Foto © Klaus Dieter Weiss
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Zeichnung © RW
Zeichnung © RW
Zeichnung © RW

Kita Zaubergarten

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Standort
Idstein
Jahr
2010

Phantasievolle Kurve für Kinder – Kinder lieben die Bewegung, Dynamik, Überraschungen, Abwechslung, Gemeinschaft, Rückzugsorte, Verstecke, das Wechselspiel von Innen und Außen. Das alles spricht bei einer Kindertagesstätte für eine nicht vorhersehbare Ordnung des Bauens, für überraschende, phantasievolle Räume, für die nahtlose Erweiterung des Innenraums in den Außenraum, für einen städtebaulichen Ansatz auch innerhalb des Gebäudes, bei dem Austausch und Rückzug gleichzeitig möglich sind. Die Kindertagesstätte Zaubergarten in Idstein entwickelten Siegrun Reuter und Paul Werr darum bei eng limitiertem Budget in freier Form, in ganz unterschiedlichen Gehäusen, Materialien und Farben sehr präzise nach den landschaftlichen und energetischen Vorgaben des Grundstücks.

Von außen ist die bergende, einer schützenden Hand ähnliche Architekturform unter schrägen und begrünten Dächern nirgends ganz zu überblicken. Diese fast flüchtige, leichte und dabei dennoch sehr funktionale, stadträumlich zwischen Wohnquartier und Schule vermittelnde Architektur will erkundet und erobert werden. Selbst die Decken der einzelnen Räume durchbrechen immer wieder die gewohnte Konvention. Die geschützte Eingangszone liegt an einem großen Vorplatz, und gegenüber der „Flügel“, ein geschwungener vielfältig nutzbarer Projektraum. Dieser der Öffentlichkeit zugewandte Übergangsbereich im Norden weitet sich zu einer zentralen, bodentief verglasten und weit zu öffnenden Halle, auch über Dach belichtet, die Platz zum Toben bietet. Hier entwickeln sich die fächerförmig angelegten Apartments der weitgehend unterschiedlich, funktional eigenständigen 6 Gruppen, über individuelle Terrassen miteinander verbunden. Zum Konzept gehören die Integration behinderter Kinder, Krippengruppen und ein großer Mehrzweckraum, der sich über die Halle hinweg bis in den Garten öffnen lässt und darum selbst große Veranstaltungen und Feste ermöglicht.

Den Begriff Nachhaltigkeit definieren die Architekten sehr komplex. Im Vordergrund steht für sie das emotionale Erlebnis der Kinder. Dieses immer wieder im Team, mit den Handwerkern, Ingenieuren und den Nutzern, diskutierte Ziel wurde mit einfachen und schon darum dauerhaften und ökonomischen handwerklichen Konstruktionen erreicht. Eine rein technisch verstandene Nachhaltigkeit, deren Ziele nicht auf Abstimmung und Kommunikation beruhen, bietet nach Meinung von Siegrun Reuter und Paul Werr für eine langfristige Nutzung zu wenig Perspektiven. Den Kindern eine eigene Welt zu schenken, die ihre Phantasie und Neugier anregt, war das größere Ziel.

Bauherr
Magistrat der Stadt Idstein

Text und Fotografie
Klaus Dieter Weiss

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