Stadtraum und Grünraum

Carsten Sauerbrei
28. July 2017
Der neue Stadtplatz bildet das Zentrum des Wohnquartiers «Am Ackermannbogen». (Bild: Nicolai Levin)
Mit Stadtplatz und Grünzug gestalteten die Berliner Landschaftsarchitekten Levin Monsigny die zentralen Freiräume des Münchner Wohnquartiers «Am Ackermannbogen».
Eines der wichtigsten Vorhaben des ehrgeizigen Münchner Wohnungsbauprogramms war in den letzten Jahrzehnten das neue Quartier «Am Ackermannbogen». Die Planung dafür begann bereits in den 1990er- Jahren und Anfang dieses Jahres konnte nun auch der letzte Bauabschnitt «Urbane Mitte» fertig gestellt werden. Für den zentralen Stadtplatz und den Grünzug als wichtigste öffentliche Freiräume des Quartiers führte die Stadt München Ende 2012 einen Planungsworkshop durch, aus der im Herbst 2013 die Berliner Landschaftsarchitekten Levin Monsigny siegreich hervorgingen. Sie setzten sich dabei gegen die Konkurrenz von Atelier Loidl, lab Landschaftsarchitektur Brenner und Lex Kerfers Landschaftsarchitekten durch.
Filigrane, von Rankpflanzen bewachsene «Stahlbäume» prägen den «Ort der Stille». (Bild: Nicolai Levin)
Levin Monsigny Landschaftsarchitekten gestalteten den neuen Stadtplatz als eine mit hellen Betonplatten befestigte Fläche, die vielfältige Funktionen aufnimmt. Den öffentlichen Nahverkehr integrierten sie mit einer leicht abgesenkten Busspur und platzierten die dazugehörende Haltestelle im Norden des Platzes. Möglichkeiten zum Verweilen schufen sie mit Parkbänken an den Platzrändern und langgestreckten Sitzmauern, die ein belagsbündiges Wasserspiel mit Fontänen flankieren. Mit hohen, beidseitig des Platzes angeordneten Masten mit Strahlern betonen sie auch in den Abendstunden dessen besondere Bedeutung als Quartierszentrum.
Der holzumzäunte Nachbarschaftsgarten dient Anwohnern als Treffpunkt. (Bild: Nicolai Levin)
Die benachbarten öffentlichen Grünflächen verbinden Levin Monsigny mit Neupflanzungen auf dem Stadtplatz und integrieren sie damit in den neuen Grünzug, der auch als Hauptverbindung zwischen Olympiapark und Englischen Garten fungiert. Als Rückzugsmöglichkeit betteten sie den «Ort der Stille», eine Kiesfläche, die von filigranen, mit Kletterrosen und Waldreben bewachsenen Stahlkonstruktionen überdacht wird, in den neuen Grünzug ein.
Blumenwiesen, aber auch Spiel- und Sportangebote für Erwachsene und das an den Baumbestand angepasste Wegenetz kennzeichnen den Grünzug. (Bild: Nicolai Levin)
Anwohnern dient ein holzumzäunter Nachbarschaftsgarten mit Obstbaumwiese, Beerensträuchern sowie unterschiedlich großen Pflanzbeeten als Treffpunkt. In Aufweitungen des an den größtenteils wild aufgewachsenen Baumbestand angepassten Wegenetzes platzierten die Planer Spiel- und Sportangebote für Erwachsene wie Tischtennisplatten, einen Parcours mit Fitnessgeräten oder ein Schachfeld.

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