Mad About Dugnad – Gemeinsam Arbeiten, Besser Bauen

Die norwegische Tradition des „dugnad“ ermutigt jede und jeden zu einem gemeinsamen Ziel beizutragen. Sie beruht auf sozialen Beziehungen und gemeinschaftlicher Solidarität – also auf der Überzeugung, dass man zusammen stärker ist als allein. Für das Architekturbüro Mad ist „dugnad“ der Schlüssel für die Entwicklung nachhaltiger Zukunftslösungen in einer zunehmend komplexeren Welt mit immer drängenderen Herausforderungen. Architektur bedeutet für Mad insbesondere auch, die sozialen und kulturellen Ressourcen, die unsere gebaute Umwelt prägen, neu zu bewerten, zu fördern oder zu erhalten. Diese Aspekte lassen sich exemplarisch an den vier Projekten aufzeigen, die für die Ausstellung bei Aedes ausgewählt wurden – darunter das derzeit in Planung befindliche Holzhochhaus WoHo in Berlin-Kreuzberg, das als städtebauliches und soziales Pilotprojekt gilt.

Dugnad
Das norwegische Wort „dugnad“ bezeichnet ein Bündeln der Kräfte zur gegenseitigen Unterstützung und die Zusammenarbeit zugunsten eines gemeinsamen Ziels zum Wohl der Allgemeinheit. Dabei bringen die Beteiligten das ein, was sie im Rahmen der eigenen Möglichkeiten beitragen können – Zeit, Einsatz, Wissen, Fähigkeiten, Geld, geteiltes Risiko usw. Diese norwegische Tradition geht auf das 14. Jahrhundert zurück, als ländliche Gemeinschaften sich für gemeinsame Bauvorhaben zusammenschlossen. Nach Fertigstellung des Projekts belohnten sich die Menschen für die geleistete Arbeit mit einem Festmahl. Bis heute besteht das „dugnad“-Erbe in Norwegen als eine Form der gegenseitigen Unterstützung in verschiedenen Bereichen der Gesellschaft fort. So wurde beispielsweise seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie der kollektive Kampf gegen das Virus immer wieder mit „dugnad“ in Verbindung gebracht.

Mad arkitekter
Für Mad ist die Essenz des „dugnad“ – die Kraft der Positivität, der Kreativität und des Miteinanders – wesentlich, um zu den Lösungen zu gelangen, die es für eine nachhaltige Zukunft braucht. Architekt und Partner Jonny Klokk erklärt: „Wir vertrauen auf kollaborative Prozesse und Mitwirkung auf allen Ebenen und wir glauben, dass wir als Architekt:innen und Privatpersonen die Pflicht haben, uns am gemeinschaftlichen ‚dugnad‘ zu beteiligen, um eine nachhaltige Zukunft zu gestalten, in der Mensch und Natur gedeihen können.“

Mad arkitekter – mit Hauptsitz in Oslo und Büros in vier norwegischen Städten – arbeitet an der Schnittstelle zwischen den Menschen und ihrer Umwelt. Das über 100 Personen umfassende interdisziplinäre Team entwirft Möbel, Gebäude und Stadtquartiere, wobei es immer darum geht, das Leben zu erhalten, zu fördern und zu entwickeln. Die Mitarbeiter:innen sind sich ihrer Verantwortung als Architekten und Designer bewusst und hinterfragen stetig ihre eigene Arbeit, um zu einem umfassenderen Verständnis der Komplexität unserer heutigen Welt zu gelangen und Lösungen zu finden, die dem Klimawandel und den gesellschaftlichen Herausforderungen, mit denen wir aktuell konfrontiert sind, besser gerecht werden.

Collage of team members and projects by Mad arkitekter. © Mad arkitekter
Wann
22. Januar bis 10. März 2022
Wo
Aedes Architekturforum
Christinenstr. 18-19
10119 Berlin
Organisator
Aedes Architekturforum
Link
www.aedes-arc.de

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