Hochschule für Technik - Stuttgart

Drei Riegel im Einklang

berger röcker architekten 
24. May 2017
Aufgang zum Haupteingang
Für den Bau der neuen Architekturfakultät der HFT Stuttgart beschränkten sich Berger und Röcker Architekten auf Beton, Glas und Aluminium. Dank Höhenabstimmung und Materialwahl fügen sich Bestand und Neubau zur Einheit. Peter Röcker stellt sich unseren Fragen.
Projekt: Hochschule für Technik, Stuttgart | Architektur: berger röcker architekten, Stuttgart | Bauherr: Land Baden-Württemberg (Vermögen und Bau Baden-Württemberg) | Nutzung:
Hochschule (Büros, Seminar, Vorlesung, Werkstätten) Fakultät Architektur und Innenarchitektur | vollständige Bautafel siehe unten
Welche Inspirationen liegen diesem Projekt zugrunde?
Wir wollten uns auf das Wesentliche konzentrieren und haben uns in der Materialwahl auf Beton, Aluminium und Glas beschränkt. Der Baustoff Beton verleiht dem Gebäude sowohl Innen als auch Außen einen archaischen Charakter. Die handwerklich hergestellten Sichtbeton-Oberflächen stehen dabei in Kontrast zu den industriell gefertigten Aluminium-Profilen der Fassaden und Innenausbauten.
​Diese klare Formensprache und die Reduktion auf wenige gestalterische Elemente sowie der wohlüberlegte Materialeinsatz schaffen eine ruhige Atmosphäre und bieten den angemessenen Rahmen für eine flexible Nutzung des Gebäudes. 
Foyer
Wie reagiert der Entwurf auf den Ort?
Der Erweiterungsneubau der Hochschule für Technik nimmt die Traufhöhe der Bestandsgebäude auf – sowohl für den ersten als auch für den zweiten Bauabschnitt. Somit werden die Baukörper nach Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts als einheitlicher Stadtbaustein wahrgenommen. Aufgrund der hohen Bebauung der Umgebung (LGL und Max-Kade-Heim) wurde bewusst auf einen Hochpunkt verzichtet. 
Atrium
Wie hat sich das Projekt vom ersten Entwurf bis zum vollendeten Bauwerk verändert?
Leider konnte das Atrium aufgrund der geltenden Brandschutzverordnung nicht, wie im Wettbewerb vorgesehen, über alle vier, sondern nur über die drei Obergeschosse ausgeführt werden.
Der Splitlevel aus dem frühen Entwurfsstadium wurde zugunsten aufgegeben einer besseren Nutzungsaufteilung aufgegeben. Alle großen Hörsäle befinden sich im Erdgeschoss. Die Büro- und Gemeinschaftsräume sind um das Atrium angeordnet und die Seminarräume sind räumlich dem Altbau über drei Geschosse zugewiesen. Die Werkstätten befinden sich nach wie vor im ersten Untergeschoss, mit Anbindung an den Werkhof zwischen Alt- und Neubau. 
Innenhof
Welche speziellen Produkte oder Materialien haben zum Erfolg des vollendeten Bauwerks beigetragen?
Es wurde bewusst auf den Einsatz hervorstechender Materialien verzichtet, es sollten vielmehr die klassischen Werkstoffe wie Stahlbeton, Aluminium und Glas im Vordergrund stehen. Der Fußboden im gesamten Gebäude ist ein einfacher Industrieboden: Der Magnesit-Estrich wurde gewählt um den Rohbaucharakter des Gebäudes auch nach Fertigstellung zu erhalten. 
Ausstellung
Treppenraum
Poolbüro
Lageplan
Erdgeschoss
Schnitt
Projekt
Hochschule für Technik
Breitscheidstraße 5
70174 Stuttgart

Nutzung
Hochschule (Büros, Seminar, Vorlesung, Werkstätten)
Fakultät Architektur und Innenarchitektur

Auftragsart
EU-weit offener Realisierungswettbewerb: 1. Preis 2009 / HOAI LPH 2-8

Bauherr
​Land Baden-Württemberg (Vermögen und Bau Baden-Württemberg)

​Architektur
berger röcker architekten, Stuttgart
Projektleiter Peter Röcker
Mitarbeiter: Christian Vennemann, Verena Bieber, Tim Gork

Fachplaner
Tragwerksplanung: Mayr Ludescher Partner, Stuttgart
HLS Planung: Carpus+Partner AG, Aachen / Ulm
Elektroplanung: Conplaning GmbH, Ulm
Außenanlagen: Pfrommer + Roeder, Stuttgart
Brandschutzplanung: LWKONZEPT Brandschutz, Stuttgart
Bodengutachter: Dr. Alexander Szichta, Stuttgart
SiGeKo: Wiesler Zwirlein Architekten GbR, Stuttgart, i. A. von berger röcker architekten

Kunst am Bau
Martin Bruno Schmid, Stuttgart
Hinzugefügte Spannschlösser Innen und Außen

Ausführende Firmen
Rohbau: Ed. Züblin AG, Stuttgart
Fassaden: Radeburger Fensterbau GmbH, Calau
Türen: Bran&Co Metallbau GmbH, Bad Freienwalde
Estrich: Chini GmbH & Co.KG, Freudenstadt
Innenausbau: Paul Feederle GmbH, Karlsruhe
Trockenbau: Ausbau Bohn GmbH, Erfurt
Dacharbeiten: Schwarz Flachdach GmbH, Schwarzenberg
Dachaufbau: Schmid Holzbau, Tübingen
Brandschutztor: Buchele GmbH, Ebersbach / Fils
Aufzug: Stricker Aufzüge GmbH, Backnang
Elektro: R+S solutions GmbH, Erfurt
Sanitär: Caverion Deutschland GmbH, Stuttgart
Lüftung: AGO AG, Kulmbach
Heizung: Auma-Tec, Szhl
Rauchschürzen: Colt International GmbH, Leinfelden-Echterdingen
Brandmeldeanlage: Sauter Elektrotechnik, Bretten
Gebäudeautomation: Hörburger AG Control Systems, Rutesheim

Energiestandard
ENEV 2009 - 30%

Bruttogeschossfläche
8.600 m²

Gebäudevolumen
35.400 m³

Gesamtkosten
21.900.000 €

Fertigstellung
2016​

Fotos
Niels Schubert Fotograf / BFF, Stuttgart
Oliver Rieger Photography, Stuttgart
berger röcker architekten Stuttgart 
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