Neubau Kita Sofie Haug, Planungskonkurrenz 1. Preis

Tübingen
Visualisierung © Architekten + Partner Dannien Roller
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Zeichnung © Architekten + Partner Dannien Roller
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Architekten
Architekten + Partner Dannien Roller
Jahr
2018

Anlass des Neubaus einer Kita in unmittelbarer Nähe zum bestehenden Kinderhaus Sofie Haug ist es, durch den Neubau einer 3-gruppigen Kindertagesstätte den Bedarf an weiteren Kindertagesplätzen zu decken, mit einer U3 Gruppe und zwei Ü3-Gruppen. Die Besonderheit der Aufgabe stellt die Berücksichtigung der ausgeprägten Topografie und die Nachbarschaft zum bestehenden Kinderhaus Sofie Haug sowie zur angrenzenden Wohnbebauung dar.

Beurteilung durch das Preisgericht:
Der Entwurf für den Neubau einer Kindertagesstätte in Tübingen formuliert einen selbstbewusst klaren, städtebaulichen Flachdachbaukörper mit rechteckigem Grundriss. Der Neubau wird geschickt auf dem zur Verfügung stehenden Gelände situiert und in die vorhandene topografische Situation eingebettet.
Er sucht durch seine Längsausrichtung auf dem Grundstück die Nähe zum vorhandenen Kinderhaus und dessen Außenbereichen. Ein „Spielstreifen“ auf Gartenniveau verstärkt diesen Ansatz. Zugleich begrenzt die Ausrichtung des Neubaus den Straßenraum im Norden und schafft großzügige Freibereiche im Süden. Der Baumbestand wird zu großen Teilen erhalten und sorgt so für eine ortsspezifische Identität mit hohen Aufenthaltsqualitäten.

Der neu geschaffene Vorplatz im Norden folgt in seiner Ausrichtung dem Neubau. Er ist funktional und schafft ausreichend Platz für die geforderten Stellplätze. Vom Platz aus gelangt man über den gut gelegenen Haupteingang in das Gebäude. Der Windfang mit dem integrierten Kinderwagenbereich erscheint ausreichend dimensioniert, der Müll – und Lagerraum sind gut erreichbar. Ein großzügiges und funktional gut gelegenes Foyer verknüpft die gewünschten Funktionsbereiche miteinander. Die Wege sind kurz und übersichtlich. Der Mehrzweckbereich und Essbereich können direkt vom Foyer aus erreicht werden und sogar räumlich mit ihm verknüpft werden. Größe und Geometrie entsprechen den vielfältigen Nutzungsanforderungen. Büro und Personalräume sind zentral gelegen und versprechen eine gute Übersicht.
Der U3 Bereich liegt auf gleicher Ebene auf der Ostseite des Neubaus und ist als Einheit, räumlich separiert, ohne abgetrennt zu sein. Dies gewährleistet eine optimale Betreuungssituation. Die Raumfolge und ihre funktionalen Verflechtungen sind gut gelöst. Der Bereich hat zudem einen direkten Zugang in den Außenraum. Über das zentrale Foyer gelangt man von der Eingangsebene in die Hangebene. Hier wird der Bewegungsraum situiert. Seine räumliche Lage und funktionale Verknüpfung mit den anderen Bereichen im Haus wird im Preisgericht intensiv diskutiert.

Im Obergeschoß sind alle Ü3 Bereiche räumlich kompakt zusammengefasst. Die Gruppenräume sind direkt und funktional richtig nach Süden zum Garten hin orientiert und angebunden. Auch ihre Verknüpfungen untereinander entsprechen den inneren Abläufen. Eine Schmutzschleuse zwischen den Ü3- Bereichen ist optimal positioniert. Alle Nebenräume wurden folgerichtig an die Nordseite geschoben. Der zentral gelegene Erschließungsflur ist ausreichend dimensioniert, um auch als Aufenthalts- und Spielbereich genutzt werden zu können.

Die konstruktive Lösung und die Materialität der Innenräume erscheinen angemessen, wenngleich die Ausbildung der Konstruktion sehr zurückhaltend bearbeitet wurde. Die klare, ruhige Fassadengliederung weiß zu überzeugen und ist konsequent aus den Innenräumen abgeleitet. Die plastisch-räumliche Ausbildung des Fluchtbalkons zum Gartenbereich und der Eingangszone zur Straßenseite sind gekonnt vorgetragen und weiß zu überzeugen. Die äußere, schwarz geflammte Lärchenholzverkleidung erscheint angemessen und fügt sich gut in den baumbestandenen Grünbereich.

Der Entwurf bewegt sich in einem sehr wirtschaftlichen Bereich, wenn man seine Kenndaten betrachtet. Sowohl die Kubatur, als auch die notwendigen Hüllflächen sind auf ein Minimum reduziert, ohne dabei räumlich, gestalterische Qualitäten opfern zu müssen.
Die architektonische Gestalt wirkt der Aufgabe gegenüber angemessen, besonders in Bezug auf die städtebaulichen Aspekte und die räumliche Organisation. Es handelt sich hier um eine insgesamt sehr gute Arbeit mit überzeugenden innen- und außenräumlichen Qualitäten. Besonders überzeugend erscheint der zentrale Raum des „gemeinsamen Foyers“ als zukünftiger, funktionaler Schnittpunkt für ein lebendiges Gemeinschaftsleben, aber auch die in großen Teilen nahezu unberührten Außenbereiche.

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