Bar Blau

Stuttgart
Foto © Zooey Braun
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Bild © SOMAA.
Architekten
SOMAA
Adresse
Breitscheidstraße 133, 70196 Stuttgart
Jahr
2018

Ein kleines, in kräftigem Blau getünchtes Häuschen markiert markant und gleichzeitig zurückhaltend den Eingang der Bar. 

Über drei Stufen und eine dem Häuschen gleich gefärbte Holztür betritt der Gast einen etwa zwei Quadratmeter großen Vorraum. Seine einzige Lichtquelle erscheint hinter einem runden, für den kleinen Raum ungewöhnlich dimensionierten Spiegel. Ein Vorhang aus tiefgrünem Samt markiert spürbar eine weitere Schwelle.

Vorlage für das “Setting”, das sich viel mehr als gebaute Stimmung, denn als architektonischer Raum versteht, ist die Bildsprache des Malers Caspar David Friedrich – die Darstellung von Naturerscheinungen deren Wirklichkeit existent und dennoch nicht greifbar ist. Als Bar mit kulinarischem Angebot möchte das Restaurant ein Ort der Einkehr - im übertragenden Sinne - sein. Eine surreale Welt inmitten urbaner Realität. Ein Rückzugsort zu sich selbst.

In verschiedensten Nuancen verblassende Blautöne überlagern sich in Flächen, lösen den Raum auf, konterkarieren die Perspektive und spielen mit der Wahrnehmung des Gastes. Messingfarbene Rahmen unterschiedlicher Dimensionen scheinen den Raum dann wieder angenehm zu gliedern. Die Tische aus hochglanzpoliertem schwarz-grünem Marmor treten in den Hintergrund während die homogen in naturbelassenem Leder, vom lokalen Handwerk ausgeführten Sitzelemente einen deutlichen Kontrast bilden. Ihr Arrangement schafft unterschiedlichste Aufenthaltsqualitäten: von intimen Sitznischen und großzügigen Sitzgruppen, bis zu einer offen gestalteten Sitzlandschaft oder einem halbhohen Sitz-Stehtisch als unverbindliche Kommunikationsorte.

In verschiedensten Nuancen verblassende Blautöne überlagern sich in Flächen, lösen den Raum auf, konterkarieren die Perspektive und spielen mit der Wahrnehmung des Gastes.

Die spezielle Lichtsituation, die sich durch einfache weiße Kerzen hinter raumhohen Gittervorhängen und den Teelichtern auf den Tischen kontrastiert die ansonsten theaterähnlich inszenierte Beleuchtung des Loungebereichs. 
 
Der Barbereich hebt sich durch seine dunklere Farbgebung deutlich von der sich in Endlosigkeit verlierenden Welt aus farbigen Flächen ab. Ein am Boden beginnender Teppich lässt den Gast mehr haptisch denn visuell den Zugang zunächst erfühlen - er lädt in eine weiche und gedämpfte Welt ein - setzt sich an der Wand fort und ergibt sich in einer akustisch wirksamen Spanndecke. Das stark gedimmte Licht setzt den Fokus genügsam auf die Gesichter der Gäste – die Wärme und Struktur des tief schwarz lackierten Holzes der Theke bleibt mehr spürbar denn sichtbar – der Blick des Gastes wird auf die mit echtem Messing bekleidete und teilweise verspiegelte Bar gelenkt, welche raumbildend wieder in der ihr gegenüberliegenden Wand aus unterschiedlich getönten, reflektierenden Glasflächen erscheint.

Die  Reduktion auf wenige authentische Materialien wie Leder, Messing, Holz sowie die Verwendung haptisch und akustisch wirksamer Textilien, in Farbgebung der monochromen, geometrisch gegliederten Wandflächen sowie neutralen Spiegelflächen erzeugt die gewünschte Irritation der Wahrnehmung des Raumes. Es entsteht ein Innenraum der seine eigene Dimension negiert und diese gleichzeitig erweitert.  

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