothek ist in exponierter Lage direkt am Willy-Brandt-Platz angeordnet. Die Bibliotheksflächen gliedern sich über vier Ebenen um das zentrale Atrium. Dieses Raumkonzept gewährleistet eine flexible Bespielbarkeit sowie eine sehr gute Orientierung und Übersichtlichkeit. Die Volkshochschule schließt sich direkt an die Zentralbibliothek an. Ihre innenräumliche Struktur kommuniziert mit dem Atrium der Bibliothek. Die private Hochschule markiert die Ecksituation an der Bahnhofstraße. Das Entrée im Erdgeschoss und das dreigeschossige Hochschulforum werden über eine offene einläufige Treppenanlage miteinander verknüpft. Die Verwaltungen aller Einheiten sind als Staffelgeschoss organisiert.

Der Charakter des Gebäudes wird durch den Einsatz eines reduzierten Materialkanons bestimmt. Die Qualität im Stadtraum wird durch eine plastisch ausgeformte Natursteinfassade charakterisiert. Der 2geschossige Hauptzugang, die Leseloggien sowie die Fen-sterleibungen/Fensterbänke sind allseitig flächig verfugt mit Naturstein bekleidet, so dass der monolithische Ausdruck des Stadthau-ses erlebbar wird. Großformatig verglaste Fenster sowie das Staffelgeschoss mit einer Blechverkleidung unterstützen dieses Fassa-denkonzept.

Der Innenraum des Gebäudes wird durch großzügige Foyerflächen sowie durch die 5geschossige Bibliothekshalle und das 3geschossige Fachhochschulforum geprägt. Bestimmende Materialien sind Sichtbeton und Holz. Die Holzflächen aus Eiche - größ-tenteils akustisch wirksam - werden gleich einer Intarsie in Sichtbetonwände bündig eingesetzt oder als eingestellte Holzkörper wie bei dem Veranstaltungs-/Musiksaal in das Innenraumkonzept integriert. Im Bereich der Atriumstreppe der Bibliothekshalle ist ein Geländerdetail entwickelt worden, das durch die Umkehrung der Treppenstufenplastik im Zusammenspiel mit dem bündig zum Beton gesetzten Stahlgeländer eine besondere visuelle Qualität erzeugt.

Das Materialkonzept des Gebäudes - der Einsatz beständiger Werkstoffe mit hoher visueller und haptischer Authentizität - ist die Voraussetzung für die Nachhaltigkeit innerhalb des gesamten Lebenszyklus: Natursteinfassade aus beigefarbenem Kalkstein, Sichtbeton und Holz sowie Basaltnaturstein bzw. Parkett als Bodenbelag in den öffentlichen Bereichen. Innenraum- und Klimakon-zept sind von vornherein miteinander entwickelt worden.

Das gebäudetechnische Konzept verfolgt das Ziel einer hohen Energieeffizienz bei maximalem Verzicht auf mechanische Lüftungsan-lagen und Klimatisierung, insbesondere auch bei den Großflächennutzungen der Bibliothek. Dieses Ziel wird im Bereich der Bibliothek und der privaten Hochschule durch die zentralen Atrien erreicht. Durch Querströmung werden die natürliche Belüftung und eine passive Nachtauskühlung großflächiger Bereiche ermöglicht. Zusätzlich wird im Gebäude eine Bauteilaktivierung in Kombination mit passiver freier Kühlung umgesetzt, welches zu einer hohen thermischen Behaglichkeit führt.

Die Gebäudeautomation ermöglicht mit modernster LCN-Bustechnologie das Zusammenspiel unterschiedlichster Fenster- und Son-nenschutzsysteme für die natürliche Be- und Entlüftung sowie Verschattung. Sensoren erfassen die Luftqualität und sorgen mittels der Fenstersteuerung für den hygienisch und energetisch optimalen Luftaustausch. Die notwendigen Parameter können zur Be-triebsoptimierung im laufenden Betrieb angepasst werden.
Aufgabe
Kultur- und Bildungszentrum mit Zentralbibliothek, Volkshochschule, privater Hochschule, Gastronomie

Realisierungswettbewerb 2007
1. Preis

Deutscher Städtebaupreis 2010
Belobigung

Leistungszeitraum
2007-2010

Leistungsphasen
2-9

BGF
14.500 qm

Auftraggeber
Stadt Hamm

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