Markthalle Stuttgart, Restaurierung und Erneuerung von Türen

Stuttgart
© Johannes-Maria Schlorke
© Johannes-Maria Schlorke
neue und alte Tür nebeneinander
© Johannes-Maria Schlorke
© Johannes-Maria Schlorke
© Johannes-Maria Schlorke
© Johannes-Maria Schlorke
© Johannes-Maria Schlorke
© Johannes-Maria Schlorke
© Johannes-Maria Schlorke
© Architekturbüro Manderscheid
Detail der neuen Türen
© Architekturbüro Manderscheid
Alte und neue Tür
© Architekturbüro Manderscheid
historisches Foto mit zweifarbigen bauzeitlichen Türen
Architekten
Manderscheid Architekten
Adresse
Dorotheenstr. 4, 70173, Stuttgart
Jahr
2018
Kosten
100.000 – 1 Mio.
Stockwerke
1–5 Stockwerke
Bauherrschaft
Märkte Stuttgart
Team
Luise Sausgruber, Rong Shan
Branth Chemie
Lack

Die Stuttgarter Markthalle wurde 1911 bis 1914 von Martin Elsässer erbaut. Heute steht sie unter Denkmalschutz.
Die Eingangstüren und –portale sind von Elsässer gestaltete genietete, Stahlblechtüren. Ihr wesentliches Gestaltungsmerkmal sind kreuzförmig übereinander gelegte Stahlbänder.

Nach mehr als 100 Jahren und verschiedenen, teils nicht fachgerechten Reparaturen, waren sie dringend sanierungsbedürftig. Neben Abnutzungserscheinungen und Korrosionsschäden entsprach die einfache weiße Farbfassung nicht der ursprünglichen Gestaltung.

Sanierung der bauzeitlichen Stahlblechtüren:
Auf Basis eines restauratorischen Fachgutachtens und mit fachlicher Begleitung des Metallspeziallisten des Denkmalschutz wurde die Sanierung geplant und begleitet. Die Qualität der damaligen Stähle war zu berücksichtigen, verbogene Teile waren rückzuverformen, Nieten zu erneuern und kapillar kritische Fugen zu bearbeiten.
An den großen Portalen mit Oberlichtern wurde vor mehreren Jahrzehnten eine grob zusammengeschweißte Verstärkungskonstruktion aus Rechteckrohren angebracht. Diese zwischenzeitlich sehr schadhafte Stabilisierungskonstruktion wurde entfernt und durch eine feingliedrigere Trägerkonstruktion ersetzt. Eine aus Flachstählen zusammengesetzte schlanke Konstruktion wurden mit Abstand davor gesetzt und hält die alte Konstruktion nur punktuell.
Wichtig war die neue Farbgestaltung. An Hand historischer Fotos konnten wir nachweisen, dass die Türen ursprünglich zweifarbig gegliedert waren. Da die Befunde der historischen Farbtöne nicht eindeutig waren, haben wir die Gestaltung in interpretierender Anlehnung an die Befunde erarbeitet und mit der Denkmalpflege abgestimmt. Die Gliederungselemente sind in Englischrot gestrichen, während die Kasetten und die Ornamentgitter ein gebrochenes Weiß tragen. Die Türen gewinnen dadurch ihre historische Feinheit zurück.

Die neuen Eingangstüren in die Halle:
Vier kleinere doppelflügelige Eingangstüren in die Verkaufshalle waren schon in den 1960er Jahren gegen konventionelle Stahlrahmentüren ersetzt worden. Diese waren defekt und entsprachen nicht mehr den baurechtlichen Anforderungen. Da eine Rekonstruktion die vielfältige Geschichte des Baues ignoriert hätte und nicht alle Details bekannt waren, wurden wir mit der Planung der Türen betraut.
Die Neugestaltung orientiert sich an den historischen Stahlblechtüren und nimmt ihre kassettierte Gliederung auf. Der Bauherr äußerte den dringenden Wunsch nach Glaselementen in den Türen.
In die unter der alten Konstruktion noch vorhandenen bauzeitlichen Türrahmen wurde eine neue, handwerklich gebaute Stahltüre eingesetzt. Die kreuzförmige Bänderung wurde als „gewebte“ Flachstahlsprossen vor dem gewünschten Glasfeld aufgenommen. Die erhaltenen Oberlichter mit ihren Ornamentgittern wurden repariert. Die Farbgestaltung stellt die Verbindung zu den sanierten Bestandstüren her.

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