Vergnüglich und informativ

Elias Baumgarten
21. febrero 2020
Anne Beer ließ sich von Spenglern deren Handwerk vorführen und entwickelte dabei neue Entwurfsideen. (Foto: Mathias Duerr)

Volles Haus, heitere Stimmung und spannende Produkte – das war die „DACH+HOLZ International“, die vom 28. bis zum 31. Januar 2020 in Stuttgart stattfand. Wir durften zwei Vorträge und ebenso viele geführte Messerundgänge organisieren.

Als Publikumsmagnet erwies sich in diesem Jahr die „DACH+HOLZ International“ in Stuttgart. Die Stände der über 550 Aussteller waren durchwegs sehr gut besucht, die Sonderflächen ebenso. Das beweist: Holz hat weiterhin Aufwind. Viele sehen in dem Baustoff eine wichtige Antwort auf die drängenden Fragen der Zeit.

Das Handwerk stand an der „DACH+HOLZ International“ im Fokus, doch auch Gestalter*innen kamen diesmal auf ihre Kosten. (Foto: Mathias Duerr)
Viele Profis führten eindrucksvoll ihr Können vor. (Foto: Mathias Duerr)
Kameradschaftliche Atmosphäre, interessante Einblicke

Am 30. Januar fand ein „Architektentag“ statt, denn die Messemacher*innen möchten künftig vermehrt auch Gestalter*innen adressieren – aktuell stellen Handwerker*innen augenscheinlich die große Mehrheit des Publikums. Zu diesem Anlass durften wir zwei Referate organisieren, die je von einem geführten Rundgang mit den Vortragenden gefolgt wurden. Es sprachen Katja Knaus und Benedikt Bosch (Studio Yonder), bevor Anne Beer (Beer Bembé Dellinger) die Bühne betrat und das Mikrofon übernahm. 

Beide Vorträge fanden in lockerer Atmosphäre statt, doch bewegten sich in großer architektonischer Flughöhe. Die Referenten gaben Einblick in ihre Arbeit, zeigten ihre besten Projekte und sprachen – natürlich – über das gestalterische Potenzial des Werkstoffs Holz. Die Zuhörer genossen die exklusiven und persönlichen Einblicke in die Entwurfsprozesse und die Überlegungen hinter den Projekten. Sie lernten zum Beispiel, wie Holz Anne Beer und ihren Kolleg*innen beim Einpassen einer Wohnanlage und eines Aparthotels in die traditionelle Bebauung Garmisch-Partenkirchens half. Und sie erfuhren, welche gestalterischen Überlegungen hinter der Volumetrie des Projekts „Haus P“ von Studio Yonder im Allgäu stehen: Aus der in der Region üblichen, großen Kubatur mit Satteldach wurde ein Teil „herausgeschnitten“, den die Bauherrschaft, eine kleine Familie, flächenmäßig nicht benötigt. Eine entsprechende „Lücke“ blieb erhalten.

Katja Knaus trägt vor. (Foto: Mathias Duerr)
Benedikt Bosch sprach über die Projekte von Studio Yonder – unter anderem auch das „Haus P“ im Allgäu. (Foto: Mathias Duerr)
Anne Beer zeigte Arbeiten ihres Büros Beer Bembé Dellinger. (Foto: Mathias Duerr)
Kritische Fragen und spannende Produkte

Bei den anschließenden Touren führten die Referenten ihr Publikum zu von ihnen ausgewählten Herstellern und Institutionen, denen sie kritisch auf den Zahn fühlten. Dabei immer wieder besonders im Fokus stand das Thema Nachhaltigkeit. Und zuweilen brachten Katja Knaus, Benedikt Bosch und Anne Beer die Vertreter*innen der Firmen gehörig ins Schwitzen. So fragten Knaus und Bosch, nachdem sie sich wohlklingende Worte über die gute Recyclingfähigkeit von Aluminium angehört hatte, trocken, ob denn ein altes Alu-Dach von betreffendem Hersteller auch abgeholt und eingeschmolzen werde. Betretenes Schweigen, dann die Antwort: Eher nicht. Das Trio fragte aber auch, etwa am Stand von raumprobe, nach neuen Produkten und Materialien, welche es demnächst selbst einsetzen möchten. Das interessierte Publikum notierte fleißig mit.

Das Publikum folgte dem Vortrag von Anne Beer aufmerksam. (Foto: Mathias Duerr)
Gerade von Benedikt Bosch gab es einige kritische Fragen an die Aussteller. (Foto: Mathias Duerr)
Auf Tour mit Anne Beer (Foto: Mathias Duerr)

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