"Triennale der Moderne" in Berlin

Über hundert Veranstaltungen von rund 20 Partnern: Das am 10. Oktober startende Berliner Programm lädt ein, den Reichtum einer Epoche zu entdecken.

Die 1920er-Jahre waren eine Zeit radikaler, uns bis heute faszinierender Umbrüche in Kunst, Design und Gesellschaft. Sie sind Ausgangspunkt der "Triennale der Moderne", die alle drei Jahre in Weimar, Dessau und Berlin stattfindet und die dortigen UNESCO-Welterbestätten stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rückt. Während in den Bauhaus-Städten Weimar und Dessau die Architektur und Lehre der berühmten Design- und Kunstschule im Mittelpunkt steht, ist das moderne Erbe in der Metropole Berlin ungleich vielfältiger. Hier ist das im aktuellen Jubiläumsjahr sehr präsente Bauhaus nur ein Baustein unter vielen. Diesen Reichtum gilt es für Einheimische und Touristen neu zu entdecken und auch als Gesamtentwicklung zu begreifen. Es beginnt mit den imposanten Bauten der "Elektropolis Berlin", über sechs gemeinsam als Weltkulturerbe geltende "Siedlungen der Berliner Moderne" und zieht eine große Linie hin zur Nachkriegsmoderne oder der aktuellen Wohnungsbaufrage. Wie kaum eine andere Stadt, eignet sich Berlin, ein ganzheitliches Bild der Epoche und ihrer heutigen Relevanz auszuloten. Dazu passt, dass das Berliner Programm den Charakter einer bottom-up-Initiative hat: Rund zwanzig, oft rein zivilgesellschaftlich organisierte Projektpartner sorgen für ein facettenreiches Angebot von 115 Veranstaltungen. Das von der LOTTO-Stiftung Berlin geförderte Programm beginnt am Do, den 10. Oktober und spannt sich bis weit in den November 2019.

In Symposien, Vorträgen, Diskussionen und Kongressen, aber auch in Performances, Installationen Ausstellungen und Publikationen lädt das thematisch breit gefächerte Programm zum Entdecken ein. Exkursionen und Besichtigungen, etwa zu den sechs Welterbesiedlungen, Behrenshalle, Hansaviertel und Karl-Marx-Allee ergänzen das Angebot.

Zur Triennale erscheint ein Programmheft, das am Wochenende in den beiden Festivalzentralen auf dem Ernst-Reuter Platz und in der Hufeisensiedlung ausliegt. Das komplette Programm findet sich unter www.triennale-der-moderne.de.

Großes Themenspektrum:
– Die Industrielle Revolution und ihre Folgen für die Wohnsituation um 1900
– Die Wurzeln des Bauhauses in der Gartenstadt- und Werkbund-Bewegung
– Die Siedlungen des Neuen Bauens und des Reformwohnungsbaus
– Versteckte Perlen der 1920er-Jahre in Berlin und Umland
– Leben und Wirken jüdischer Architekten und Verfolgter des NS-Regimes
– Die Zäsur des Zweiten Weltkriegs und Berlins Anschluss an die Nachkriegsmoderne
– Die Internationalen Bauaustellungen von 1957 und 1984
– Der Städtebau zur Stalin-Zeit und die Welterbe-Initiative des "Doppelten Berlin"
– Prominente Bauten der Nachkriegsmoderne in West-Berlin
– Besonderheiten und Herausforderungen beim Kirchenbau der Moderne
– Die unterschiedliche Rezeption der Moderne in Deutschland, Ost- und Mitteleuropa
– Transnationale Projekte in Wissenschaft und Denkmalpflege
– Die Entwicklungslinie von der frühen Moderne zu den Großsiedlungen der 1970er Jahre
– Wohnungsbaupolitik gestern und heute: Was können wir vom Neuen Bauen lernen?

Wann
10. Oktober bis 13. Oktober 2019
Wo
"Triennale der Moderne" in Berlin
Metropole der Moderne
Berlin
Link
www.triennale-der-moderne.de

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