Hotel Bostalsee

Bostalsee
Visualisierung © GRAFT Gesellschaft von Architekten mbH
 
 
Visualisierung © GRAFT Gesellschaft von Architekten mbH
 
 
Foto © Peter Gross Bau
 
 
Foto © Peter Gross Bau
 
 
Foto © Peter Gross Bau
 
 
Architekten
GRAFT
Jahr
2015

Das Hotel am Bostalsee liegt in einem einzigartigen Stück Natur: hier überblickt ein kleines bewaldetes Kap mit seiner Höhenentwicklung den schönen See.
Im Kern des Entwurfs von GRAFT steht der Grundgedanke, die Kräfte des Ortes nicht zu stören, sondern sie aufzuspüren und zu verstärken, also ein Stück Architektur zu entwickeln, das sich aus dem Charakter des Ortes entwickelt und ihn überhöht.
Dementsprechend entwickelt sich die Gebäudefigur aus der Topografie der Umgebung. In seiner Lage vermittelt das Hotel zwischen den besonderen natürlichen Atmosphären des Grundstücks: zwischen der Dichte des Waldes und der Freiheit des Sees, dem Beschütztsein und der Weite, zwischen Erde und Wasser. So schmiegt sich das Haus in die Gravitationszone des Ortes und verbindet gleichsam dessen starke Identitäten.

Man nähert sich dem Hotel durch einen dichten Eichenwald, ohne den See zu erahnen. In der Annäherung an das Gebäude fährt man zwischen begrünten Hügeln, über denen das zweigeschossige Gebäude der Hotelzimmer schwebt. Unter dem Gebäude und zwischen den Hügeln betritt man die Lobby, von der aus sich ein atemberaubender Blick über den See öffnet. Sämtliche Funktionseinheiten des Erdgeschosses (Restaurant, Veranstaltungsräume, Spa und Back-of-House) sind in die Hügellandschaft integriert, die mit der umgebenden Topographie sanft verschmilzt.

In der Lobby werden die Blickachsen der Sonnenuntergänge zu Equinox und Solstitien gerahmt und schreiben so dem Haus seine spezielle Verbindung zu universellen Lebenszyklen zu. Auf der Lobbyterrasse gibt es eine große Feuerstelle, die allabendlich zum Verweilen einlädt. Der Gast betritt die Lobby, indem er sich unter die domestizierte Hügellandschaft begibt. Von hier aus gelangt er auf der einen Seite über die Bar mit Leselounge in das Restaurant oder in die Veranstaltungs- und Spa-Bereiche auf der anderen Seite.

Die Spa- und Wellnesslandschaft kann sich zum Wald hin ausdehnen und bildet abgeschirmt von der Öffentlichkeit einzigartige räumliche Qualitäten aus; als besondere Attraktion ist hier eine Außensauna geplant.
Die Hauptaktivitätszonen des Restaurants, des Veranstaltungs- und des Spa-Bereichs öffnen sich mit einem großen Einschnitt in die Landschaftshügel zum See hin und ermöglichen dadurch einen außergewöhnlichen Panoramablick. Lediglich der Westhang wird ausgedünnt und weitgehend von Bäumen befreit und bereitet damit dem Hotel einen unvergleichlichen Blick zum See und Sonnenuntergang. Das Motiv des klassischen Bowling Greens steigt zum See hinunter.
Das Gebäude ist in hochwertiger massiver Bauweise konzipiert. Die abgeholzten Bäume des freigelegten Westhanges verwandeln sich ideell in das „Kleid“ des Hauses und veranschaulichen so den Anspruch des Projektes nach Nachhaltigkeit: Die Fassade besteht aus Holzlamellen aus einheimischen Hölzern konzipiert, die durch eine geflammte Oberfläche silbrig-schwarz schimmern. So entsteht ein Haus aus der Kraft des Ortes, das seine Stärken nutzt und mit ihm in Harmonie eine neue Lebenswelt schafft, die nur hier entstehen kann und durch ihre eigene Identität eine Destination auszubilden vermag.