Zeitz MOCAA – die Kunstrevolution in Afrika

Katinka Corts
13. September 2017
Das Zeitz MOCAA in Kapstadt, von Heatherwick-Studio entworfen, eröffnet in wenigen Tagen (Bild: Iwan Baan)

Zweiundvierzig Betonröhren, je 33 Meter hoch, jede mit einem Durchmesser von fünfeinhalb Metern: Das alte Getreidesilo ist nach den Entwürfen von Thomas Heatherwick in den vergangenen Jahren zu einem neuen kulturellen Zentrum für Kapstadt umgeplant geworden. In wenigen Tagen wird die Eröffnung gefeiert.

Jochen Zeitz, der bis 2012 Vorstandsvorsitzender von Puma war, ist seit vielen Jahren eng mit Südafrika verbunden und setzt sich dort als Investor für nachhaltige Entwicklung ein. Gemeinsam mit Mark Coetzee, dem Direktor des MOCAA, stellte er in den vergangenen Jahren eine der größten modernen Kunstsammlungen des Kontinents zusammen. Kapstadts Kunstszene ist groß, ausgestellt wurde bislang aber meist in europäischen und amerikanischen Museen. So entstand die Idee, ein neues Museum für zeitgenössische afrikanische Kunst zu bauen – das Zeitz Museum of Contemporary Art Africa, kurz MOCAA.

Bild: Heatherwick Studio

Das riesige Getreidesilo im alten Werften- und Hafenviertel Kapstadt stand schon geraume Zeit leer und verfiel. Die Architekten von Heatherwick Studios entwarfen ein Konzept, wie aus dem 57 Meter hohen Gebäude ein in Afrika einmaliger Ort für die Kunst werden könne: Das alte Dach wurde abgetragen, das Innere der Siloanlage entkernt und um neue Ein-, Um- und Aufbauten ergänzt. Das Atrium in Form eines Getreidekorns befindet sich in der Mitte des früheren Silos, in den obersten Stockwerken kam ein neues Luxushotel unter, in dem auch einzelne Werke ausgestellt werden. Dazwischen auf sechs Geschossen finden sich heute Ausstellungsräume mit einer Gesamtfläche von 9500 m2.
Im Zeitz MOCAA werden künftig viele verschiedene Kunstinstitutionen zusammenkommen, Galerieflächen zur Verfügung stehen, sowie ein Buchladen, Lesesäle und ein Restaurant Besucher und Gäste empfangen. Nächste Woche wird die lang erwartete Eröffnung vom 22. bis 25. September groß gefeiert.

Im kornförmigen Atrium in der Mitte des Baus bleiben die alten Strukturen des Silos erkennbar (Bild: Heatherwick Studio)
Für den Neubau wurde das Innere der Siloanlage größtenteils entkernt und anschließend mit einem neuen Betonskelett gesichert (Bild: MOCAA)

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