Wettbewerb Neubau Flugfeldklinikum

Böblingen
Schwarzplan
Zeichnung © ARGE h4a, HDRTMK, BLU architekten
Raumstruktur
Zeichnung © ARGE h4a HDRTMK BLU architekten
Lageplan
Zeichnung © ARGE h4a, HDRTMK, BLU architekten
Eingangsplatz
Visualisierung © ARGE h4a HDRTMK BLU architekten
Gründe Magistrale
Visualisierung © ARGE h4a HDRTMK BLU architekten
Gründe Mitte
Visualisierung © ARGE h4a HDRTMK BLU architekten
Grundriss
Zeichnung © ARGE h4a HDRTMK BLU architekten
Architekten
BLU architekten
Jahr
2016
Bauherrschaft
Klinikverbund Südwest, Landkreis Böblingen
Team
Albrecht Randecker, Malte Hofmeister, Jan Blanek, Nico Henn, Keyvan Tat, Michael König, ARGE h4a HDRTMK BLU architekten

Die Stadt weiterzubauen ist das Leitmotiv des Entwurfs. Dementsprechend gliedert das Raumgerüst des Masterplans Flugfeld die Verteilung der Kubaturen des geplanten Klinikums anhand folgender wesentlicher städtebaulicher Raumelemente zwischen Parkstadt Ost und West:
• Baufelder, Körnung und Traufhöhen des angrenzenden Quartiers Parkstadt Ost
• Landschaftsfenster zwischen den Baufeldern entlang der Grünen Mitte
• Nördliche Raumkante der Grünen Mitte
• Elly-Beinhorn-Straße und Liesel-Bach-Straße als verbindendes Erschließungselement

STÄDTEBAULICHE STRUKTUR UND TYPOLOGIE
Das Klinikum besteht aus einer Nord- und einer Südspange, welche auf einer gemeinsamen 1-geschossigen Plattform ruhen. Die Nordspange (Bettenhäuser) beherbergt im Wesentlichen die Pflegebereiche in drei 5-geschossigen Baukörpern, die analog der Wohnbebauung des Quartiers Parkstadt Ost die Raumkante zur Grünen Mitte formulieren. Die Südspange (Funktionsspange) besteht aus einer 4-geschossigen mäandrierenden Baustruktur parallel zur Calwer Straße und beherbergt im Wesentlichen die Funktionen Untersuchung, Behandlung und Verwaltung, Ver-/Entsorgung sowie die Pflegeschule. Die gemeinsame Plattform dient als wichtige Verteilerebene der verschiedenen Funktionen innerhalb der Klinik und bildet entsprechend der Gliederung in Nord- und Südspange eine Besucher- und Funktionsmagistrale aus, die über den Haupteingang und das Foyer auf der Westseite des Klinikums erschlossen werden. Darüber hinaus sind die einzelnen Bausteine des Klinikums über Glasbrücken miteinander verbunden. Die Erweiterungsfläche des Klinikums kann sowohl zentral als Makroerweiterung im Baustein südlich des geplanten Zentrums für Psychiatrie als auch dezentral innerhalb der Struktur des Klinikums in Form einer Vielzahl von möglichen Mikroerweiterungen erfolgen.

FREIRAUMSTRUKTUR
Die Parkstadt West enthält analog des Quartiersplatzes in der Parkstadt Ost einen zentralen öffentlichen Raum, welcher die Adressierung des Klinikums mit Erweiterungsbaustein und des Zentrums für Psychiatrie formuliert. Dieser Freiraum gliedert sich in zwei Nutzungsbereiche. Der südliche, weitgehend offene Teilraum übernimmt verschiedene verkehrliche und repräsentative Aufgaben und flankiert den Haupteingang des Klinikums, während der nördliche Teilraum u.a. den Außenbereich für die Cafeteria des Klinikums bildet. Am unteren Ende des Langen Sees und der Grünen Mitte stellt der Quartiersplatz zudem eine wichtige Nord-Südverbindung für den Radverkehr und für die fußläufige Verbindung des Mischgebietes Nord und der Parkstadt West her. Die Baustruktur des Klinikums wird über verschiedene Gartenhöfe gegliedert und belichtet. Zwischen Nord- und Südspange befindet sich die „Grüne Magistrale“ auf dem Dach der Plattform. Diese nimmt die Raumflucht der Elly-Beinhorn-Straße auf und ermöglicht eine Verknüpfung der Quartiere Parkstadt Ost und West. Über eine Treppenanlage an der Elly-Beinhorn-Straße im Osten ist dieser ‚private Raum‘ von außen zugänglich und ermöglicht eine fußläufige Verbindung zwischen Klinikum, Parkstadt Ost und dem Bahnhof Böblingen. Die Landschaftsfenster zwischen den Bettenhäusern öffnen Blick- und Wegebeziehungen von der Grünen Magistrale zum zentralen Freiraum des Flugfeldes.

