Messerückschau Domotex 2018

Einzigartiger Auftritt

 Martina Metzner
24. January 2018
Framing Trends: Ganze 3500 Quadratmeter nahm der neu gestaltete Trendbereich von Schmidhuber ein. (Bild: Mathias Duerr / World-Architects)
Ob Designböden, Laminat, Parkett oder Teppich – auch bei den Bodenbelägen sind individuelle Lösungen gefragt. Auf der neu ausgerichteten Domotex konnte man das anhand der „Framing Trends“ und dem Leitthema „Unique Youniverse“ gut beobachten.
„Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?“, dürften sich einige der Besucher gefragt haben, die das Kaleidoskop in Halle 9 der DOMOTEX betreten haben. Im mit quadratischen Spiegeln ausgekleideten Raum unter dem Titel „Endless Uniqueness“ sollten Besucherinnen und Besucher Fotos für Social Media-Plattformen machen und sich nebenbei mit dem Leitthema „Unique Youniverse“ auseinandersetzen. Die Idee dahinter: Man solle sich im unendlichen Spiegelbild im übertragenen Sinne mit dem Wunsch nach Einzigartigkeit und personalisierten Produkten in einer zunehmend globalisierten Welt auseinandersetzen.
Ich, unendlich: Im Kaleidoskop von „Endless Uniqueness“ konnte man sich spielerisch dem Leitthema nähern. (Bild: Mathias Duerr / World-Architects)
In vier Bereichen der 3500 Quadratmeter großen Fläche der „Framing Trends“ zeigten Studierende, Künstler, Architekten sowie Hersteller, wie sie diesen Megatrend interpretieren und umsetzen. Unter „Art & Interaction“ näherten Künstler sich recht abstrakt dem Thema: So beleuchtete Michael Acapulco mit dem Blick durchs Fenster auf unsere Erdkugel das Spannungsfeld aus individueller und objektiver Realität. Jutta Hampe schnitt viele Portraits auseinander und nähte sie auf einen „Fliegenden Teppich“. Ihre Arbeit „Suspense“ sollte dazu anregen, sich als Individuum zwischen „Geschichte, Lebensbedingungen und Natur“ zu positionieren. Bei den „NuThinkers“ fielen vor allem die Innenarchitektur-Studierenden der FH Mainz auf, die mit „Individual Motion Space“ eine Virtual Reality-Anwendung erarbeitet haben, mit der man im virtuellen Raum Objekte bis hin zu ganzen Räumen individuell gestalten kann. Das Ergebnis wurde gleich neben dem Stand präsentiert: eine raumhohe Box in polygonalem Design, in die man bei Belieben auch hineinkrabbeln konnte.
Virtuelle Gestaltung: Innenarchitekturstudenten der FH Mainz zeigten ihre Virtual Reality-Anwendung mit der man Räume individuell gestalten kann. (Bild: Mathias Duerr / World-Architects)
Wohl die wenigsten Besucher der Domotex dürften die Installation „Future Loft“ von Konstantin Landuris und Classen verpasst haben, die im Bereich der „Flooring Spaces“ der „Framing Trends“ veranschaulichte, was herauskommt, wenn sich Hersteller mit Kreativen zusammentun: Die futuristische Installation ging der Frage nach, „wie werden wir in Zukunft wohnen?“ und zog die Blicke auf den speziell nach Landuris’ Design digitalbedruckten Bodenbelag in Marmoroptik. Charmant waren auch die Boxen von rund 50 Designern und Architekten, die ihre ganz persönliche Vision von Einzigartigkeit und Bodenbelag in einer Miniaturversion boten.
Zukünftiges Leben: Konstantin Landuris zeigte zusammen mit Classen einen digitalbedruckten Bodenbelag. (Bild: Mathias Duerr / World-Architects)
Der neue Trendbereich ist unter der Ägide des Architekturbüros Schmidhuber aus München entstanden und leitete auch die „neue Domotex“ ein, wie Vorstand der Deutschen Messe, Dr. Andreas Gruchow hervorhob: eine komplett neue Hallenaufteilung, eine geänderte Tagesabfolge (Freitag bis Montag) sowie eine deutlichere Ausrichtung auf Trends boten sich den 45'000 Besuchern aus mehr als 100 Nationen und den 1615 Ausstellern, die nach Hannover kamen.
Der neue Auftritt wurde seitens der Besucher und auch der Hersteller gut angenommen. Besonders die „Framing Trends“ boten eine fantasievolle und inspirierende Abwechslung zum üblichen Messegeschäft – und waren dank der Positionierung in Halle 9 Dreh- und Angelpunkt der Messe. Schmidhuber wird auch zur Domotex 2019 den Trendbereich kuratieren und ein Leitthema aufrufen – wir dürfen also gespannt sein, was uns dann in Hannover erwartet.

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