Geschäfts-, Büro- und Wohnhaus Schwabinger Tor, S 40

München
Foto © Michael Heinrich
© Michael Heinrich
© Michael Heinrich
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Architekten
Hild und K
Adresse
Leopoldstr. 152, 80804 München
Jahr
2017
Bauherrschaft
Jost Hurler Beteiligungs und Verwaltungs GmbH & Co. KG
Team
Sebastian Klich, Tanja Plenk, Pavla Ryzlerova, Insa Thiel
LPH 5
Max Dudler Architekten, Berlin

Fassadenreliefs beschäftigen das Büro Hild und K bereits seit vielen Jahren. Häufig orientieren Andreas Hild, Dionys Ottl und Matthias Haber sich dabei an textilen Strukturen. Für das „Geschäfts-, Büro- und Wohnhaus Schwabinger Tor“ haben sie nun eine Außenhülle aus klinkerverkleideten Betonfertigteilen geschaffen, die sich wie ein Brokatüberwurf über alle Stockwerke legt. Nach Art einer Reliefstickerei treten einzelne Steine aus der Fassadenebene hervor. Das sternförmige Muster, in dem die Ziegel angeordnet sind, verdeutlicht deren nichttragende Funktion. Gleich einem Gobelin bedeckt die vorgehängte, hinterlüftete Fassade die eigentliche Konstruktion.

Entlang der zum neuen Quartier „Schwabinger Tor“ hinführenden Prachtstraßen findet man große historische, klinkerverkleidete Gebäude. Die Ziegel-„Puzzlestücke“ des Neubaus interpretieren diese lokale Tradition spannungsreich. Die Stahlbetonfertigteile mit eingelegten Klinkerriemchen sind verbunden durch Passstücke aus hellem, gesäuertem Beton. Im Bereich der horizontalen Stöße lassen sich diese als kleine Kapitelle auffassen, in vertikaler Richtung werden sie als Lisene zwischen den Fenstern fortgeführt. Die konstruktiv unvermeidbaren Fugen sind damit zu einer Art Ornament überhöht. Fensterbrüstungen und –bretter sowie die Verkleidung der Stützen im Erdgeschoss sind in Beton gleicher Färbung ausgeführt und fügen sich damit ins Gesamtbild ein. Die konsequente Verwendung des kreuzförmigen Fertigteils bringt mit sich, dass mehrere Räume eine Übereck-Verglasung erhalten, welche zugleich eine mehrseitige Orientierung ermöglicht.

Das städteplanerische Konzept für das Neubaugebiet sieht vor, die einzelnen Nutzungsarten nicht auf unterschiedliche Gebäude zu verteilen, sondern jeweils unter einem Dach unterzubringen. Als Thema mit Variationen eingesetzt, ermöglicht es das genannte asymmetrisch kreuzförmige Fertigteil die Gewerbe-, Büro- und Wohngeschosse einheitlich zu „bekleiden“, ohne die Differenzen zu verschleiern. Im Erdgeschoss, wo ein Foyer sowie Gastronomie und Gewerbe angesiedelt sind, dominieren große Glasflächen, zwischen ihnen Stützen aus Beton, welche die Fertigteile der ersten Ebene tragen. Im ersten, zweiten und dritten Obergeschoss befinden sich Büros. Hier ist die Fassade im entsprechenden Raster getaktet, jeweils vier kreuzförmige Fertigteile umschließen ein Fensterelement. Vom vierten Obergeschoss an lässt sich die dahinterliegende Wohnnutzung erkennen. Loggien und ein höherer Fensteranteil erzeugen einen aufgelockerten Rhythmus, das genannte Fassadenelement konnte auch in diesen Bereichen mit kleinen Variationen weiterverwendet werden. Den Wohnungen im fünften Obergeschoss sind darüberliegende Dachterrassen mit eigenem Austritt und Abstellmöglichkeiten zugeordnet. Erschlossen sind Wohn- und Bürogeschosse durch ein gemeinsames Foyer mit jeweils separatem Lift und gemeinsamen Treppenhäusern.

Als Stadtbaustein S40 ist das Gebäude in das städtebauliche Konzept des Baugebietes „Schwabinger Tor“ eingebettet. Dieses ordnet die einzelnen Komplexe zueinander versetzt an. So entsteht ein urbanes Gefüge von Plätzen und Gassen. Ein Vorsprung in der Westfassade des sechsstöckigen, kompakten Riegels formuliert einen Kopfbau, der gemeinsam mit den benachbarten Gebäuden einen kleinen Platz mit Spielflächen einfasst. In einer Sichtachse zur Leopoldstraße gelegen, bildet der hervorgehobene Gebäudeteil zugleich einen Angelpunkt für die Blicke der Vorrübergehenden. Seine markante Fassade soll damit auch zur Identitätsbildung des neu errichteten Quartiers beitragen.

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  • Bibliothek der Hochschule für Technik und Wirtschaft
    HerbstKunkler Architekten

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