‚Wohnen auf Zeit‘

Heilbronn
Aussenansicht
Photo © Roland Halbe
Luftbild
Photo © Roland Halbe
Treppenhaus
© Roland Halbe
offener Wohn- und Essbereich
Photo © Roland Halbe
Loggia
Photo © Roland Halbe
Fassade
© Roland Halbe
Blick in den Innenhof
© Roland Halbe
Dachterrasse
© Roland Halbe
Fassade
© Roland Halbe
Architects
K T P Kauffmann Theilig & Partner
Address
Theodor-Fischer-Straße 20/22 , 74076 Heilbronn
Year
2018
Cost
Undisclosed
Stories
1-5 Stories
Client
Kruck + Partner Wohnbau und Projektentwicklung GmbH & Co. KG
Team
Suzana Milenkovic, Xiao Qi
Tragwerk
KRAFT Baustatik, Besigheim
HLS
Bunse GmbH, Heilbronn
Elektro
SIB GmbH, Heilbronn
Bauphysik
CD Gebäude- und Umwelttechnik, Kirchberg a. d. Jagst

Welchen Gewinn eine Stadt aus stillgelegten Bahnanlagen schlagen kann, zeigt sich exemplarisch im schwäbischen Heilbronn. Auf einem zentralen, strukturell und topografisch bestens angebundenen ehemaligen Gleisareal mit einer Fläche von gut 40 Hektar wächst hier das neue „Quartier der Vielfalt Neckarbogen“. Es vereint Bauten mit sehr unterschiedlichen baulichen und architektonischen Ansätzen und wurde im Zusammenhang mit der Bundesgartenschau 2019 als sowohl städtebauliches wie landschaftsarchitektonisches Projekt entwickelt. Der Wohnort von künftig 3.500 Menschen profitiert von seiner reizvollen Lage in einer gerade entstehenden, abwechslungsreichen Parklandschaft mit Seen, Terrassen sowie einem Geh- und Radwegenetz entlang des Neckarlaufs. Zu den 22 Neubauten, die im Zuge dieses groß angelegten Konversionsprojekts entstanden sind, gehört auch das sechsgeschossige Haus 3 auf Baufeld I.

Denn in der wirtschaftsstarken Region hat es bislang an entsprechenden Angeboten für Leute gefehlt, die für einen begrenzten Zeitraum ein temporäres Zuhause benötigen. Ihnen stehen mit dem Angebot von „Wohnen auf Zeit“ im Neckarbogen insgesamt 18 voll möblierte Apartments auf Mietbasis zur Verfügung. Schließlich sucht die mobile, kosmopolitische Zielgruppe auch und gerade beim Wohnen eine Gelegenheit zu Kommunikation und Vernetzung. Großzügige Gemeinschaftsbereiche sind angelegt: ob das Inklusionscafé mit angeschlossenem Waschsalon im Erdgeschoss oder die weitläufige Dachterrasse im sechsten Obergeschoss mit einem ungewöhnlichen Sonnen- und Regenschutz aus Holz – das Haus bietet auf vielen Ebenen Raum für Begegnung und Austausch. Das Gebäude öffnet sich auch zur Stadtöffentlichkeit, denn das Café, in dem Menschen mit und ohne Behinderung zusammenarbeiten, steht ebenso wie der Waschsalon auch Nutzern aus der Nachbarschaft offen.

Zum See hin lässt sich der Wohnraum über die umlaufende Loggia aus Betonfertigteilen zur Buga-Landschaft erweitern. Auf der Dachterrasse entstand ein qualitativ hochwertiger Aufenthaltsbereich mit einer weithin sichtbaren Holzskulptur, welche die Aufzugsüberfahrt und den Dachausgang des Treppenhauses formuliert. Auch die Dachterrasse ist als besonderer Außenraum mit diversen Nutzungsmöglichkeiten entworfen und gleichzeitig bietet einen fantastischen Blick über den ganzen Stadtbereich von Heilbronn. Die auf spielerisch platzierte, schräg verlaufende Stahlstützen aufziehbaren textilen Sonnensegel beleben die Terrassen- Fläche darüber hinaus und unterstützen gemeinschaftliche, hausbezogene, aber auch externe Nutzungen und Veranstaltungen.

Die tragende Außenwand des Hauses besteht aus gezielt eingesetzten vorgefertigten Betonfertigteilen, deren eindrucksvolle Montage auch eine beschleunigte Bauzeit erlaubte. Die Fertigteile besitzen trotz ihrer tragenden Funktion großflächige Fensteröffnungen mit integriertem elektrisch bedienbarem Sonnenschutz. Diese Fenster, wie auch die angrenzenden Glaselemente bestehen aus massiver Weißtanne, welche nicht nur ein spannendes Pendant zu den glatten und harten Sichtbetonoberflächen der Betonfertigteile darstellt, sondern auch im Innenraum der Wohnungen zusammen mit den Holz-Parkettböden zu einer warmen und freundlichen Wohn-Atmosphäre führt.

Der leistungsfähige Filter aus vorgehängten vertikalen Aluminiumlamellen ermöglicht zum einen den notwendigen Sonnenschutz der Wohnungen, die optimale Beschattung des Gebäudeinnern, eine effektive Wärmereflexion und ebenso bietet die notwendige Absturzsicherung. Gleichzeitig reagiert auf das natürliche Schutzbedürfnis bezüglich der Einsehbarkeit der Loggien. Darüber hinaus bildet der ‚Vorhang‘ mit seinen gezielt gesetzten Ausschnitten aber auch das markante schachbrettartigen Muster der Gebäudehülle.

Im Gegensatz zu den Wohnungen ist der Erdgeschoss-Bereich mit seinen publikumswirksamen Nutzungen voll verglast und erlaubt somit den spürbaren, ebenen Übergang und die direkte Verzahnung mit dem BUGA-Gelände. Aufgrund des Energiekonzeptes des gesamten Quartiers ist das Haus als KfW 55-Standard nach ENEV 2016 geplant worden.

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