ÄUSSERE ERSCHLIESSUNG UND RUHENDER VERKEHR
Die äußere Erschließung des Klinikums basiert auf der Erschließungsvariante 2 der Auslobung. Der ruhende Verkehr (1.300 PKW-Stellplätze zzgl. einer möglichen Erweiterung) für Patienten, Besucher sowie Mitarbeiter/Personal wird über eine Tiefgarage abgewickelt, die sich sowohl unter dem Quartiersplatz befindet als auch unter der Südspange. Die Zufahrt zur Garage erfolgt mit großzügigen Rückstauflächen über die Elly-Beinhorn-Straße im Westen und ist über den Knotenpunkt an der Flugfeld Allee ‚gleichberechtigt‘ aus Richtung Böblingen oder Sindelfingen zu erreichen. Kurzzeitstellplätze, Taxistellplätze und Fahrradstellplätze können auf dem Quartiersplatz abgebildet werden. Die überdachte Liegendkrankenvorfahrt mit Aufstellflächen für Krankenwagen und die Zufahrt für Ver-/Entsorgung sind außerhalb des 180m Korridors zwischen den Knotenpunkten Flugfeld Allee und Johann-Schütte-Straße entlang der Calwer Straße mit jeweils getrennten Zufahrten kreuzungsfrei angeordnet.

ARCHITEKTONISCHES KONZEPT
Die beschriebene städtebauliche Situation bestimmt ganz wesentlich die Architektur und Identität des Flugfeldklinikums. Bettenhaus und Funktionstrakt bilden ein spannungsvolles architektonisches Ensemble, das sich in seiner Körnung, Fassadengestaltung und Materialität selbstverständlich in die vorhandene Struktur und Bebauung einfügt. Die Baukörper der Bettenhäuser selbst gliedern sich durch eine zurückversetzte gläserne Fuge in drei Bereiche. Den Obergeschossen mit den Pflegestationen wird damit ein von der Sockelzone losgelöster, leicht schwebender Charakter verliehen. Die sinnfällige Wegeführung und die Anordnung der Freiräume und wohlproportionierten Plätze schaffen eine hohe Identität und sichern eine leichte Orientierung. Insgesamt entsteht so eine eindeutige und prägnante Adresse für das neue Flugfeldklinikum.

ÄUSSERE GESTALTUNG | KONSTRUKTION | MATERIALIEN
Die am Wohl der Patienten orientierte Architektur führt im Ergebnis zu einem Baukörperensemble, das den städtebaulichen Leitlinien folgt, allen Patientenzimmern Sonne und Aussicht gewährt und dabei die funktionalen Anforderungen an ein zeitgemäßes Klinikum in allen Belangen erfüllt. Die filigrane Stahlbetonkonstruktion mit ihrer Sichtbetonfassade garantiert die größtmögliche Flexibilität bezüglich sinnfällig angeordneter transparenter und opaker Flächen. Natürliche Materialien wie Holz, Putz, und Naturstein in hellen Farbtönen erzeugen eine lichte, freundliche und einladende Atmosphäre. Eine weitgehend natürliche Belichtung aller notwendigen Bereiche in Verbindung mit ausgewogenen Proportionen von Räumen und Bauteilen vervollständigen den angenehmen und freundlichen Eindruck des Hauses. Die kompakte Bauform sowie einfache Konstruktionen und Baustoffe sind die Grundlage für ein hohes Maß an Wirtschaftlichkeit, geringen Investitions- und Betriebskosten bei einem hohen architektonisch wie ökologischen Anspruch.

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