Kulturpalast Dresden

Dresden
Konzertsaal
Foto © Christian Gahl
Außenansicht
Foto © Christian Gahl
Konzertsaal leer
Foto © Christian Gahl
Saal mit Konzert
Foto © Christian Gahl
Foyer
Foto © Christian Gahl
Bibliothek
Foto © Christian Gahl
Lichtplaner
CONCEPTLICHT
Standort
Dresden
Jahr
2017
Bauherrschaft
Kommunale Immobilien Dresden GmbH & Co.KG
Team
Helmut Angerer, Eva Lechermann-Wollscheid, Annette Roller, Tanja Erk, Jan Nielsen, Diana Gehder, Martin Möller
Architekt
gmp Generalplanungsgesellschaft mbH
Elektroplanung
Ingenieurbüro Rathenow BPS GmbH

Die ursprüngliche Beleuchtung des Kulturpalastes in Dresden war geprägt von undefinierten Strahlungscharakteristiken die zu einem unruhigen und undifferenziertem Gesamtbild führte. Deshalb wurde im Zuge der Modernisierung ein besonderes Augenmerk auf die Außenwirkung der Beleuchtung geachtet. Das Foyer und die Bibliothek des Kulturpalastes wirken wie ein Schaufenster in die Stadt. Durch die Begrenzung der Strahlungswinkel geschieht eine Ausblendung der Leuchten, so dass sich diese nach Außen in Ihrer Eigenwirkung zurück nehmen.

Der historische Kontext des Kulturpalastes erforderte Fingerspitzengefühl bei der Gestaltung der Leuchten, vor allem in den Foyers. Die hierfür entwickelten quadratischen Leuchten bestehen aus einer direkten Komponente im Kern, sowie aus einem hinterleuchteten Lichtkranz der zugleich der Sicherheitsbeleuchtung dient. In den Foyers der oberen Geschosse wurde diese Aufbauleuchte als ein Vierer-Ensemble, ebenfalls sich an den Bestandsleuchten orientierend, vorgesehen. Die direkte und indirekte Komponente der Foyerleuchten ist getrennt dimmbar, so dass sich eine bedarfsgerechte Stimmung erzeugen lässt. Das signifikante Erscheinungsbild der Leuchte wurde in abgewandelter Form auch in anderen Bereichen des Kulturpalastes übertragen, wie zum Beispiel in den Schmetterlingstreppenhäusern in Form einer Wandleuchte. Die Leuchte besteht aus zwei miteinander verbundenen Würfeln, wobei der obere Würfel aus einem Opalglas besteht und der untere Würfel eine direkt strahlende Komponente aufnimmt. Der obere Würfel übernimmt wiederum die Sicherheitsbeleuchtung.

Die Bibliotheksbeleuchtung wird durch direkt und indirekt strahlende Pendelleuchten in Kombination mit Downlights in den Erschließungsbereichen gewährleistet. Bei den fassadennahen Leuchten wurde abermals penibel auf die Begrenzung der Strahlung in den Außenraum geachtet, so dass die Leuchten das Nachtbild der Fassade nicht negativ beeinträchtigen. Eine große Herausforderung stellte die Regalbeleuchtung in der Bibliothek dar. In mehreren Varianten wurde die Ausleuchtung untersucht. Schließlich wurde eine lineare Leuchte mit asymmetrisch gerichtetem Licht entwickelt. Die filigrane Bauform war nur durch die Verwendung von LED möglich. Die LED ist aber nicht sichtbar, sondern strahlt über einen Reflektor auf die Regale. Nur so ließ sich eine hohe vertikale Gleichmäßigkeit schaffen.

Den Kern des Gebäudes bildet der Konzertsaal, wobei die historische Herkuleskeule im Untergeschoss ebenfalls eine bedeutende Rolle übernimmt. Der Konzertsaal wird durch in die Decke integrierte Downlights realisiert. Die kompakte Bauform, der zurückversetzte Einbau und die extreme Ausblendung der Leuchten gewährleisten ein ruhiges Deckenbild. Obwohl die Downlights in den Randbereichen den Wänden sehr nahe kommen, ist es gelungen Abbildungen von Lichtkegeln zu vermeiden, die Unruhe hervorrufen würden. Die Ausleuchtung wurde anhand von Lichtberechnungen und Visualisierungen sorgfältig geprüft. Jede Leuchte ist optimal ausgerichtet, um eine homogene Beleuchtung des Konzertsaals sicher zu stellen. Die Holzwände des Saales werden durch eine lineare Leuchte mit LED aufgehellt, dessen Lichtverteilung so entwickelt wurde, dass eine hohe vertikale Gleichmäßigkeit entsteht. Die Beleuchtung der Bühne erfolgt durch speziell konzipierte Leuchten, die sich in den darüber befindlichen Plafonds einfügen.

Der Außenraum des Kulturpalastes ist geprägt von den umschließenden Arkaden. Die Strahlungsgeometrie der Leuchten ist so auf die Arkaden abgestimmt, dass weder die Fassade noch die Stützen durch Licht beaufschlagt werden. Hierfür wurden Standard LED-Module mit Lamellen in Längs- und Querachse als Zubehör ausgestattet, die dann die gewünschte Strahlungsgeometrie ergeben. Die vertikalen Flächen werden nur durch den Widerschein des Bodens aufgehellt.

Die Dachkrone ist für den Kulturpalast Dresden in der Außenwirkung signifikant, die auch in die Nacht fortwirken soll. Die Dachkrone erhält umlaufend eine Aufhellung mit weißer Lichtfarbe. Die weiße Lichtfarbe mit 4.200 K wirkt bezogen auf den Kulturpalast neutraler und sachlicher. Durch die unmittelbare Nähe der mit warmer Lichtfarbe angestrahlten Kuppel der Frauenkirche wird ein Bedeutungskonflikt vermieden, der sich bei warmer Dachkrone aufdrängen würde. Bei der Planung wurde darauf geachtet, dass an der Dachkrone vorbei keine Strahlung in die Umgebung abgegeben wird, um eine Belästigung der Anrainer durch vagabundierende Strahlung zu vermeiden.

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