Kindertagesstätte
Foto © Klemens Ortmeyer
 
 
Kindertagesstätte
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Kindertagesstätte

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Stadt
Bremen
Jahr
2009

Die St. Petri Waisenhausstiftung hat auf ihrem Grundstück in Bremen Osterholz zwischen Sudwalder Straße, Ehlersdamm und Osterholzer Feldmark, wo sich bereits bereits verschiedene Einrichtungen befinden, die der Betreuung von Kindern und Jugendlichen, heilpädagogischen Tagesgruppen, sozialpädagogischer Familienhilfe u.ä. Nutzungen dienen, eine 4-zügige Kindertagesstätte errichten lassen.

Auf der südöstlichen Grundstücksgrenze, angrenzend an den Fleet und die Osterholzer Feldmark, erschlossen über den Ehlersdamm, platziert sich der neu geschaffene Baukörper der Kindertagesstätte. Er nimmt mit seinen Abmessungen von ca. 45 x 20 m die Flucht der bestehenden Gebäude am Ehlersamm auf und bildet somit den südwestlichen Abschluß des Gebäudeensembles.

Die Kubatur paßt sich mit einem Vollgeschoss und einem geneigten Dachgeschoss in Abmessung und Höhenentwicklung an die umgebende Bebauung an. Zur Straße hin zeigt sich das Gebäude als eingeschossiger Baukörper mit einem überhöhten Dachgeschoss, zum Garten entwickelt sich dieses im Bereich der Gruppenräumen zu einem Vollgeschoss. Durch seine abgeschrägte Grundrissgeometrie und seine allseitig Wand und Dach umschliessende Haut aus vorgehängten farbigen Fassadenplatten erhält das Volumen einen skulpturalen Charakter. Dieser wird unterstützt durch die Anordnung von großen, bildhaften Fensterelementen.

Im Inneren gliedert sich der Bau in die folgenden drei Einheiten: Der mittlere Bereich nimmt die eigentlichen vier Gruppenräume - zwei pro Ebene - auf. Diese orientieren sich zum Garten nach Südosten und sind verbunden durch zentral gelegene Wasch- und Schlafräume, die von beiden Gruppen genutzt und eingesehen werden können. Die Gruppenräume im Erdgeschoss haben über vorgelagerte Terrassen ebenerdigen Zugang in den Garten. Die beiden Gruppenräume im Obergeschoss haben je eine Dachterrasse mit vorgelagerten Außentreppen, über die die Kinder ebenso - auf direktem Wege - in den Garten gelangen.

Nördlich dieser zentral angeordneten Gruppenräume befinden sich im Erdgeschoss Therapie- und Büroräume, im Obergeschoss ein Differenzierungsraum. Südlich davon ein ca. 80 m2 großer Mehrzweckraum, der sowohl von den Kindergruppen, wie auch - unabhängig vom Kindergartenbetrieb - zu anderen Zwecken genutzt werden kann. Diesem vorgelagert ist eine eigene Terrasse, die sich zum Fleet hin nach Süden orientiert. Im Geschoss darüber liegt eine der beiden Dachterrassen mit einem angrenzenden Musikraum.

Die horizontale Erschließung dieser drei Einheiten erfolgt über einen mittig angeordneten Flur, der parallel zum Ehlersdamm verläuft. Dieser weitet sich an wichtigen Punkten im Haus zu „Plätzen“ und Vorzonen auf und gliedert somit die Länge des Gebäudes auch im Inneren. Derartige Bereiche sind zum Beispiel die Garderoben der Kinder als Entree für die Gruppenräume, die Spielarena, der Mehrzweckraum oder die Wartezone im Therapiebereich.

Die vertikale Erschließung im Haus erfolgt durch eine zentral gelegene zweiläufige Treppe, deren Treppenauge als großzügige „Spielarena“ mit Sitzstufen ausgebildet ist. Diese kann sowohl zum Spielen und Klettern als auch als „Auditorium“ zum Vorlesen oder für besondere Aktivitäten genutzt werden. Eine weitere Möglichkeit der vertikalen Erschließung bietet der behindertengerecht Aufzug. Dieser ermöglicht zum einen den barrierefreien Transport von gehbehinderten Menschen, zum anderen erleichtert er auch den alltäglichen Essentransport von der Küche des Nachbarhauses in die geschossweise angeordneten Pantryküchen bzw. Gruppenräume.

Die Gruppen und Therapieräume orientieren sich nach Südwesten zum parkartigen Garten, zum Ehlersdamm hin sind Nebennutzräume wie WCs, Küche und Lagerräume bzw. Büro und Personalraum für die Mitarbeiter angeordnet.

Das Gebäude ist im Inneren licht und hell. Selbst die mittig angeordneten Flure erhalten im Erdgeschoss durch das große Treppenhausfenster und im Obergeschoss durch die Fenster entlang der Dachterrassen viel Tageslicht.

Aufgabe
Neubau einer 4-zügigen Kindertagesstätte in Bremen Osterholz

Bauherr
Stiftung St. Petri Waisenhaus von 1692 in Bremen

Architekten
Westphal Architekten, Bremen

Kenndaten
Kosten gesamt: 2,2 Mio. Euro
Leistungsphasen: 1 bis 8

Wettbewerb
1. Preis, November 2007

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