Rathausblock / Dragonerareal

Berlin
Modell
Foto © SMAQ & MML
Lageplan
Zeichnung © SMAQ & MML
Grüne Fuge
Foto © SMAQ
Forumsplatz
Foto © SMAQ
Urbane Fabrik
Bild © SMAQ
Forum in der Grünen Fuge
Foto © SMAQ
Forum in der Grünen Fuge
Foto © SMAQ
Grundriss Erdgeschoss
Zeichnung © SMAQ & MML
Kiezraum
Visualisierung © SMAQ
Forumsplatz
Visualisierung © SMAQ
Blick in Richtung Rathaus
Visualisierung © SMAQ
Blick vom Rathaus entlang der Grünen Fuge
Visualisierung © SMAQ
Urbane Fabrik
Visualisierung © SMAQ
Adlerhalle
Visualisierung © SMAQ
Architekten
SMAQ
Standort
Berlin
Jahr
2022
Stockwerke
5–20 Stockwerke
Team
Sabine Müller, Andreas Quednau, Marius Schumann, Anna-Lena Wallner
Landschaftsarchitektur
Man Made Land

Der Rathausblock in Berlin-Kreuzberg umfasst mit 6,7 Hektar das Gelände der ehemaligen Dragonerkaserne und seine drei angrenzenden Grundstücke. Es soll zu einem neuen Stadtquartier mit Modellcharakter werden, mit mindestens 400 Wohnungen, gebaut von der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte, sowie 100 weitere, errichtet durch gemeinwohlorientierte Dritte, 26.000 Quadratmeter für Gewerbe, Flächen für Verwaltung, soziokulturelle Infrastruktur und qualitative Freiraumangebote. Ein dichter Nutzungsmix. Neben den Anforderungen des Denkmalschutzes wird auch das Ziel verfolgt, die derzeitigen Gewerbemieter*innen, die teils ein „störendes“ Gewerbe betreiben, in die Planungen und das neue (Wohn-)Quartier zu integrieren.

Die vorgeschlagene Bebauung arbeitet die historische Differenz zwischen der ehemaligen Kasernenanlage und der gründerzeitlichen Blockrandbebauung heraus. Es bleibt erkennbar und spürbar, wie die Zeitschichten und Stadtplanungsphasen aufeinander eingewirkt haben. Der klassische Berliner Block wird im Quartier geöffnet und bekommt eine Orientierung zu seiner Mitte hin. Die neuen Häuserreihen entlang der charakteristischen Fünfeck-Geometrie adressieren die Öffentlichkeit im Quartier.

Das zentrale Angebot an die städtische Öffentlichkeit besteht in der Etablierung eines klimawirksamen, offenen Raums, der zur Begegnung aller Gruppen einlädt und die Nachbarschaften mit einbezieht. Diese Grüne Fuge öffnet als kommunaler und kooperativer Gartenraum den Block und bietet vielfältige Formen zur Nutzung und Aneignung.
Eine zweite Orientierung bildet die Mittelachse der Kasernenanlage mit einem Wohnhochhaus als weithin sichtbares Zeichen. Auf dieser Linie bildet sich eine Sequenz von Plätzen, vom Finanzamt über die Adlerhalle bis zum „Quartiersforum“ im Herzen des Quartiers mit sozialen Funktionen in den ehemaligen Reithallen.

Der denkmalgeschützte Gebäudebestand wird städtebaulich aufgegriffen und neu interpretiert. Die Gebäude bleiben eigenständig und rahmen die Baufelder, welche die dreiteilige Anlage der Kaserne nachzeichnen. Im südlichen Bereich der Kaserne entstehen die kompakten Wohn-Höfe, im Sinne bezahlbaren Wohnens mit einer guten Bauökonomie und zugleich einer hoher Wohnqualität. Die Urbane Fabrik im Norden des Quartiers vereint vielfältige Produktionsformen. Zwischen diesen beiden Nutzungsschwerpunkten wird die zentrale Achse als Austauschraum vorgeschlagen, als Tauschort für Produkte, Ideen und Fertigkeiten.

Die bestehenden Stallgebäude der Kaserne sind eine entscheidende Ressource für eine Vielfalt an Nutzungen. Es sind die Nischen, die nicht alle vorweg programmiert werden müssen, um ein Wachsen und eine Ausdifferenzierung des Quartiers prozesshaft zu ermöglichen. Das Prinzip der Zukunftsoffenheit und flexiblen Programmierbarkeit wird auch in den Neubauten etabliert. Gemeinwohlflächen werden mit Waben-Nutzungen weiter ausdifferenziert. Dabei fungiert die aktive, offene und dynamische Ebene des Erdgeschosses über das Quartier hinweg wie eine physische Austausch-Plattform für nicht vordefinierte Synergien.

Die Freiräume durchweben das gesamte Areal und bieten vielfältige Aneignungsmöglichkeiten. Das Innere des Quartiers ist autoarm und durch die vielen Freiräume fußgänger- und fahrradfreundlich erschlossen. Die Freiräume wirken darüber hinaus als klimawirksame Infrastruktur des Viertels. Hierbei ist das integrierte Regenwassermanagement von besonderer Bedeutung, durch welches das Regenwasser als Ressource betrachtet wird. Eine weitere infrastrukturelle Säule bildet die Gehölzstruktur aus, um die notwendige Begrünung und Beschattung zu gewährleisten. Der Freiraum wird nur mit dieser Grundinfrastruktur ausstattet und in einem demokratischen Prozess, mit den NutzerInnen ausgestaltet bzw. an sie übergeben.

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